Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Einladung zur Podiumsveranstaltung "Neben der Spur!?" (03.12.2018, Köln)

(c) Beate Fuß

Unter dem Titel "Neben der Spur!? - Zum gesellschaftlichen Umgang mit an Psychose Erkrankten" findet an der Abt. Köln am 15.01.2019 die Podiumsveranstaltung im AudiMax statt

„Jeder, der sich nicht ablehnend verhält (oder sogar zugeneigt), ist in dem Wust von Problemen, mit denen sich ein psychisch Kranker konfrontiert sieht, ein Rettungsanker für ein Schiff, das sich wahrlich auf stürmischer See befindet.“ (Chr. Wirtz, 2018, S.189)

Allein in Deutschland haben Millionen Menschen selber oder als Angehörige Erfahrungen mit Psychosen. Sie erleben, wie die Welt sukzessive „aus den Fugen gerät“ und wie eine Verständigung über „normale Dinge“ des Alltags immer schwieriger oder gar unmöglich wird. Betroffene leben in einer Parallelwelt, ziehen sich sozial zurück und /oder werden ausgeschlossen. Die Bewältigung des Alltags wird immer schwieriger bis unmöglich. Zugleich besteht in vielen Fällen in den Akutphasen keine Krankheitseinsicht. Die nahestehenden Angehörigen sind nach Phasen der Verwunderung und Irritation in erster Linie rat- und hilflos. Die wechselseitigen Beziehungen sind extremen Belastungen ausgesetzt.

Christiane Wirtz, studierte Historikerin und erfahrene Journalistin im öffentlich-rechtlichen Hörfunk, hat insgesamt fünf Psychosen erlebt, wobei die fünfte sie aus ihren gewohnten Zusammenhängen – Arbeit, Umfeld, Wohnung, finanzielle Absicherungen – herausgerissen hat. Nach einem mehrmonatigen Klinikaufenthalt  beschreibt sie in dem Buch “Neben der Spur“ diese letzte Psychose, ergänzt um die Sicht von Weggefährt*innen, die sie nach ihrer Entlassung gezielt aufgesucht hat, um Erlebtes zu verarbeiten. Wie sehr die Autorin mit ihrem Buch auf öffentliches Interesse stößt, zeigt sich u.a. darin, dass dieses es im Sommer und Herbst 2018 in die Bestseller-Listen des Literatur-Spiegel geschafft hat und die Autorin in vielen TV-Talkrunden zu Gast war.

Neben einer Lesung aus dem Buch will die Veranstaltung mit der Autorin sowie Fachkräften aus der psychiatrischen Versorgungspraxis ausgewählte Aspekte im gesellschaftlichen Umgang mit Psychosen thematisieren. Bekanntlich hat sich die Psychiatrie in den 1990er und 2000er Jahren deutlich verändert und viele Fortschritte in der Versorgung von psychisch Erkrankten ermöglicht. Geblieben sind aber die Fragen, inwieweit psychiatrische Behandlungsmethoden weiterhin stigmatisiert sind oder  selbst zur Stigmatisierung beitragen. Und wie hat sich der öffentliche Umgang – auch seitens der Fachkräfte – mit Betroffenen von psychischen Erkrankungen verändert? Fakt ist, dass die Anzahl psychischer Erkrankungen in den letzten Jahren stetig zunimmt – in allen sozialen Schichten und Milieus. Die Gesprächsrunde will die sozialen Herausforderungen in den verschiedenen Lebensbereichen thematisieren.

Zur Podiumsveranstaltung am 15.01.2019 um 18:00 Uhr sind alle Interessierten herzlich eingeladen.
Die Veranstaltung findet im AudiMax der Abt. Köln, Wörthstr. 10, 50668 Köln statt.

Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier.

Weitere Informationen
Prof. Dr. Tanja Hoff (t.hoff(at)katho-nrw.de)
Porf. Dr. Angelika Schmidt-Koddenberg (a.schmidt-koddenberg(at)katho-nrw.de)

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Beate Fuß

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