Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Der Fachbereich Gesundheitswesen verabschiedet Prof. Gertrud Hundenborn (15.02.2019, Köln)

Prof. Dr. Wolfgang M. Heffels mit Prof. Gertrud Hundenborn

Prof. Dr. Hans Hobelsberger

Prof. Gertrud Hundenborn

Prof. Dr. Wolfgang M. Heffels überreicht Prof. Gertrud Hundenborn die Kosmas- und Damian-Medaille

Die Gäste verabschieden Prof. Gertrud Hundenborn mit Standing Ovations

Prof. Dr. Wolfgang M. Heffels und Staatssekretär Dr. Heller

v.l.n.r.: Prof. Dr. Wolfgang M. Heffels, Prof. Dr. Hans Hobelsberger, Prof. Dr. Renate Zwicker-Pelzer, Prof. Gertrud Hundenborn, Prof. Dr. Michael Isfort, Staatsekretär Dr. Heller

Umtrunk zum Abschluss der Emeritierungsfeier für Prof. Hundenborn

„Dem Vergangenen Dank, dem Kommenden: Ja!“ So lautete das Motto für die Emeritierungsfeier mit dem Anfang Februar die langjährige Professorin für Pflegepädagogik und Pflegefachdidaktik im Fachbereich Gesundheitswesen, Prof. Gertrud Hundenborn, verabschiedet worden ist. Die Geehrte selbst hatte mit dem Zitat des ehemaligen UNO-Generalsekretärs Dag Hammarskjöld ihre Rede überschrieben. Sie bedankte sich mit einer gleichsam emotionalen und sachlichen Ansprache, bei der sie sowohl Tränen in den Augen nicht unterdrückte, in der Gertrud Hundenborn gleichzeitig aber auch bescheiden klarstellte, dass sie viel lieber Inhalte als ihre eigene Person im Zentrum der Aufmerksamkeit sieht. Das Rampenlicht an diesem Tag war jedoch gerechtfertigt, denn bis Ende Januar 2019 und damit mehr als zwei Jahrzehnte lang – seit dem Jahr 1994 - war sie Teil des Lehrpersonals an der KatHO NRW in Köln. Mit ihrem Wirken hat Gertrud Hundenborn maßgeblich die Ausbildungswege für Lehrer_innen in Pflegeberufen in Deutschland mitgestaltet und reformiert. Rund 100 geladene Gäste, darunter Dr. Edmund Heller, Staatssekretär im NRW-Gesundheitsministerium von Karl-Josef Laumann, berufliche und persönliche Wegbegleiter sowie aktuelle und ehemalige Studierende nahmen an der Feierstunde für Prof. Hundenborn – bei Sonnenschein und mit Domblick – teil.

Staatssekretär Dr. Heller bescheinigte der Geehrten zum Auftakt der Feierstunde zunächst als „Wegbereiterin eines großen Wissensfundus enorme Verdienste für das Land NRW“, dann begrüßte Prof. Dr. Hans Hobelsberger, Rektor der KatHO NRW, Gertrud Hundenborn und die Gäste. In seiner Laudatio blickte Prof. Hobelsberger zurück auf das Leben und die Erfolge der Professorin, die nach einer Ausbildung zur Krankenschwester in den 1970er-Jahren und einem Jahrzehnt in dem Beruf in den 80ern Lehrerin für Pflegeberufe geworden ist und später, bis 1997, das „Referat Krankenpflege“ der Caritas-Akademie in Köln-Hohenlind leitete. „Es war ein absoluter Glücksfall für uns und alle Studierenden, die von ihr lernen durften, dass die Professur für Pflegepädagogik und -fachdidaktik im März 1997 mit Gertrud Hundenborn besetzt worden ist“, stellte Hobelsberger fest. In weiteren Grußworten würdigten Michael Isfort, Professor für Pflegewissenschaft und Versorgungsforschung, sowie Prof. Dr. Wolfgang M. Heffels, Dekan des Fachbereichs Gesundheitswesen, sowohl die fachlichen Leistungen als auch die zwischenmenschlichen Verdienste Hundenborns: „Es ist bei ihr wie bei vielen engagierten Menschen: Beruf und Berufung liegen bei Frau Professor Hundenborn ganz dicht beieinander“, sagte Heffels. „Sie gehört zu den Frauen, die für die Entwicklung der Pflegepädagogik und -wissenschaft Pionierarbeit geleistet haben. Gelernt hat sie das, womit sie sich über Jahrzehnte beschäftigt, von der Pike auf“, führte der Professor für Ethik und Erziehungswissenschaft weiter aus. Ihr Herzensanliegen sei es, die traditionelle Weiterbildung der Lehrer im Gesundheitswesen, insbesondere in der Pflege, mit wissenschaftlichem Anspruch fortzuentwickeln. Dabei ging es ihr stets darum, den Unterricht so zu erweitern, dass die Studierenden eine ganzheitliche Hinwendung zum Kranken erlernen. Im Anschluss überreichte Prof. Dr. Wolfgang Heffels Getrud Hundenborn die Kosmas- und Damian-Medaille, als besondere Ehrung für ihre zahlreichen Leistungen im Fachbereich Gesundheitswesen.

