Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Stimmungsvoller und berührender Neujahrsempfang bei vollem Haus im Fachbereich Sozialwesen der Abteilung Köln (14.01.2019, Köln)

Verabschiedung mit Geschenkübergabe an den ausscheidenden Professor Dr. Johan M. Gleich (2.v.r.) (Prodekan Prf. Dr. Joachim Windolph, Prodekanin Prof. Dr. Julia Steinfort-Diedenhofen, Dekan Prof. Dr. Michael Ziemons - v.l.n.r.)

Würdigung und Geschenkübergabe durch den Rektor Prof. Dr. Hans Hobelsberger

DAAD-Preisträger Nidal Rashow bei seiner Rede

Die neuen Professorinnen im Interview mit der Prodekanin (2.v.l.) (Prof. Dr. Sabrina Schmidt, Prof. Dr. nicola Großheinrich, Dr. Karla Verlinden - v.l.n.r.)

Der Chor des Fachbereichs Sozialwesen

„Nun ist ein Jahr als neues Dekanatsteam vorbei und es war ein Jahr, in der uns die Zahl 7 immer begleitet hat. So wird es dies auch heute Abend!“, eröffnetet Dekan Prof. Dr. Ziemons den Neujahrsempfang des Fachbereichs Sozialwesen der Abteilung Köln am 08.01.2019 im vollen AudiMax.

Neben der Hochschulleitung, Professorinnen, Professoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren zahlreiche Familienangehörige, Trägervertreter und Trägervertreterinnen, Lehrbeauftragte, Ehemalige und Freunde der katholischen Hochschule in die Wörthstraße gekommen, um Prof. Dr. Johann Gleich zu verabschieden, die Übergabe des DAADs-Preises an den Studierenden Nidal Rashow sowie das 70-jährige Jubiläum der Abteilung Köln zu feiern und die drei neuen Professorinnen Dr. Sabrina Schmidt, Dr. Nicola Großheinrich und Dr. Karla Verlinden zu begrüßen.

„Johann, dich habe ich als Baum, der allen Stürmen standhält, erlebt“, begann der Prodekan Dr. Joachim Windolph die Verabschiedung und somit den Auftakt des Abends. Ein Korb mit 7 Früchten sollte dazu dienen, die verschiedenen Rollen des bald emeritierten Prof. Dr. Johann M. Gleich in der Hochschule zu verbildlichen. Die Rolle als Hochschullehrer bezeichnete als „Glückstreffer, da es sich mehr als nur um Lehre handelte“. Die Kombination aus Lehre, Forschung und Selbstverwaltung sowie das Pendeln mit der Bahn bewertete er als große Chance und Freiheit um immer wieder Abstand zu nehmen und sich dann wieder neu den anfallenden Aufgaben stellen zu können.
Die Rolle in der Zusammenarbeit mit der Hochschulleitung als Dekan, in unterschiedlichen Gremien und Kommissionen sah er als positive Herausforderungen in seiner Karriere an. „Professoren sind der normalen Welt in Teilen entrückt und als Dekan ist man da ein Dompteur in einem Flohzirkus. Dies hat mir viel Spaß gemacht“, resümiert Gleich. Besonders gefreut und überrascht hat ihn, dass am Ende auch seine anderen Rollen, als Ehemann, Vater und Großvater bei der Verabschiedung sichtbar wurden: „Sie sind heute alle gekommen, ich glaube, dann habe ich Vieles richtig gemacht!“
Vermissen wird er die BahnCard100, wenn er pensioniert ist. Langweilen wird er sich trotz allem nicht. „Wenn ich pensioniert bin, darf ich nicht nur zu Hause herumsitzen, das hat mir meine Frau schon früh genug gesagt!“ Genügend Aufgaben hat er in jedem Fall, ob als Lehrer für Medizinsoziologie, 3 Forschungsprojekte oder Vorsitzender in verschiedenen, auch politischen, Tätigkeiten. „Als Professoren können Sie an der Hochschule tatsächlich was machen! Diese Möglichkeiten gib es in keinem anderen Beruf“, gibt er den neuen Kolleginnen als Rat mit auf den Weg.
Das Dekanat wünscht Prof. Dr. Johann Gleich auf seinem neuen Lebensweg von Herzen alles Gute!

