Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Schäper, Sabine; Dieckmann, Friedrich; Rohleder, Christiane - Forschungsprojekt: SoPHiA, Sozialraumorientierte kommunale Planung von Hilfe-und Unterstützungsarrangements für Menschen mit und ohne lebensbegleitende Behinderung im Alter

Der allgemeine demografische Wandel betrifft in den nächsten Jahre und Jahrzehnten zunehmend auch die Personengruppe der Menschen mit Behinderungen. Nachdem die damit einhergehenden Entwicklungen und Anforderungen im Forschungsprojekt „Lebensqualität inklusiv(e)“ unter Leitung von Prof. Dr. Friedrich Dieckmann ausführlich analysiert wurden und in Empfehlungen für passgenaue Unterstützungsarrangements „übersetzt“ wurden, sollen in dem zum 01.10.2012 begonnenen Folgeprojekt „SoPHiA“ notwendige Veränderungen im Bereich der Sozialplanung in den Blick genommen werden. Dieses Projekt wird ebenso wie das Projekt „LeQui“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Förderlinie „SILQUA-FH“ gefördert.

Mit der Unterzeichnung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen hat sich die Bundesrepublik verpflichtet, die Teilhabe am Leben der Gesellschaft und die Inklusion von Menschen mit lebensbegleitender Behinderung zu ermöglichen. Auf der Ebene der kommunalen Daseinsvorsorge gibt es zahlreiche Berührungspunkte zur kommunalen Sozialplanung für Senior_innen, zum Beispiel zur Planung in den Bereichen Altenarbeit, Altenhilfe, Gesundheitswesen, aber auch zu Fragen einer alternsgerechten Stadt- und Verkehrsplanung. Diese Schnittstellen sind bislang theoretisch weitgehend unbearbeitet geblieben und führen in der Praxis immer wieder zu Abgrenzungsdiskussionen und -problemen.
Gleichzeitig wandelt sich die kommunale Planung für Senior_innen. So werden zum Beispiel zunehmend die Potenziale freiwilligen Engagements älterer Menschen erschlossen und ihre Bedeutung für den Zusammenhalt der Generationen erkannt. 
Die Sozialplanung zielt vielerorts darauf ab, das Wohnen in der eigenen Häuslichkeit und Nachbarschaft oder in neuen selbstbestimmten Wohnformen im Alter solange es geht
zu ermöglichen.
Trotz der offensichtlichen Berührungspunkte und Überschneidungen gibt es bislang keine inklusive kommunale Sozialplanung von Menschen mit und ohne lebensbegleitende Behinderung im Alter. Eine inklusive kommunale Sozialplanung für Menschen mit und ohne lebensbegleitende Behinderung im Alter ist eine Querschnittsaufgabe, die eine Anpassung der bestehenden Strukturen, Konzepte und Methoden kommunaler Planung erfordert. Gegenstand des Projektes „SoPHiA“ ist die Zusammenführung und Anpassung bestehender Planungspraxen zu einer inklusiven kommunalen Sozialplanung für Menschen mit und ohne lebensbegleitende Behinderung im Alter. Als Kooperationspartner wurden der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, die Stadt Münster und der Kreis Steinfurt gewonnen. Die Kooperation ist ein wichtiger Baustein, um sinnvolle Planungsverfahren auf kommunaler Ebene für einen städtisch und einen dörflich-ländlich geprägten Sozialraum konkretisieren zu können. Die Leitung des Projektes liegt bei Prof. Dr. Sabine Schäper,
Prof. Dr. Friedrich Dieckmann und Prof. Dr. Christiane Rohleder (Abteilung Münster).

Kontakt:

Prof. Dr. Sabine Schäper (Projektleitung)
s.schaeper(at)katho-nrw.de
Tel. 0251-41767-29

Prof. Dr. Friedrich Dieckmann
f.dieckmann(at)katho-nrw.de

Prof. Dr. Christiane Rohleder
c.rohleder(at)katho-nrw.de


Wissenschaftliche Mitarbeit:
Dr. Susanne Frewer-Graumann (Diplom-Pädagogin)
s.frewer-graumann(at)katho-nrw.de

Bianca Rodekohr (Diplom-Geographin)
b.rodekohr(at)katho-nrw.de

Michael Katzer (Diplom-Heilpädagoge, M.A.E.)
m.katzer(at)katho-nrw.de

Förderkennzeichen: 03FH010SX2
Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2014