Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Studieninhalte und Studienziele

Hintergrund

Die Handlungsfelder der Sozialen Arbeit mit und für Kinder, Familien, Personen, die krank, arm oder behindert sind, benachteiligte oder diskriminierte Menschen, haben ein gemeinsames Ziel: die Sorge um die gleiche Würde, um die Freiheit, das Selbstbestimmungsrecht und um die soziale Gerechtigkeit im Gemeinwesen, damit verfassungsrechtlich anerkannte Freiheitsräume, und auch ein christliches Menschenbild, auch tatsächlich gestaltet und ausgefüllt werden können.

Armut, Ausgrenzung, mangelnde Integration, Arbeitslosigkeit, familiäre Problemlagen oder auch Bildungsdefizite gefährden diese Handlungsfreiheit und die Willensfreiheit des Menschen, äußerlich wie innerlich, individuell wie sozial. Das Handlungssystem der Sozialen Arbeit gibt Antworten auf diese Gefährdungen, Soziale Arbeit unterstützt, stärkt, begleitet und berät Menschen, sie entwickelt und realisiert Fortschritte und Lösungen, sie rückt die Person und ihre Handlungsräume ins Zentrum.

Ziel der Sozialen Arbeit ist die Realisierung sozialer Gerechtigkeit im Sinne der Chancen- und Partizipationsgerechtigkeit für ein selbstbestimmtes und menschenwürdiges Leben.    

Studieninhalte

Das Studium der Sozialen Arbeit gliedert sich inhaltlich in folgende Bereiche:

Wissenschaftliches Denken und Arbeiten
Auf unterschiedliche Studienphasen verteilt, geht es hierbei um Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens und Denkens. Im ersten Studienprojekt stehen der Theorie-Praxis-Bezug sowie ein Praxiseinsatz im Mittelpunk, der von der Hochschule begleitet wird. Später geht es dann darum, die theorie- und forschungsbezogene Bearbeitung von Themen und Studienschwerpunkten zu vertiefen, um am Ende die Bachelor-Arbeit zu schreiben. Das Angebot, die Studierenden wissenschaftlich und professionsbezogenen in ihre Berufseinstiegsphase zu begleiten, rundet dieses Bereich schließlich ab.

Soziale Arbeit als Wissenschaft und Profession
In diesem Studienbereich lernen die Studierenden historische und systematische Zugänge zur Wissenschaft Sozialer Arbeit kennen. Sie erschließen sich die Grundlagen konzeptionellen Handelns sowie Konzepte professioneller Intervention und Organisation. In diesen Bereich fällt auch, sich mit den berufsethischen Standards der Sozialen Arbeit auseinanderzusetzen.
Die Studierenden erwerben unter anderem die Kompetenz, soziale Kohäsion sichern beziehungsweise schaffen zu können, an den individuellen Ressourcen der Klienten orientiert arbeiten zu können, Soziale Dienste zu organisieren und zu managen und ihr professionelles Handeln zu reflektieren und weiterzuentwickeln.

Gesellschaftliche und normative Grundlagen und Rahmenbedingungen der Sozialen Arbeit
Hier geht es um die für die Arbeit notwendigen Rechtskenntnisse und Fähigkeiten, in Verfahren zielführend zu handeln. Die Studierenden sollen nicht nur lernen, politische und sozialökonomische Entscheidungen und ihre Folgen für die Klienten zu erkennen und in ihre Arbeit zu integrieren, sondern auch selbst Wege zur politischen Partizipation zu eröffnen. Darüber hinaus geht es in diesem Studienbereich auch um Begriffe und Aspekte ethischer Argumentation und die Entwicklung eines ethisch fundierten Selbstverständnisses professioneller Sozialer Arbeit.

Grundlagen menschlicher Existenz und Entwicklung
Themen in diesem Studienbereich sind die Grundlagen der menschlichen Existenz und ihrer Entwicklung, die Einheit bzw. Verschiedenheit des Menschen aus Sicht der Philosophie und der Theologie sowie die Fächer (Sozial-) Pädagogik, Psychologie, Sozialmedizin und Kulturpädagogik. Allesamt  thematisiert vor dem Hintergrund der prinzipiellen Gefährdetheit des Gelingens menschlichen Lebens und seiner sozialen Organisationsformen.

