Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Forschungstag des Masterstudiengangs „Soziale Arbeit in internationaler Perspektive“ (10.07.2017, Köln)

Begrüßung durch Dekan Prof. Dr. Johann M. Gleich

Präsentation zum Forschungsprojekt 'Miteinander - Nebeneinander - Das Waldbadviertel in Nachbarschaft'

Präsentation zum Forschungsprojekt 'Demokratie leben in der Jugendorganisation des islamischen Religionsverbandes DITIP'

Präsentation zum Forschungsprojekt 'Der fremde Mann und seine Sexualität - Diskursanalyse im Anschluss an Michel Foucault aus Anlass der Ereignisse der Kölner Silvesternacht'

Präsentation der Forschungsprojekte des Masterstudienganges

Am 28. Juni 2017 fand der Forschungstag des Masterstudiengangs „Soziale Arbeit in internationaler Perspektive“ an der Katholischen Hochschule NRW, Abteilung Köln, statt. Im, mit Student*innen, Dozent*innen und Gästen aus der Praxis voll belegten Senatssaal, stellten die Studierenden des Masters die Ergebnisse ihrer Forschungsprojekte vor, die sie während des vergangenen Jahres durchgeführt hatten.

Eröffnet wurde der Forschungstag durch den Dekan des Fachbereichs Sozialwesen, Prof. Dr. Johann M. Gleich, und die Leiterin des Masters, Prof.´in Dr. Katharina Motzke. Hervorgehoben wurde dabei die Bedeutung von Forschung für die Soziale Arbeit und die Eigenständigkeit der Disziplin. Diese Eigenständigkeit werde durch die an diesem Tage vorgestellte Forschung deutlich belegt, denn diese sei eindeutig dem Gegenstandsbereich der Sozialen Arbeit zuzuordnen.

Den Anfang machte das Forschungsprojekt „Berufliche und soziale Rehabilitation substituierter Opiatabhängiger am Beispiel des Praxisprojekts „Etappe“ - Ergebnisdarstellung eines qualitativen Forschungsprojekts“, welches durch Prof.´in Dr. Tanja Hoff betreut wurde. In Anwesenheit von Mitarbeiter*innen von „Etappe“ des Caritasverbands Düsseldorf stellten die Studentinnen differenziert die qualitativ erhobenen Einschätzungen von Zielen, Wünschen, Unterstützungsmöglichkeiten und Verbesserungsbedarf aus Sicht von Klient*innen und Mitarbeiter*innen vor und setzten diese Ergebnisse in Relation zu den Ergebnissen internationaler Forschung. Insgesamt kamen die Studierenden in dieser ersten Evaluationsstudie zu „Etappe“ zu dem Fazit, dass Etappe aus Sicht der Beteiligten als erfolgreich einzustufen ist, während die von der internationalen Forschung vorgeschlagenen Methoden weder von den Mitarbeiter*innen noch den Klient*innen positiv bewertet wurden.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Tanja Hoff (t.hoff@katho-nrw.de)

Unter der Betreuung von Prof. Dr. Werner Schönig untersuchte das Forschungsprojekt „Miteinander – Nebeneinander – Das Waldbadviertel in Nachbarschaft“ besagtes Stadtviertel in Köln-Ostheim im Auftrag der GAG Immobilien AG. Der Fokus lag dabei auf dem sozialen Miteinander und den Wünschen und Bedürfnissen der Anwohner*innen. Unter anderem stellten die Studierenden  fest, dass vorrangig Kinder und Hunde zu einem Kontakt zwischen Anwohner*innen führten, so dass Senior*innen , vor allem solche ohne Enkel, kaum soziale Kontakte in der Nachbarschaft haben. Ihnen, aber auch den anderen Bewohner*innen, fehlt ein Begegnungsort, beispielsweise in Form eines Cafés und eines Ladens zur kleinräumlichen Nahversorgung.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Werner Schönig (w.schoenig@katho-nrw.de)

