Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Forschungstag des Masterstudiengangs „Soziale Arbeit“ an der Abteilung Köln (17.07.2018, Köln)

Vorstellung eines Projekts

Ablauf und Inhalte des Forschungstages

Vorstellung des Forschungsprojekts betreut von Herrn Prof. Dr. Klein

Vorstellung des Forschungsprojekts betreut durch Herrn Prof. Dr. Köhler


Am 27. Juni 2018 stellten Studierende des Masterstudiengangs „Soziale Arbeit“ im Rahmen des diesjährigen Forschungstages ihre Forschungsprojekte vor, die sie seit dem vergangenen Jahr erarbeitet hatten. Die Leiterin des Masterstudiengangs, Prof. Dr. Katharina Motzke, eröffnete den Forschungstag mit einleitenden Worten und stellte dabei die Bedeutung der Forschung für die Soziale Arbeit heraus. Insbesondere für die Eigenständigkeit von Disziplin und Profession nähme diese eine besondere Rolle ein.

Das Forschungsprojekt „Schwangerschaft – Gefährdungen, Gelingensbedingungen und Ressourcen“, betreut durch Prof. Dr. Michael Klein, bildete den Anfang. Das Forschungsprojekt gliederte sich dabei in drei Unterprojekte auf: Das erste Projekt untersuchte, welche Personen und Ressourcen sich auf das Stressempfinden während der Schwangerschaft auswirken. Hierbei wurde die besondere Rolle des Partners hervorgehoben, während Hebammen eher als gesundheitliche Beraterinnen agieren. In einem zweiten Unterprojekt wurde das Konsumverhalten in Bezug auf Nikotin und Alkohol bearbeitet. Den Abschluss bildete eine Untersuchung über das Selbstbild und Körperempfinden von Frauen vor, während und nach der Schwangerschaft, was ambivalente Auswirkungen der Schwangerschaft auf das Körperempfinden feststellen konnte.
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Prof. Dr. Michael Klein (mikle@katho-nrw.de)

Anschließend stellte das Forschungsprojekt „Wertgeschätzt in Gemeinschaft - Die Wirksamkeit kirchlicher Jugendarbeit in Hinblick auf die (Glaubens-)Biografie junger Menschen“, betreut durch Prof. Dr. Michael Ziemons und Prof. Dr. Patrik Höring von der Philosophisch-Theologischen Hochschule SVD St. Augustin, seine Ergebnisse vor. Hierbei konnte durch die Befragung von Studierenden der Katholischen Hochschule die Bedeutung der kirchlichen Jugendarbeit hervorgehoben werden, insbesondere für die Bildung von Werten, aber auch als Grundlage für ein Studium der Sozialen Arbeit. Auch begünstigt diese eine Auseinandersetzung mit wichtigen religiös-sozialen Fragestellungen, sodass ihr eine klare Positionierung gelingen kann.
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Prof. Dr. Michael Ziemons (m.ziemons@katho-nrw.de)
Prof. Dr. Patrik Höring (p.hoering@pth-augustin.eu)

Unter der Betreuung von Prof. Dr. Thorsten Köhler untersuchte das Forschungsprojekt „Arbeit und Gesundheit bei Sozialarbeiter*innen im Jugendamt“ insbesondere den Zusammenhang einer transformationalen Führung und dem Verhältnis zwischen Arbeitsbelastung und dem daraus entstehenden Nutzen, bspw. in Form des Gehalts. Als erstes Forschungsprojekt dieser Art wurden dabei Sozialarbeiter*innen in den Fokus genommen. In einer umfangreichen qualitativen Studie konnte dabei ein Zusammenhang signifikant belegt werden. Dementsprechend hat transformationale Führung auch Auswirkung auf die gesundheitliche Situation von Sozialarbeiter*innen, da sie sich positiv auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeitsbelastung und dem Nutzen auswirkt, und dieses Verhältnis wiederum die Gesundheit der Mitarbeiter*innen beeinflusst.
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Prof. Dr. Thorsten Köhler (t.koehler@katho-nrw.de)