Handlungsfelder: Lebensalter, Lebenslagen, Lebensformen, Sozialräume
Die Handlungsfelder der Sozialen Arbeit sind Wahl-Pflichtbereich. Hier geht es darum, Strategien der Hilfestellungen entwickeln und fallorientiert umsetzen zu können und einen Beitrag zur handlungsbezogenen Theorieentwicklung der Disziplin leisten zu können und die Praxiserfahrungen zu reflektieren. 

Kompetenzen, die Sie erwerben
Mitarbeiter in der Soziale Arbeit benötigen eine besondere Urteilskraft, damit sie erworbene Erkenntnisse praktisch angemessen und erfolgreich einsetzen können. Das Studium hilft, diese Urteilskraft auf den Ebenen des Wissens, des Könnens und der Haltung auszubilden.

Mit dem erfolgreichen Studienabschluss werden die AbsolventInnen

  • wissenschaftlich fundierte und berufsorientierte Kenntnisse der Sozialen Arbeit erworben haben,
  • Gegebenheiten Sozialer Arbeit beschreiben, treffend analysieren und wirksame Handlungskonsequenzen entwickeln und realisieren können – entsprechend der jeweiligen Adressaten,
  • eigene (neue) situationsabhängige Konzepte für konkrete Aufgaben der Sozialen Arbeit auf der Basis allgemeiner Theorien entwickeln und realisieren können,
  • persönliche Anforderungen der Praxis Sozialer Arbeit angemessen bewältigen können,
  • in der Lage sein, soziale Probleme und Aufgaben mit Methoden wissenschaftlicher Forschung anzugehen und angemessene Konsequenzen daraus zu ziehen,
  • in der Lage sein, spirituelle und ethisch-normative Aspekte der Sozialen Arbeit aus einer eigenen Position heraus zu erkennen und mitzugestalten.

Ferner erwerben und vertiefen die Studierenden Schlüsselkompetenzen, wie beispielsweise

  • analytisches Denkvermögen,
  • Aufbereitung komplexer Informationen,
  • Einfühlungsvermögen und Flexibilität,
  • Kommunikations- und Kontaktfähigkeit,
  • psychische Belastbarkeit,
  • Teamfähigkeit und
  • Verantwortungsbewusstsein.

Praxis- und Anwendungsorientierung im Studium
Unverzichtbar sind Übung, (Selbst-)Erfahrung und Anwendung der erworbenen Handlungskompetenzen schon im Studium. Praxisbezogene Projektphasen in konkreten Tätigkeitsfeldern und die Begleitung dieser Praxiseinsätze durch die Hochschule sind an der KatHO NRW seit jeher Kernbestand des wissenschaftlichen und anwendungsorientierten Studiums künftiger Fachkräfte. Deshalb sind zwei Projektphasen in das Studium integriert:

Das „Studienprojekt 1“ in der Studieneingangsphase umfasst die Vorbereitung, Begleitung und Auswertung einer Projektarbeit. Ausgehend von einer aktuell relevanten Frage-/Themenstellung zur Theorie und Praxis Sozialer Arbeit entwickeln die Studierenden einen konkreten Projektauftrag und sein Ziel sowie Projektarbeitspläne und -methoden, Prüfkriterien und Evaluationsverfahren und planen die Beratung der Projektarbeitsgruppen. Schließlich dokumentieren und präsentieren sie die Ergebnisse.

Das „Studienprojekt 2“ in der zweiten Hälfte des Studiums umfasst die Theorie- und Projektbegleitung des Praxisprojektes, Supervision und das Praxisprojekt. Das Praxisprojekt kann auch im Ausland stattfinden. In dieser Praxisphase werden grundlegende Kompetenzen zum präventiven und intervenierenden Handeln exemplarisch erweitert sowie professionelle soziale Kompetenz in interkulturellen Handlungsfeldern erworben.

Ausführliche Informationen zur Praxisorientierung gibt es hier. 

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2018