Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Von Viren über Mobbing zu Robotik – junge Studierende an der KatHO (18.04.2019, Köln)

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Experiment bei der Vorlesung "Viren und Bakterien machen keine Ferien"

Kinder beim Vortragsquiz "Wie alt werden Menschen und was hält sie gesund?"

Kinder besprechen die Entwicklungsspirale von Mobbing in der Vorlesung "Kein Joke! - Mobbing unter Kindern"

Vorstellungen zu dem Thema Mobbing in der Vorlesung "Wehr dich doch! Aber wie denn?"

Gruppenbild in der Vorlesung "Warum lerne ich ein Leben lang? und wie macht der Kopf das?"

Schülerinnen bei einer Vorlesung

Die Vorlesung "Die Zukunft entdecken: Robotik und andere Neuigkeiten"

Die Vorlesung "Soziale Arbeit? Das hat unsere Schulsozialarbeiterin auch studiert..."

Gesprächsrunde in der Vorlesung "Leben auf der Straße - Was ist, wann man keine Wohnung hat?"

Interessierte Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren kamen zur KinderUni in die Abteilung Köln

„Die Themen sind so spannend, dass ich ganz viele Vorlesungen bei euch ausgesucht habe“, beschrieb ein Mädchen ihre Motivation zur Teilnahme an der diesjährigen KinderUni. In der Zeit vom 15.04. bis 17.04.2019 kamen rund 70 Kinder in die Wörthstraße, um sich mit verschiedenen Themen des Sozial- und Gesundheitswesen zu befassen.

„Die Dozentinnen und Dozenten merken, dass die Kinder mit Begeisterung dabei sind und haben Spaß daran, ihre Themen dieser Zielgruppe vorzustellen“, resümiert der Dekan des Fachbereichs Sozialwesen, Prof. Dr. Ziemons die gestiegene Anzahl der Vorlesungen.

Insgesamt acht Vorlesungen standen in diesem Jahr zur Auswahl. Bei der KinderUni geht es darum, sich wie richtige Studierende zu fühlen. Nach jeder Vorlesung erhalten die Kinder einen Stempel in ihr Studienbuch. Sobald zehn Vorlesungen besucht wurden, können sich die Kinder zur Verleihung des Kinderdiploms anmelden.
Die diesjährige Diplom-Feier findet am 14.September 2019 an der DSHS Köln statt. Die Jungen und Mädchen werden hierzu rechtzeitig informiert.

Die Auftaktveranstaltung wurde durch den Dekan des Fachbereichs Gesundheitswesen, Professor Dr. Wolfgang Heffels eingeleitet. Mit dem Thema „Viren und Bakterien machen keine Ferien“ wurde den Kindern Unterschiede zwischen Viren und Bakterien erklärt. Zudem gab es Hygienetipps und Empfehlungen für ein gesundes, langes Leben. Ein Experiment, bei dem gesehen werden konnte, wie gut die Hände gewaschen worden waren, sorgte für Aufsehen.

In der Vorlesung „Wie alt werden Menschen und was hält sie gesund? Ein spannendes Vortragsquiz“ konnten sich die Kinder durch ein Frage-Antwort-Spiel dem Thema Alter und Gesundheit annähern. Dr. Ulrike Kuhn, die die Vorlesung hielt, brachte den Kindern auf interessante Weise auch Vergleiche zwischen Tieren und Menschen näher. „Männer rauchen mehr und essen mehr Fastfood“ begründete ein Kind die Frage „Warum Frauen älter werden als Männer?“. In Maßen sei Fastfood aber unbedenklich, erklärte Kuhn den Kindern. Am Ende durften die Kinder sich aus der Schatzkiste einen Preis aussuchen – „wie bei einem richtigen Gewinnspiel“, reflektierte ein Kind.

„Ich habe viele Probleme in der Schule und möchte wissen, wie man sich wehrt“, berichtet ein Kind die Motivation zur Teilnahme an der Vorlesung „Kein Joke! – Mobbing unter Kindern – Entstehung und Auswege“. Professorin Dr. Heike Wiemert, welche die Veranstaltung hielt, betrachtete die Entstehung, Entwicklung und die verschiedenen Arten von Mobbing. Zudem wurden gemeinsam Auswege erarbeitet, um dem Mobbing entgegen zu wirken. Die Kinder erzählten von vielen persönlichen und beobachteten Erfahrungen, die sie in Zusammenhang mit Mobbing gemacht haben. Das Thema ist hochaktuell, sodass wir das Thema in einer weiteren Vorlesung aufgriffen.

Dies geschah unter dem Titel „Wehr dich doch!‘ – ‚Aber wie denn?‘ – Mobbing unter Kindern und wie sie sich wehren und helfen können“ gehalten von Irmgard Wintgen, Dipl. Heilpäd/Soz.Päd. Auch in dieser Vorlesung wurden verschiedene Arten des Mobbings und das Vorgehen bei Mobbing besprochen. In einer praktischen Übung sollten die Kinder aufmalen, wie sie sich Mobbing vorstellen und es wahrnehmen. „Ich wurde gemobbt, weil ich eine andere Meinung als die anderen Kinder hatte“, erzählte ein Kind bei der Möglichkeit von ihren eigenen Erfahrungen zu berichten. Dass der Bedarf für das Thema sehr groß ist, spiegelt auch die lange Warteliste wieder.
Die Kinder konnten aus beiden Veranstaltungen gestärkt und mit neuen Ideen im Umgang mit Mobbing herausgehen.

