katho trauert um Heilpädagogen Wolfgang Köhn (09.02.2021, KatHO NRW)

Dozent und Heilpädagoge Wolfgang Köhn auf der Feier zu seiner Verabschiedung als katho-Dozent im Jahr 2009.

Wie kaum ein anderer prägte Wolfgang Köhn sein Fachgebiet an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (katho) in Köln und Münster. Er entwickelte ein eigenständiges Handlungskonzept für die Heilpädagogik und war ein durch Beziehung lehrender Pädagoge.

Die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen (katho) trauert um Wolfgang Köhn, der am 23. Januar 2021 im Alter von 76 Jahren in Gelsenkirchen verstarb. Er lehrte 35 Jahre lang Didaktik und Methodik der Heilpädagogik an der Katholischen Fachhochschule Nordrhein-Westfalen (KFH NW), der heutigen katho: zunächst an der Abteilung Köln, später in Münster, wo er 1998 einen Heilpädagogik-Studiengang mit 40 Studienplätzen aufbaute.

Wolfgang Köhn kam aus der Praxis und war engagiert in der Jugendarbeit und Erziehungsberatung tätig. So leitete er nach seinem Sozialpädagogik-Studium ein Jugendhaus für behinderte Kinder. Die fehlenden Angebote für die Eltern dieser Kinder bewogen ihn dazu, zudem Heilpädagogik in Würzburg zu studieren. Anfang der 1970er Jahre war er zunächst Bildungsreferent im Jugendverband Katholische Junge Gemeinde im Bistum Essen. Auf Anraten seiner Fachkolleg_innen, die er bei gemeinsamen Veranstaltungen kennenlernte, wagte er den Schritt an die KFH NW – und er wurde nicht enttäuscht: Mit seinen Studierenden, die größtenteils Praxiserfahrung hatten, führte er in seinen Vorlesungen und Seminaren anregende Diskussionen, die auch für ihn lehrreich waren.

Sein gutes Verhältnis zu den Studierenden war prägend für Wolfgang Köhns Zeit an der katho: Beziehungsgestaltung war ein durchgängiger Bestandteil seiner Tätigkeit und heilpädagogischen Lehre. Er war ein „durch Beziehung lehrender Pädagoge“, stets mit offenem Ohr für Fragen. Mit seiner Lehre und seiner Persönlichkeit prägte er Generationen von Studierenden. Selbst nach dem Wechsel nach Münster hielten Kölner Studierende den Kontakt zu ihm und wirkten bei seinen Veranstaltungen mit – nicht zuletzt wegen seiner Person.

Wie kaum ein anderer brachte Wolfgang Köhn sein Fachgebiet voran und entwickelte mit der „Heilpädagogischen Erziehungshilfe und Entwicklungsförderung (HpE)“ ein eigenständiges Handlungskonzept für die Heilpädagogik, von dem sowohl die Praxis als auch alle Studierenden profitieren. Ein weiteres Standardwerk aus seiner Feder ist die „Heilpädagogische Begleitung im Spiel – ein Übungsbuch zur heilpädagogischen Erziehungshilfe und Entwicklungsförderung“. Zudem hat Wolfgang Köhn seine Profession auch berufspolitisch im „Berufs- und Fachverband Heilpädagogik“ vertreten. Die Theorie mit der Praxis zu verbinden war ihm immer ein Anliegen. So arbeitete er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2009 neben seiner Lehrtätigkeit einmal wöchentlich in einer Jugendhilfeeinrichtung.

Anlässlich seines Ruhestands sagte Wolfgang Köhn, der passionierter Bergwanderer war: „Wenn ich nach einem langen Anstieg an der Spitze des Berges angekommen bin, ist das wie eine Befreiung. Auf dem Gipfel des Felsens blickt man in die weite Landschaft. Man nimmt etwas mit von diesem Gefühl der Freiheit.“ Alle ehemaligen Studierenden sowie die Kolleginnen und Kollegen an der katho nehmen sehr viel mit vom Wirken und von der Person Wolfgang Köhns: Fachexpertise, Gemeinschaftssinn, berufspolitisches Engagement und die gekonnte Verzahnung von Theorie und Praxis – stets mit dem nötigen Funken Humor.

Wolfgang Köhns Beisetzung fand im engsten Familienkreis statt.

Prof. Dr. Hans Hobelsberger
Rektor

Bernward Robrecht
Kanzler

Prof. Dr. Christopher Beermann
Dekan Fachbereich Sozialwesen, Abt. Münster

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