Mit „Arbeit und Gesundheit von Sozialarbeiter*innen“ war das Forschungsprojekt betitelt, welches durch Prof. Dr. Thorsten Köhler angeleitet wurde. Die Studierenden untersuchten im Rahmen dieses Projekts die gesundheitliche Situation von Sozialarbeiter*innen in der Jugendhilfe und der klinischen Sozialarbeit, insbesondere im Hinblick auf Einflussfaktoren, welche die Situation verbessern und verschlechtern können. In ihrem Fazit wurde hervorgehoben, dass sich die gesundheitliche Situation in dieser Studie als besser darstellt als in vorangegangenen Studien. Unter anderem konnte festgestellt werden, dass eine gute Stimmung am Arbeitsplatz und eine freie Arbeitsweise sich positiv auf die gesundheitliche Situation auswirken. Darüber hinaus wurden auch unerwartete Zusammenhänge vorgefunden, wie zwischen Schichtdienst und weniger Arbeitsunfähigkeitstagen.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Throsten Köhler (t.koehler@katho-nrw.de)

Als vierte Gruppe wurde das Forschungsprojekt „Qualitätsstandards in der Flüchtlingsarbeit“ vorgestellt. Zusammengefasst unter diesem Titel führten die Studierenden, betreut durch Prof. Dr. Josef Freise, vier Untersuchungen an verschiedenen Standorten der Caritas im Erzbistum Köln durch: Die Evaluation eines Handbuches zur medizinischen Versorgung von Geflüchteten, die Förderung von gesellschaftlicher Akzeptanz für Geflüchtete durch Ehrenamt und Schule, die Erfüllung der Bedarfe der Erstorientierung von Geflüchteten im Rahmen der Kurs- und Beratungsangebote sowie den Unterstützungsbedarf von Ehrenamtlichen in der Arbeit mit Geflüchteten.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Josef Freise (j.freise@katho-nrw.de)

Das Forschungsprojekt „Demokratie leben in der Jugendorganisation des islamischen Religionsverbandes DITIB – Persönliches und politisches Lernen junger Muslime in Seminaren des DITIB-Jugendverbandes (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.)“ setzte sich mit den Seminaren des DITIB-Jugendverbandes und der Einstellung von jungen Muslimen, die sich in diesem engagierten, auseinander. In qualitativen Befragungen konnte unter anderem festgestellt werden, dass sich viele türkischstämmige junge deutsche Muslime etikettiert und diskriminiert fühlen, weil sie sich für ihre Religion rechtfertigen müssen. Sie fühlen sich ausgegrenzt, wenn sie ständig Stellung zu Terrorangriffen von islamistischen Extremisten beziehen sollen und andauernd zu Erdogan befragt werden, obwohl sie - hier in Deutschland geboren - die Türkei kaum kennen.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Josef Freise (j.freise@katho-nrw.de)

Den Abschluss bildete unter dem Titel „Der fremde Mann und seine Sexualität – Diskursanalysen im Anschluss an Michel Foucault aus Anlass der Ereignisse der Kölner Silvesternacht“ ein Forschungsprojekt, dass durch Prof. Dr. Armin G. Wildfeuer, Prof. Dr. Ria Puhl, Prof. Dr. Heinz Theisen, Prof.´in Dr. Katharina Motzke und Dipl. theol. Harald Klein M.A. betreut wurde. Die Studierenden untersuchten dabei die Veränderung des Diskurses über Geflüchtete in den Medien vor und nach der Silvesternacht 2015/2016 in Köln. Dabei kam die Arbeitsgruppe zu dem Fazit, dass der Diskurs sich von einem Willkommensdiskurs, in dessen Rahmen das Bemühen erkennbar war, problematische Themen wie u.a. auch das der „Sexualität“ der geflüchteten Männer auszuklammern, zu einem Problemdiskurs gewandelt hat, der die Herausforderungen, die sich aus den kulturellen Differenzen der aufnehmenden Gesellschaft mit den Zuwanderern stellen, auf die Problematik unterschiedlicher kulturspezifischer Prägungen im Umgang mit Sexualität fokussiert und verkürzt.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Armin G. Wildfeuer (a.wildfeuer@katho-nrw.de)

Die Studiengangsleiterin beglückwünschte die Studierenden zu ihren abgeschlossenen Forschungsprojekten, die sehr arbeitsintensiv waren und warb für einen Verbleib in der (Praxis-)Forschung: „Bleiben Sie der Forschung in der Sozialen Arbeit auf die ein oder andere Weise treu!“.

Text und Bilder
Stephan Post (s.post@katho-nrw.de)

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2018