Professorin Dr. Julia Steinfort-Diedenhofen vermittelte den Kindern in ihrer Vorlesung „Warum lerne ich ein Leben lang? Und wie macht der Kopf das eigentlich“, wie und warum das Gehirn lernt. Mit Hilfe einer Geschichte wurden Begriffe wie Assimilation und Akkommodation verdeutlicht. „Ich freue mich, wenn ich mich etwas getraut und dann was gelernt habe“, beantwortet ein Kind die Frage danach, was beim Lernen motiviert. Auch sind Belohnungen, wie zum Beispiel gute Noten, eine wichtige Motivationshilfe, um weiter zu lernen. „Meine Oma kann mit dem Handy nicht so gut tippen“, berichtet ein Kind, als es um die Generationsunterschiede beim Erlenen von neuen Dingen geht. Die Kinder sind sich am Ende einig, dass es darauf ankommt, wie viel jede einzelne Person lernt, um zu sehen, ob jüngere oder ältere Menschen schlauer sind.

In der Vorlesung „Die Zukunft entdecken: Robotik und andere Neuigkeiten“ gehalten von Professorin Dr. Andrea Schiff, lernten die Kinder etwas über die Clowntherapie, die Roboterrobbe und Prothesen. Die Clowntherapie soll helfen, mit etwas Humor den Heilungsprozess zu unterstützen. Die Roboterrobbe ist ein Tier, das programmiert wird, um mit Menschen in Kontakt zu treten. Es gibt verschiedene Vor- und Nachteile der Computerrobbe. Zum Beispiel verhält sich die Robbe immer gleich, dafür wird sie nicht alt. Ob ein echtes Tier oder ein Robotertier eingesetzt wird, entscheidet sich individuell nach Person. Prothesen hingegen sind Hilfsmittel für Menschen, die ein Körperteil, wie zum Beispiel ein Bein, verloren haben. Mit diesen soll ihnen so viel Selbstständigkeit wie möglich gewährt werden. „Mit Prothesen kann man alles machen. Es gibt sogar Sport für die Menschen damit“, berichtet ein Kind.
Die Begeisterung von so viel Technologie war den Kindern anzumerken.

„Unsere Schulsozialarbeiterin macht ganz unterschiedliches mit uns – reden, spielen, Streitschlichter-Ausbildung. Jetzt möchte ich wissen was das genau heißt: Soziale Arbeit“, begründet ein Kind die Teilnahme an der Vorlesung. Unter dem Thema „Soziale Arbeit? Das hat unsere Schulsozialarbeiterin auch studiert…“ erklärt Professorin Dr. Katharina Motzke, was Soziale Arbeit bedeutet und was eine Schulsozialarbeiterin oder ein Schulsozialarbeiter so macht. Die Kinder erörterten mit ihr gemeinsam, dass Schulsozialarbeiter_innen da sind, um Probleme zu besprechen und Lösungen zu finden und wie dies umgesetzt werden kann. Zudem müssen Sozialarbeiter_innen sich in die Lage der Schülerinnen und Schüler versetzen können. „Das ist toll, was die machen“, resümiert ein Kind die Veranstaltung.

In der Vorlesung „Leben auf der Straße – Was ist, wenn man keine Wohnung hat?“ gingen Professor Dr. Werner Schönig und die wissenschaftliche Mitarbeiterin Nora Sellner, M.A. auf das Thema Wohnungslosigkeit ein. Sie stellten gegenüber was es heißt „ich bin wohnungslos – ich wohne im Haus“. „Warum haben Menschen auf der Straße so oft einen Hund?“, fragte ein Kind. „Hunde helfen den Menschen, sich nicht so alleine zu fühlen“, begründeten die beiden Dozenten. Wohnungslose versuchen es sich auf der Straße so gemütlich wie möglich zu machen. Anhand eines Fallbeispiels wurde dies verdeutlicht. Zudem wurden Gründe für Wohnungslosigkeit angesprochen und überlegt, was die Soziale Arbeit tun kann. „Das war spannend zu erfahren, wie man auf der Straße leben kann“, berichtete ein Kind nach der Vorlesung.


Mit einigen Stempeln mehr im Studienbuch und neuem Wissen verabschiedeten sich die Kinder von der diesjährigen KinderUni der beiden Fachbereiche der Abteilung Köln der KatHO NRW.

Ein großer Dank geht an die Dozentinnen und Dozenten, die die diesjährige KinderUni mit ihren tollen Themen bereichert haben.

Begleitet und mit vorbereitet wurde die KinderUni von der Dekanatsreferentin Julia Jung (Fb Sozialwesen). Unterstützt wurde sie bei der Vorbereitung und Durchführung von den drei Bachelor-Studierenden der Sozialen Arbeit Katharina Eschrich, Mareike Petrak und Pia Seeliger. Bei der Durchführung halfen außerdem Esther Rajabi, Juliane Berth und Kristina Scholz, ebenfalls Studierende aus dem Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit.

Die tollen Bewertungen der Vorlesungen haben alle Beteiligten sehr gefreut. Entstandene Anregungen nehmen wir für die kommende Planung mit auf.

Wir freuen uns auf das kommende Jahr, wenn wieder viele junge Studierende die Veranstaltungen an der Abteilung Köln besuchen.

 

Text
KatHO NRW, Abt. Köln, Fachbereich Sozialwesen

Weitere Informationen
Dekanatsreferentin Julia Jung (
ju.jung(at)katho-nrw.de)

Bilder
Mareike Petrak
Esther Rajabi
Pia Seeliger

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2019