„Ein Jahr ist vergangen und die Studierenden ein Jahr jünger oder ich eins älter“ eröffnet der Rektor, Prof. Dr. Hans Hobelsberger, seine Grußworte. „Was macht eine kirchliche Einrichtung zu einer kirchlichen Einrichtung?“ fragt er weiter. Hierbei geht er auf die 4 Leitgedanken des kirchlichen Auftrags nach Papst Franziskus ein. Die Spiritualität der globalen Solidarität beinhaltet die Botschaft Jesu Christi, welche die Option zur Hilfe für diejenigen, die von der Gesellschaft ausgesondert werden bereithält. Die Hochschule kann hierzu durch die Ausbildung von Menschen Einsatz zeigen. Menschen, die helfen, egal, ob der andere gläubig ist oder nicht.  
Der Dialog auf allen Gebieten steht für Papst Franziskus an nächster Stelle. Dies bedeutet denken, forschen, herausfordern lassen und somit den Geist Gottes nicht einsperren lassen. Für die Hochschule bedeutet das „im wissenschaftlichen Dialog auf Höhe zu sein und zu bleiben“. „Die KatHO biete höchste fachliche Standards, öffentliche Präsenz sowie hochpolitische Mitgestaltung“, so der Rektor.
Bei der, vom Papst geforderten Inter- und Transdisziplinarität, geht es darum u.a. Einseitigkeiten und Verengungen zu verhindern. Die Hochschule versucht dies, indem sie unterschiedliche Disziplinen zusammenbringt. Möglich und aufbereitet wird dies durch die Lehre, den Praxis-Transfer, Coaching, Kollaboralitäten, Ideen der Studierenden, u.s.w. durch die verschiedenen Möglichkeiten der Didaktik.
Eine weltweite Vernetzung u.a. der katholischen Hochschulen ist für Papst Franziskus ein weiterer Leitgedanke. Für die katholische Hochschule bedeutet dies eine (inter-)nationale anwendungsorientierte Forschung, soziale Innovation, praxisorientierter Transfer. „Soziale Innovation bedeutet Teilhabe, soziale Gerechtigkeit, Menschenrecht und –würde zu ermöglichen und den Sozialstaat nicht aus seiner Verantwortung für die Erfüllung der Grundbedürfnisse zu entlassen“, so Hobelsberger.
Die Urkunde, die neuen Professoren und Professorinnen ausgehändigt wird, beinhalte genau diese Leitgedanken. Sie, die neuen Professorinnen an der Abt. Köln, seien nur Experten in Menschlichkeit, angewandter Forschung, qualitativer Lehre, usw. „Sie haben nun die Möglichkeit, Ihren Beitrag in der Hochschule zu leisten. Engagieren Sie sich!“, begrüßt er diese.
Einen Dank spricht der Rektor dem Ausscheidenden Kollegen Gleich aus. Er zeigt sich beeindruckt, dass es eine solch positive Bilanz seiner vielen arbeitsreichen Jahre an der KatHO und keinen „Fruststau“ gab und bedankt sich für das Engagement an der Hochschule und für die Unterstützung in der Anfangszeit als Rektor. „Ich habe Sie/dich immer als sehr loyal erlebt, dafür bin ich dankbar!“
Zu dem Geschenk des Rektors übergab der Dekan ebenfalls ein Abschiedsgeschenk vom Kollegium.

Ein weiterer Programmpunkt des diesjährigen Neujahsempfangs des Fachbereichs Sozialwesen in Köln war die Übergabe des DAAD-Preises 2018 an den Gewinner Nidal Rashow, Studierender des 5. Semesters des Bachelor-Studiengangs Soziale Arbeit. Die Ehrung übernahm der Rektor als Vorsitzender der Kommission. Bei dem DAAD-Preis, welcher mit 1000€ dotiert ist, handelt es sich um eine Förderung eines Bildungsausländers durch das Auswärtige Amt, der sich durch hervorragende Noten und besonderem Engagement auszeichnet. Hierbei geht es darum, diesen ein Gesicht zu geben. „Die Auswahl fiel in diesem Jahr nicht leicht, aber Herr Rashow hat uns am Ende am meisten überzeugt“, so der Rektor. In Syrien geboren, 2014 nach Deutschland geflüchtet und seitdem äußerst engagiert, begann Rashow 2016 sein Studium zur Sozialen Arbeit an der Abteilung Köln im Projekt „Ready, steady, go“.
In einer berührenden Rede berichtete Rashow aus seiner Biografie, wie seine Heimatstadt von der Türkei übernommen und er und seine Familie vertrieben wurde. Er lebe seit nun 5 Jahren in Deutschland, und das Leben sei hier natürlich anders als in Syrien. Er sei der KatHO sehr dankbar für die Unterstützung und die Möglichkeit, Soziale Arbeit in Deutschland studieren zu können. „Das Projekt ready, steady, go unterstützt uns mit so vielen Angeboten. Nicht nur ich, auch die anderen, fühlen uns hier an der Hochschule sehr wohl und angenommen“, so Rashow. Er dankt nicht nur den Projektmitarbeiterinnen und –mitarbeitern, sondern auch dem Dekan und Prof. Dr. Theisen, welcher ihn für den Preis vorgeschlagen hatte. Weiter dankt er den Menschen, die ihn am Anfang seiner Ankunft in Bonn begleitet und unterstützt haben, sowie seinen Kommilitonen und seiner Verlobten. Ein besonderer Dank gilt auch seinen Eltern, die ihm geholfen haben, lesen und schreiben zu lernen, obwohl sie selbst Analphabeten sind. „Es ist nicht einfach, Flüchtling zu sein, daher ist es wichtig, wie wir in einem unbekannten Land aufgenommen werden“, so Rashow und beschreibt weiter „Ich habe nur positive Erfahrungen gemacht und ein zweites Zuhause gefunden. Der Preis ist für mich eine Bestätigung und Ermutigung meinen Weg weiter in Deutschland zu gehen!“
Das Dekanat wünscht Herrn Rashow, der für ein Semester nach England zum Studieren geht, auf seinem weiteren Weg alles Gute.

