Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Ein realer Auftrag – umgesetzt in einem Konzepteseminar (12.06.2020, Münster)

Wie Lernen durch Erfahrung möglich ist, erfuhren Studierende der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Münster in einem Seminar dieses Sommersemesters zur „Gemeinwesenar-beit und Sozialraumorientierung“, geleitet von Prof. Dr. Tölle.

Hintergrund war eine konkrete Anfrage eines gemeinnützigen Vereins in einem sogenannten Brennpunkt-Stadtteil. Der Vorstand der Kinderhauser Arbeitslosen Initiative KAI e.V. möch-te sein Profil weiterentwickeln und zukünftig mehr dazu beitragen, durch konkrete Angebote die Spirale von Armut und Bildung zu durchbrechen. Die bisherigen Kurse für Analphabeten, Deutsch als Zweitsprache und Nachhilfe sollen ergänzt werden. Das Seminar von Frau Prof. Tölle bot sich an, als Grundlage dafür einen Bildungskatalog zu entwickeln sowie Methoden zur Bedarfsanalyse vorzuschlagen. Die Ergebnisse wurden dem Auftraggeber Anfang Juni vorgestellt.

Am Anfang der Arbeiten stand eine erste Analyse des Sozialraumes durch Internetrecherche und Stadtteilbegehungen (einzeln, wegen der Corona-Pandemie) machten sich die Studieren-den ein Bild vom Stadtteil und der vorhandenen Bildungsangebote.
Anschließend wurde mit dem Vorstand von KAI e.V. der Auftrag konkretisiert: es sollte ein Bildungskatalog der Angebote im Stadtteil  erstellt werden. Das Seminar ergänzte den Auf-trag um ein weiteres Modul: es wurden Methoden ausgewählt, wie – auch unter Corona-Bedingungen – die Bildungsinteressen der Bewohner_innen in aktivierenden Formen der So-zialraumanalyse ermittelt werden können.
Für den Bildungskatalog ermittelten die Studierenden in Eigenverantwortung und mit großem Einsatz Bildungsangebote des Stadtteils und haben diese zusammengetragen; Sie gliederten die Angebote nach Sparten, machten zu jedem Angebot Angaben zur jeweiligen Zielgruppe, zu Kosten, Dauer und den Ansprechpartner und fassten jeweils kurz den Inhalt des Angebo-tes zusammen. Ergebnis ist ein fast 90 Seiten umfassender Katalog in digitaler Form, der in einer digitalen Präsentation dem Träger vorgestellt wurde. Eine solche Übersicht hat es im Stadtteil bisher noch nicht gegeben. Sie wird in Kürze veröffentlicht und ist sicher den Trä-gern und Einrichtungen im Sozialraum ein hilfreiches Instrument im Alltag.
 
Parallel legte dabei eine zweite Gruppe den Schwerpunkt auf die Bedarfsermittlung im Sozial-raum. Dafür wurden Methoden der Sozialraumanalyse, die kreative und aktivierend sein sollte und in der Corona-Situation umsetzbar sind. Gewählt wurde die Methode Autofotografie. Die Methode wurde vorbereitet, die dafür erforderlichen Fragen so formuliert, das sie der Zielgruppe entsprechen und es wurden erste Kontakt zum Feld hergestellt. Die Umsetzung läuft noch. KAI e.V. hat sein Interesse an der Methode und den Ergebnissen erklärt.

10. Juni 2020; Sommersemester 2020:
Laura Schulz, Benjamin Lügering, Ursula Tölle

 

 

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