Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Graduiertenfeier im Kölner Dom – ein besonderer Moment in vielerlei Hinsicht (13.10.2020, Köln)

Absolventinnen und Absolventen im Kölner Dom

Die Chorleiter Julius Giesler (rechts) und Martin Kirchhübel

Professor Dr. Joachim Windolph zelebriert den Wort-Gottesdienst

Absolventinnen lesen das Gebet der Vereinten Nation

Professorin Dr. Julia Steinfort-Diedenhofen liest Stufen von Hermann Hesse

Dekanin Professorin Dr. Heike Wiemert gratuliert den Absolventinnen und Absolventen

Am 06.10.2020 war es soweit, trotz Corona-Pandemie konnte der Fachbereich Sozialwesen seine jährlich stattfindende Graduiertenfeier durchführen - und zwar im Kölner Dom

„Das ist schon ein ganz besonderer Ort, das Wahrzeichen von Köln und ich habe hier meine Verabschiedung“, benennt es eine Absolventin, als sie den Dom betritt.
Ob und wie die diesjährige Graduiertenfeier unter dem Einfluss der Corona-Pandemie in diesem Jahr stattfinden konnte, stand lange in Frage.
Die Idee in den Kölner Dom zu gehen, war am Anfang nur eine Idee, wurde aber schnell konkret, als klar wurde, im Oktober werden Hygiene- und Abstandsregeln weiter streng vorherrschen. Unsere eigentliche Kirche, St. Agnes, konnte unter diesen Bedingungen nur 80 Personen fassen. Dank der Initiative von Professor Dr. Joachim Windolph stand schnell fest, die Feier findet im Kölner Dom statt. Dies wurde bis zwei Wochen vor der eigentlichen Feier geheim gehalten, da niemand wusste, wie sich die Pandemie-Bestimmungen entwickeln würde.

Eine Graduiertenfeier in besonderer Atmosphäre

Dann war es also soweit – rund 75 Absolventinnen und Absolventen und 20 Dozierenden und Mitarbeitende des Fachbereichs fanden sich im Dom ein. Ein Ort, der an sich schon eine ganz besondere Atmosphäre ausstrahlt.
Wer den Dom kennt, erinnert sich an volle Bänke, Menschen dicht gedrängt. Aber nicht so bei der Graduiertenfeier - in jeder zweiten Reihe durften zwei Personen Platz nehmen. Jede und jeder Absolvierende konnte eine Person mitbringen, so dass am Ende knapp 170 Personen im Dom an der Feier teilnahmen und die Feierlichkeit und den Ort genießen konnten.

Von Talenten beschenkt

Ein Wort-Gottesdienst, gehalten von Prof. Dr. Windolph, wurde in diesem Jahr unter dem Motto „dazugewonnen“ zelebriert. Dieser stand ganz im Sinne von Abschied und Neuanfang, von Zusammenhalt und Menschlichkeit. So lud schon das Gebet der Vereinten Nationen dazu ein, kurz innezuhalten und über das Bild von Menschlichkeit auf der Welt nachzudenken.

„Jeder wird von Gott mit Talenten beschenkt“, geht Prof. Dr. Windolph auf das Evangelium „das Gleichnis von den Talenten“ nach Mt. 25, 14-30 ein. Jede und jeder Absolvierende hat eigene Talente mit ins Studium gebracht und diese weiterentwickelt und mit eingebracht, so Windolph weiter. Er geht darauf ein, dass jede Person talentiert ist und dies sich nicht nur in der Individualität, sondern in der Sozialität weiterentwickelt. Die Weiterentwicklung der eigenen Talente hat die ehemaligen Studierenden nun auf das Berufsleben vorbereitet, in dem sie weiterwachsen können und sollen. Dies wünschen wir Ihnen in jedem Fall.

Dass die Absolventinnen und Absolventen weiterwachsen und „blühen“ sollen, wurde auch durch das Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse, vorgetragen von Professorin Dr. Julia Steinfort-Diedenhofen, verdeutlicht.

Den Abschluss trotz besonderer Umstände gemeistert

„Außergewöhnliche Umstände erfordern außergewöhnliche Maßnahmen“ begann die Dekanin Professorin Dr. Heike Wiemert ihre Rede, um den Absolventinnen und Absolventen zu gratulieren. Sie schaute auf ein durch die Corona-Pandemie geprägtes Online-Semester zurück. „Wir sind stolz auf Sie und freuen uns, dass Sie den Abschluss trotzdem gemeistert haben!“ bestärkte sie diese. Trotzdem – dies steht für eine Bibliothek, in der zeitweise keine Bücher ausgeliehen werden konnten, Kontakte die weggebrochen sind oder nur digital stattfinden konnten, Nebenjobs, die es nicht mehr gab und daher andere Ängste mit sich brachten.

Aber nicht nur die Studierenden fehlte der Kontakt - das Leben in und an der KatHO, sondern auch den Dozierenden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. So beleuchtete Wiemert weiter die allgemeine Situation der Corona-Pandemie ein, welches sich auf alle Lebens- und Arbeitsbereiche auswirkte und immer noch auswirkt. Auch auf die zukünftige berufliche Situation der Absolventinnen und Absolventen ging sie dabei ein. Die Situation stelle alle Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit und Kindheitspädagogik vor besondere Herausforderung. „Nicht absehbar, wie sich die Pandemie entwickeln und Anforderungen sich verändern“, und erkläret weiter, dass die Soziale Arbeit und die Kindheitspädagogik während und nach der Pandemie wichtiger als je zuvor sein werden. Mit dem Blick in die Zukunft ermunterte sie die ehemaligen Studierenden, in ihrem Handlungsfeld selbst zu gestalten und die Herausforderungen als Chance zu nutzen.

Musikalische Begleitung verstärkt die schöne Atmosphäre

Auch in diesem Jahr wurde die Feier musikalisch begleitet. Aufgrund der wenigen Möglichkeiten des Probens kamen anstelle des Chors nur die Chorleiter Julius Giesler und Martin Kirchhübel. Dies tat der tollen musikalische Darbietung keinen Abbruch, sondern verstärkte die schöne Atmosphäre. Vor allem das Lied „Another Day in Paradise“ verlieh dem Gottesdienst einen wundervollen Moment.

Auch, wenn der Umtrunk und das persönliche Aufrufen der Absolventinnen und Absolventen leider nicht umgesetzt werden konnte, so fanden wir, dass die diesjährige Graduiertenfeier unter diesen Umständen unvergessen bleibt.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten, die diesen Tag mitgestaltet haben und gratulieren allen Absolventinnen und Absolventen von ganzem Herzen.

Weitere Information, Text und Fotos
Dekanatsreferentin Julia Jung (ju.jung@katho-nrw.de)

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