Ein weiteres Highlight des Neujahrsempfangs war das 70-jährige Jubiläum der Abteilung Köln. Allerdings, so stellte Henning Wachter, Hochschulhistoriker an der KatHO NRW, in einer pointierten stimmungsvollen Rede, direkt fest, seien die Ursprünge der Geschichte der Abteilung Köln eigentlich die Ursprünge der Geschichte Aachen. So beschrieb Wachter sieben Meilensteine und nannte 1971 als eigentlichen Beginn unserer Abteilung. Nach verschiedenen Standortwechseln befindet sich die Abteilung seit 1982 in der Wörthstraße, mal mit, mal ohne Zentralverwaltung – je nach Baustand des Gebäudes. Wie es weitergehen wird, bleibt daher spannend. Auch hob er die Besonderheit der Entwicklung von Forschung, Studium und Weiterbildungsangeboten der Kölner hervor. Die Akademisierung in Richtung universitäre Strukturen erhält auch Einzug in die Lehre, trotzdem ist die hervorragende Verknüpfung von Praxis und Beruf an der Abteilung zu benennen. Die Rheinländer, so Wachter, sind lebendige Studierende. Sie prägen das kulturelle Leben und engagieren sich politisch und gesellschaftlich. Viele Bereiche, wie die Geschichte der Frauen in Köln, der Prüfungsordnung, des Rektorats, der Zentralverwaltung, der Kooperationen oder des Praxistransfers, sowie das Miteinander der Hochschul-Angehörigen seien derzeit noch unerforscht. Aber zum 50-jährigen Jubiläum der Katholischen Hochschule NRW im Jahre 2021 wird es zu diesen Bereichen bestimmt etwas zusagen geben. „Bis dahin kann die Abteilung Köln gerne weiterwachsen, blühen und gedeihen!“ so Wachter.