Ihr Lebens- und Wirkungsmittelpunkt ist Nordrhein-Westfalen, aber auch bundesweit machte sich Prof. Hundenborn mit ihren Fachkenntnissen einen Namen: Sie war als Wissenschaftlerin für die Erstellung eines überarbeiteten Pflegeberufsgesetzes maßgeblich an den Entwicklungsprozessen der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Pflegeberufe (PflAPrV) beteiligt und stand dafür dem Bundesfamilienministerium als Beraterin zur Seite. Seit es 2006 gegründet wurde, leitete Prof. Hundenborn das erste und deutschlandweit einzigartige Institut für Lehrerbildung und Schulentwicklung im Gesundheitswesen und trug damit maßgeblich zum herausragenden Ruf der KatHO NRW in der Fachwelt bei. Darüber hinaus leistete Gertrud Hundenborn, die im Lauf ihrer Karriere viele wissenschaftliche Fachpublikationen veröffentlicht hat, auch in zahlreichen Gremien verschiedener Verbände und Organisationen ehrenamtlich vorbildliche Arbeit. Neben ihrer Mitgliedschaft im Prüfungsausschuss, der Kommission für Weiterbildung engagiert sie sich auch im Senat der Hochschule. Des Weiteren ist sie Mitglied im Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung (DIP) und Mitglied des wissenschaftlichen Beirates des Instituts für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld. Außerdem ist sie Mitglied bei der „Gesellschaft zur Förderung der Pflegewissenschaften NRW“ sowie des Diözesan-Caritasrates für das Erzbistum Köln.

Untermalt durch stimmungsvolle Musik der drei ehemaligen Studierenden des Fachbereichs Gesundheitswesen, Annika Thoma, Sigrid Schweers und Bianca Köster, sowie ergänzt durch einen Impulsvortrag von Prof. Dr. Renate Zwicker-Pelzer, die auch den religiösen Bezug zur Arbeit und der Persönlichkeit Gertrud Hundenborns in den Fokus rückte, erlebten die Gäste des Festaktes eine angemessene Verabschiedung der verdienten Professorin und seit 2008 Trägerin des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen. Alle Laud atoren hoben die besonderen Verdienste Hundenborns in der Entwicklung der Pflegeberufe und ihr weit über den normalen Rahmen hinausgehendes Engagement für die Anliegen der Menschen im Umgang mit Krankheit hervor. Auch ohne ein Studium sei sie stets voll in die Leistungsarbeit einbezogen worden, dankte sie es den Anwesenden. Hundenborn: „Nach 33 Jahren in der Pflegelehrerinnen-Ausbildung ist mir erst undeutlich und dann nur langsam bewusst geworden, dass mir meine letzten beruflichen Veranstaltungen und Termine bevorstehen.“ 28 Jahre voller Erinnerungen verbinden sie mit der KatHO NRW. „Eine so lange Zeit voller gemeinsamer Erinnerungen scheint sich plötzlich auf wenige Augenblicke zu verdichten“, richtete sich die sichtlich gerührte Wissenschaftlerin schließlich an die Menschen im Raum, die sich ihr zu Ehren dort versammelt hatten. „Das Nachbild dieser Erinnerungen bleibt“, versicherte Prof. Gertrud Hundenborn zum Abschied. „Sie alle sind für mich Bestandteile dieses Nachbildes!“

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