Nach der Pause setzte das Forschungsprojekt „Institutionalisierung von Kindheit – Kindheit im Wandel“, betreut durch Prof. Dr. Johann Michael Gleich, den Forschungstag fort. Die Forschungsgruppe stellte dabei die große Bedeutung der Institutionalisierung der Kindheit  in den Vordergrund. Es konnte festgestellt werden, dass grundsätzlich ein positives Verhältnis von Eltern gegenüber der institutionalisierten Erziehung und Bildung der Kinder besteht, jedoch Kommunikation ein entscheidender Faktor für eine gelingende Beziehung zwischen Eltern und den Institutionen  darstellt, hier aber häufig noch ein Mangel besteht, der auch in der Ausbildung von Fachkräften noch nicht ausreichend Beachtung findet.
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Prof. Dr. Johann Michael Gleich (jm.gleich@katho-nrw.de)

Im Auftrag des Diözesan-Caritasverbands für das Erzbistum Köln untersuchte das Forschungsprojekt „Qualitätsstandards in der Flüchtlingsarbeit. Empirische Untersuchungen zu Sprachkenntnissen, zur Unterstützung von Eltern und Alleinerziehenden und zur Sozialen Betreuung und Beratung“, betreut durch Prof. Dr. Josef Freise und Prof. Dr. Annette Müller, mehrere Angebote der Caritas in acht Caritasverbänden. Da unterschiedliche Angebote untersucht wurden, konnte eine Vielzahl von gelungenen Ansätzen und Herausforderungen herausgearbeitet werden. Die lebensweltliche Orientierung der Angebote und die wertschätzende Beziehung von Fachkräften und Ehrenamtlichen mit den Geflüchteten stellten sich in den verschiedenen Handlungsfeldern als entscheidende Kriterien für eine erfolgreiche Zusammenarbeit heraus.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Josef Freise (j.freise@katho-nrw.de)
Prof. Dr. Annette Müller (an.mueller@katho-nrw.de)

Es folgte das ebenfalls durch Prof. Dr. Josef Freise und Prof. Dr. Annette Müller betreute Forschungsprojekt „Muslimische Jugend – Friedliche Zukunft“: Deutsche muslimische Jugendliche mit türkischer Familienbiografie setzen sich mit der NS-Zeit auseinander“. Hierbei wurde das benannte Projekt des Ditib-Jugendverbandes begleitet. Es konnte herausgearbeitet werden, dass durch die Besuche eines NS-Dokumentationszentrums in Köln und des Anne-Frank-Zentrums in Berlin Betroffenheit und Bewusstsein über die deutsche Vergangenheit geweckt werden konnten. Gleichzeitig wurde deutlich, dass mit stärkerer methodischer Vielfalt noch eine tiefere Reflexion über das Thema und auch über die heutigen Konsequenzen hätte angestoßen werden können. Weitere Informationen
Prof. Dr. Josef Freise (j.freise@katho-nrw.de)
Prof. Dr. Annette Müller (an.mueller@katho-nrw.de)

Das Forschungsprojekt „Präsenz auf allen Kanälen!? - Darstellung der qualitativen Einbettung des Projektes Work4You in sein institutionelles Netzwerk“, betreut durch Prof. Dr. Werner Schönig, stellte den Abschluss des Forschungstags dar. Hierbei handelt es sich um einen Bestandteil des Pilotprojekt RESPEKT in Form einer niedrigschwelligen aufsuchenden Sozialarbeit. Dieses wurde in einer Methodenkombination aus Netzwerkkarte und qualitativen Interviews untersucht, um das institutionelle Netzwerk zu erkunden. Hervorgehoben wurde dabei vor allem das Alleinstellungsmerkmal von Work4You, die aktive Kontaktaufnahme und die Haltung der Mitarbeitenden, allerdings wurde gleichzeitig festgestellt, dass es wenig Unterscheidungen zwischen Projekt und Träger gibt, sowie ein hoher Fokus auf den einzelnen Akteuren liegt. Hierbei wurde den Anwesenden Mitarbeitern von Work4You vor allem zur Systematisierung und Relationierung der Zusammenarbeit geraten.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Werner Schönig (w.schoenig@katho-nrw.de)

Text und Bilder
Stephan Post (s.post@katho-nrw.de)

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