Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

 

Erasmus+ Kooperation mit dem Gordon Academic College of Education (GACE) in Haifa (20.11.2017, KatHO NRW)

Die Kölner und Paderborner Abteilungen der KatHO NRW sind eine Erasmus+ Kooperation mit dem Gordon Academic College of Education (GACE) in Haifa eingegangen.

Das GACE ist eine Pädagogische Hochschule, die 1953 gegründet wurde und heute Bachelor- und Masterstudiengänge für angehende Lehrer und Pädagogen anbietet. Die 3.500 Studierende und 250 wissenschaftliche Mitarbeiter kommen überwiegen aus den nördlichen Teilen Israels. In dieser Region leben Juden, Christen, Muslime und Drusen friedlich miteinander. Dies trägt zur religiösen, kulturellen, sozialen und ethnischen Vielfalt der Hochschule bei. Das GACE versteht sich als ein Mikrokosmos der israelischen Gesellschaft und setzt sich für die Vielfalt seiner Studierenden und Mitarbeiter bewusst ein. Es war die erste Hochschule in Israel, die ein multikulturelles Bildungszentrum (MERC) gegründet hat. Im Rahmen des Studiums wird ein besonderer Augenmerk auf die Vermittlung von sozialen und interkulturellen Kompetenzen, gegenseitigen Respekt und Verständnis, Toleranz und Akzeptanz gelegt. Das GACE hat mehrere internationale Partnerschaften, unter anderem in TEMPUS- und ERASMUS + Programmen, bei denen es zahlreiche Projekte koordiniert und insgesamt mit mehr als 20 Ländern eine enge Zusammenarbeit pflegt. Mit innovativen Lernmethoden und einer modernen Raumausstattung werden die Studierenden an die Herausforderungen des 21. Jahrhundert vorbereitet. Dazu zählen unter anderen ein didaktisches Medienlabor (simulation center of teaching and learning), IT-gestütztes Lernen, E-Learning und die Ausstattung der Studierenden mit iPads.

Da sowohl die KatHO als auch das GACE für pädagogische Berufe ausbilden, liegen auf dem Feld der Hochschuldidaktik, der Sozialwissenschaften und der christlichen und jüdischen Theologie inhaltliche Parallelen vor. Der Austausch von Studierenden und Lehrenden innerhalb der jeweiligen Studienstrukturen wird zu einem wechselseitigen Kompetenzgewinn führen. Die gleichwohl erkennbaren Unterschiede stellen eine Chance zum wissenschaftlich-methodischen und interkulturellen Vergleich dar. Sie ist zum Beispiel im Fach Theologie bei der Interpretationsmethode der theologischen Grundlagentexte erkennbar (z.B.: historische vs. symbolische Auffassung der Bibel). Das Feld der Schulsozialarbeit bietet zukünftigen Lehrer und Sozialarbeitern gleichermaßen eine Chance zur vergleichenden Reflexion. Für den israelischen Partner sind insbesondere die Instrumente und Mechanismen des deutschen Sozialsystems, die in der Geschichte der Bundesrepublik bis 1989 zu sozialem Ausgleich führten und nach der Wiedervereinigung an veränderte Rahmenbedingungen angepasst wurden, wichtige Erkenntnisinteressen. Für die KatHO sind die innovativen Lehrmethoden des GACE ein wichtiger Interessenpunkt für den Austausch.

Sowohl das GACE als auch die KatHO sehen die Vermittlung von Toleranz und die Wertschätzung gesellschaftlicher Vielfalt als zentrale normative Grundlagen ihres Bildungsauftrags an. Die beiden Standorte – einerseits in der multikulturellen Metropole Nordisraels und andererseits dem von Migration geprägten Land Nordrhein-Westfalen – sind ein einmaliges Umfeld für vergleichende Feldstudien und Seminare zu Themen der Vermittlung von Interkulturalität. Angesicht der aktuellen Herausforderungen, die mit Zuwanderung und Flucht einhergehen, wird im KatHO-GACE-Austausch diesem Aspekt eine herausragende Rolle beigemessen.

Für beide Partner ist die wissenschaftliche Befassung mit dem Holocaust, im Besonderen im Kontext der Lehre und ihrer Didaktik, ein bedeutendes Bildungsziel. Sowohl das Campus Holocaust Center in Haifa als auch das NZ-Zentrum und die jüdische Geschichte in Köln stellen hierfür geeignete Rahmenbedingungen dar.

Mit dem Besuch in Haifa, an dem sowohl die Hochschulleitung, die wissenschaftlichen - und die Verwaltungsmitarbeiter teilgenommen haben, ist nun ein Fundament für die zukünftige Zusammenarbeit gelegt. Die ersten Erfahrungen sind ausgetauscht und die Erasmus+ Dokumente unterzeichnet.

Die Studierenden können sich somit über ein Auslandssemester, ab dem Wintersemester 2018 / 2019, informieren und bewerben.

Redaktion und weitere Informationen:
Prof. Dr. Anna Zembala

Ansprechpartnerinnen für das Projekt: Prof. Dr. Christiane Koch, (Theologische Abt., Paderborn): ch.koch(at)katho-nrw.de, Prof. Dr. Anna Zembala (SW Abt., Köln): a.zembala(at)katho-nrw.de

 

 

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