Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

 

Der Mensch im Mittelpunkt (19.09.2017, Münster)

Foto: Prof. Dr. Sabine Schäper

Tagung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Unter diesem Motto hatte das Bundeministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zu einer Tagung nach Berlin geladen. Am 11. und 12. September 2017 fand dort ein Vernetzungs- und Methodenworkshop zur Forschung in der Palliativversorgung in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) statt. Bei der Begrüßung betonte der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF, Herr Thomas Rachel (MdB) die besonderen Bedürfnisse der Menschen mit Behinderung. Mit Bezug auf die UN-Rechtskonvention machte er auf diese Personengruppe aufmerksam. Beeindruckt habe ihn die Bescheidübergabe an der Katholischen Hochschule NRW in Münster, bei der die anwesenden Menschen mit Behinderung ihre Stimme einbrachten. Die Nennung des „PiCarDi“-Projektes freute die Verbundkoordinatorin Prof. Dr. Sabine Schäper. In dem Forschungsprojekt „Palliative Care und hospizliche Begleitung von Menschen mit geistiger und schwerer Behinderung“ wird die aktuelle Versorgungssituation aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und in einem Verbundteam mit Prof. Dr. Sven Jennessen (Humboldt Universität Berlin) und Dr. Helga Schlichting (Universität Leipzig) bearbeitet.

In einer Poster Session gab es bei der Tagung Raum für die Präsentation der eigenen Arbeit und die Möglichkeit, sich über die anderen Projekte zu informieren. Eine breite Vielfalt zeichnet das Spektrum von medizinischen bis spirituellen Fragestellungen aus. Die mit internationalen Referenten besetzten Fachvorträge und anschließenden Diskussionen, lieferten einen vertiefenden Einblick in unterschiedliche Forschungsprojekte und -methoden. Die inhaltliche Bandbreite reichte von der partizipativen Ausrichtung in der Forschung über die Evaluation komplexer Interventionen bis hin zu ethischen Schwerpunkten. Letzteres ist insbesondere für die (heil-)pädagogische Forschung von Bedeutung. Die Vorträge wurden durch eine Podiumsdiskussion ergänzt und abgerundet. Vertreter unterschiedlicher Positionen und Professionen bewegten die Frage: „Wo steht die Palliativversorgung in 10 Jahren?“ Mit dem gemeinsamen Ziel, eine gute Versorgung am Lebensende zu ermöglichen, hob Prof. Dr. Stephan Dettmers (Fachhochschule Kiel) aus der Perspektive der Sozialen Arbeit die Notwendigkeit einer interdisziplinären Zusammenarbeit der unterschiedlichen Berufsgruppen hervor.

 

Als Heilpädagogen würden wir die Diskussion damit abschließen, dass der Mensch im Mittelpunkt seiner sozialen Beziehungen steht und eine an seinen individuellen Bedürfnissen angepasste Begleitung am Lebensende braucht. Um mit unserem Forschungsauftrag dazu beizutragen, nehmen wir aus der Berliner Tagung fachliche Impulse für das methodische Vorgehen mit und haben erste wichtige Kontakte im Netzwerk für die weitere Arbeit geknüpft. 

Redaktion und Kontakt:
Barbara Schroer
Wissenschaftliche Mitarbeiterin PiCarDi (Institut für Teilhabeforschung)
b.schroer(at)katho-nrw.de

Prof. Dr. Sabine Schäper
Verbundkoordinatorin PiCarDi
s.schaeper(at)katho-nrw.de

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