Die Prodekanin Prof. Dr. Julia Steinfort-Diedenhofen begrüßte die Neuen und griff auch hier wieder die Zahl 7 auf. Die neuen Professorinnen sollten jeweils zwei Gegenstände mitbringen, die sie selbst und ihre fachlichen Inhalte beschreiben sollten. Den siebten Gegenstand brachte die Prodekanin selbst mit.
„Ich habe ein Cocktailglas mitgebracht“, eröffnetet Professorin Dr. Sabrina Schmidt die Vorstellung ihrer Gegenstände. Während und nach ihrem Studium war ihr inhaltlicher Schwerpunkt die Jugendbildung, sowie die HIV- und Aids-Prävention. Nach einem Umzug nach Bonn und dem Beitritt einer Social Media Gruppe „Neu in Bonn“ fand sich Schmidt auf einem Cocktailabend wieder. Auf diesem wurde sie gefragt, ob sie die Nachtwache in einem Heim machen würde. Schnell entwickelten sich zwei halbe Stellen, die eine in der HIV- und Aids-Prävention, die andere in der Heimerziehung. Um den Masterstudiengang Sozialmanagement studieren zu können, behielt sie die Stelle in der Heimerziehung. Nach verschiedenen Arbeitsstellen in verschiedenen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe entschied sie sich für eine Promotion und kam an die Abt. Köln als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Nach Beendigung der Promotion folgte sie einem Ruf in Kempten. Allerdings fand sie das Pendeln nicht so aufregend, wie Prof. Dr. Gleich. So bewarb sie sich erfolgreich auf die Professur in Köln mit dem Titel „Theorien, Konzepte und Methoden der Sozialen Arbeit mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendhilfe“.  Als ihren zweiten Gegenstand brachte sie ein Buch mit, welches für ihr Engagement in einer qualitätsvollen Lehre stehen soll. Für sie sind Bezüge zu aktuellen Forschungsbeständen als Ausgangslage für Dialoge und Diskussionen besonders wichtig.
Als zweite neue Kollegin stellte sich Professorin Dr. Großheinrich unter Zuhilfenahme ihres Schlüsselbundes vor, der die verschiedenen Aufgaben ausdrückt, die sie aktuell im Leben hat. Nach der Arbeit an der RWTH Aachen fing sie an in der Kinder- und Jugendpsychiatrie arbeiten. Sie folgte dem Aachener Ruf und wurde dort Professorin. Die Ausschreibung an unserer Abteilung kam ihr sehr gelegen, da ihr Wohnsitz und die Arbeit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Köln sind. Professorin Dr. Nicola Großheinrich ist Professorin für den Bereich „Psychische und Entwicklungsstörungen des Kindes- und Jugendalters/Entwicklungspsychologie“. Ihr Lehrgebiet und die Themen mit denen Sie sich beschäftigt erläuterte sie weiter an ihrem zweiten gegenstand, einem Blumentopf mit keimenden Weizenkörnern. „Wir sehen hier, die Weizenhalme sind noch nicht ganz entwickelt und auch im Wuchs sehr unterschiedlich, wie es Kinder oft auch nicht sind“, so Großheinrich. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt in der emotionalen Entwicklung von Kindern, Depressionen und Anpassungsstörungen bei Kindern sowie der Leistungsforschung und aggressiven Verhaltenweisen bei Kindern. Das Wachsen steht in ihrer Forschung für die Perspektiven der Begleitung von Kindheit bis ins Erwachsenenalter und darüber hinaus.
Als dritte „Neue“ in der Runde begann Dr. Karla Verlinden  indem sie auf ihre eigene Hand verwies „Ich habe heute meine Hand mitgebracht!“ Die Hand stehe für sie als ein Symbol für das Anpacken sowie eine methodische Vielfalt in der Lehre. Die Welt müsse, wie bei Montessori – mit der Hand begriffen werden – und daher sei ihr ein Anliegen im Rahmen ihres Wirkens Menschen an die Hand zu nehmen und sie im Leben zu begleiten. Ein blinkendes Steh-auf-Ei steht für sie für die Resilienzfähigkeit. Dies wird zukünftig ihr auch der Schwerpunkt ihrer Professur sein, die den Titel trägt „Theorien, Konzepte und Methoden der Sozialen Arbeit mit Schwerpunkt Resilienz“. Zu dem Thema Resilienz passend erforscht sie derzeit wie resilient geflüchtete Kinder sind. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist das Thema sexuelle Gewalt an Menschen mit Behinderung.   
Als siebten Gegenstand brachte die Prodekanin eine rote Pappnase mit, die den Bezug zu Köln der neuen Professorinnen hervorbringen sollte. Bei der Pappnase musste Sabrina Schmidt, die aus der Stadt mit D. kommt an „Helau“ denken. Für Nicola Großheinrich bedeutet die Pappnase Heimat und Karneval. Auch Karla Verlinden verbindet mit der Pappnase zu einem den Karneval, den sie als Kind und Jugendliche nicht feiern durfte, zum anderen viel Humor, Lebensfreude und politische lustige Statements.
Wir danken den neuen Kolleginnen für ihre Offenheit sich auf diese alternative Form des „Antritts“ einzulassen und freuen uns auf die Zusammenarbeit und den neuen Weg mit den neuen Kolleginnen.

Professor Dr. Joachim WIndolph schloss den feierlichen Akt mit einem Gebet zum Abend.

Die musikalische Gestaltung übernahm der Chor der Abteilung Köln, geleitet von Martin Kirchhübel. Passend zur inhaltlichen Thematik war die Songauswahl gewählt, so wurden von Of Monster and little Men „Little talks“, von Mumfords & Sons „The Cave“ und „Praise you“ von Fatboy Slim zum Besten gegeben.
Im Anschluss wurde im Foyer der Hochschule noch weiter gefeiert und es gab ausreichend Raum für persönliche Begegnungen.

Das Dekanat bedankt sich bei allen Akteurinnen und Akteuren für den gelungenen Abend und wünscht Gottes Segen für 2019!

Weitere Informationen
Dekanat des Fachbereichs Sozialwesen (dekanat.swkoeln(at)katho-nrw.de)

Text und Bilder
Dekanatsreferentin Julia Jung

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2019