Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Neue Perspektiven für eine „Angewandte Theologie“ (29.07.2019, Paderborn)

Foto: © KHSB v.l.n.r.: Thomas Boderke, Prof’in Dr. Erika Adam, Prof. Dr. Kai G. Sander, Prälat Dr. Karl Jüsten, Prof’in Dr. Eleonore Reuter, Prof. Dr. Uto Meier, Prof. Dr. Andreas Leinhäupl, Prof. Dr. Ralf Gaus

Anfang Juli versammelten sich die Studiengangsleitungen der praktisch-theologischen Studiengänge an den Kath. Hochschulen für Angewandte Wissenschaften zu ihrer alljährlichen Konferenz in Berlin. Vertreten waren die Fachbereichsleitungen der sechs entsprechenden Studienangebote: Prof. Dr. Ralf Gaus von Kath. Stiftungshochschule Benediktbeuern, Prof. Dr. Andreas Leinhäupl von der Kath. Hochschule für Sozialwesen Berlin, Dekan Prof. Dr. Uto Meier von der Kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt, Dekanin Prof’in Dr. Erika Adam von der Kath. Hochschule Freiburg i.Br., Dekanin Prof’in Dr. Eleonore Reuter von der Kath. Hochschule Mainz und Dekan Prof. Dr. Kai G. Sander vom Fachbereich Theologie der KatHO NRW. Als Vertreter der Bundeskonferenz der diözesanen Ausbildungsverantwortlichen war außerdem Thomas Boderke, Erzbistum München und Freising, anwesend sowie als Vertreter der entsprechenden evangelischen Dekane-Konferenz Prof. Dr. Philipp Enger von der Ev. Hochschule Berlin.

Neben dem Austausch über die Erfahrungen, Entwicklungen und Herausforderungen der sechs Fachbereiche im vergangenen Jahr wurden diesmal vor allem Fragen der Digitalisierung des Lehrangebotes beraten. Außer dem Paderborner Fernstudium, welches Prof. Dr. Sander vorstellte, sind für die Zukunft hochschulübergreifend zusätzliche fachspezifische Lernplattformen angedacht, die auch die Implementierung von Blended-Learning-Elementen in die jeweilige Präsenzlehre ermöglichen.

Die Perspektiven der Weiterentwicklung der pastoralen Berufe in ihrer kirchlichen und gesellschaftlichen Relevanz für heute und morgen wurden auch beim abendlichen Austausch mit Prälat Dr. Karl Jüsten, dem Leiter des Kommissariats der deutschen Bischöfe – Katholisches Büro in Berlin, einer Dienststelle der Deutschen Bischofskonferenz und des Verbandes der Diözesen Deutschlands, erörtert. Insgesamt zeigte sich, dass die Diversifizierung der gesellschaftlichen Lebensentwürfe und -lebensformen auch die Seelsorge und die Glaubensverkündigung der Kirche vor neue Herausforderungen stellt. Da nach wie vor viele junge Menschen bereit sind, in den kirchlichen Dienst einzutreten, aber die konkrete Ausgestaltung der künftigen Berufsbeschreibungen im Umbruch befindlich ist, erscheint es als eine vordringliche Herausforderung der Kath. Hochschulen, ihre theologischen Studienangebote verstärkt so anzulegen, dass sie zur akademischen Grundlegung einer größeren Bandbreite künftiger inner- und außerkirchlicher Berufsfelder dienen können.

Für die KatHO NRW ergibt sich daraus sicher auch die Anregung, als letzte der kath. Hochschulen in Deutschland auch in ihrem Studienangebot die Möglichkeit von Doppelqualifikationen, die einen theologischen Abschluss mit einschließen, zu ermöglichen und so einen zusätzlichen Beitrag dazu zu leisten, dass sich auch in Zukunft genügend vielseitig qualifizierte Menschen finden, um die anspruchsvoller werdende Erfüllung der Sendung der „Kirche in der Welt von heute“ (II. Vaticanum: Gaudium et Spes) zu gewährleisten. Umgekehrt beobachten die Fachbereiche, die solche Angebote bereits seit einiger Zeit in ihrem Programm haben, dass sich dadurch die Gruppe der Theologie-Studierenden öffnet und weitet und auf diesem Wege auch Menschen angesprochen werden können, die auf andere Weise keinen Zugang zur Theologie gefunden hätten.

Durch die Gastfreundschaft der Berliner Kolleginnen und Kollegen gestärkt versicherten sich die Fachbereichsleitungen abschließend ihrer Bereitschaft zur Fortsetzung und Verstärkung der bisherigen Zusammenarbeit. Das Treffen im nächsten Jahr soll auf Einladung von Prof’in Dr. Adam in Freiburg stattfinden.

Rückfragen an: dekan.theologie(at)katho-nrw.de

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