Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

 

Vortragsveranstaltung „Sozialmanagement aktuell“: (22.12.2016, Münster)

„Lernende Organisationen“ und was wir von Fröschen darüber lernen können


Setzt man einen Frosch in kaltes Wasser und erhöht die Temperatur nach und nach, stirbt er durch seine Neigung zur Trägheit. Mit diesem naturnahen Beispiel leitete Gastreferent Prof. Dr. Stefan Gesmann (FH Münster) seinen Vortrag über „Lernende Organisationen“ ein. Seine erste These: Wer überleben will muss ständig lernen!“. Dies gilt aus seiner Sicht ebenfalls für Organisationen. „Organisationale Trägheit kann ‚lebensgefährlich‘ sein“, so Gesmann. Der Begriff des Lernens schließe dabei an das Alltagsverständnis an: wer mehr lernt hat mehr Wissen und ist erfolgreicher.
Die von Gesmann im zweiten Schritt genannte Antithese „Wer überleben will, muss nicht-lernen können!“ weist auf eine konträre Sichtweise hin. Organisationen benötigen routinierte Abläufe, als Beispiel nennt Gesmann große Konzerne, die beispielsweise Rezepturen für Getränke seit 100 Jahren nicht verändern. Organisationen, so sein Zwischenfazit, benötigen „Referenzpunkte für eine kritische Bewertung“ – Leitlinien, die helfen nötige Veränderung erkennen und umzusetzen bzw. sich davon abzugrenzen. Eine passende Bezugstheorie stelle dabei die Systemtheorie (Niklas Luhmann) dar. Organisationen als Systeme könnten entsprechend sinngeleitet reagieren, wenn äußere Impulse zur Veränderung anregen.
Organisationen, so Gesmanns Fazit, lernen so lange sie existieren. Dabei sei eine Balance aus Lernen und Nicht-Lernen überlebenssichernd und damit die Aufgabe von Führungskräften, dies zu fördern.
Im Anschluss an den Vortrag fand eine angeregte Diskussion der Praxisvertreter_innen aus dem Bereich der Sozialen Arbeit statt, die deutlich werden ließ, wie aktuell und relevant das Thema „Lernende Organisationen“ im Praxisalltag ist.

Ruth Mörschel (Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studiengang Sozialmanagement)

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2014