Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

 

Besuch von der Monmouth University im Fachbereich Sozialwesen der Abteilung Köln (19.06.2017, Köln)

Prof. Urbanski bei der öffentlichen Vorlesung

Im Rahmen der Kooperationsvereinbarung zwischen der Katholischen Hochschule und der Monmouth-Universität aus New Jersey in den USA besuchte eine Delegation unter der Leitung von Prof. Paul Urbanski, Ph.D. den Kölner Fachbereich Sozialwesen. Zusammen mit seinen Kolleginnen Prof.´in Joelle M. Zabotka, Ph.D. und Leah Wingard Lazarro, MSW konnten sie vor Ort Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit in Köln näher kennenlernen. Betreut wurden sie hier von Prof. Dr. Werner Schönig und Prof. Dr. Angelika Schmidt-Koddenberg.

Der Austausch mit der amerikanischen Universität in West Long Branch, ca. 100 km von New York gelegen, besteht seit einigen Jahren und wurde 2015, als eine größere Gruppe aus Aachener und Kölner Dozent/innen und Studierenden in die USA reiste, durch eine Kooperationsvereinbarung gefestigt. Der diesjährige Besuch in Köln dauerte vom 10.06. - 13.06. 2017, an ihn schloss sich ein Besuch der Aachener Abteilung an.

In dem abwechslungsreichen, aber auch anstrengenden und zum Glück vom Wetter verwöhnten Ablauf stand zum einen der Besuch einiger Praxisstellen (z.B. der Radstation, der Bahnhofsmission, der Caritas-Drogenhilfe, Invia und der Sozialbetriebe Köln) auf dem Programm, was für unsere Gäste und im fachlichen Austausch interessante Einblicke ermöglichte. Zudem kam auch ein kleiner touristischer Teil in der Kölner Innenstadt sowie im Umland nicht zu kurz – nicht nur der Kölner Dom ist in den USA ein Begriff, ebenso ist es der romantische Rhein und so war der Drachenfels ein naheliegendes Ausflugsziel.

Selbstverständlich erfolgte auch der kollegiale Austausch in der Hochschule, wobei die weiteren Perspektiven mit dem Rektor, Prof. Dr. Hans Hobelsberger, dem Dekan des Fachbereichs Sozialwesen, Prof. Dr. Johann Michael Gleich, und der Leiterin des Master-Studiengangs Soziale Arbeit, Prof. Dr. Katharina Motzke besprochen wurden.

Krönender akademischer Abschluss des Besuchs war eine öffentliche Vorlesung von Prof. Urbanski zum Thema „Social Welfare Policy and Social Work in the U.S.". Dabei ging er auf die Entwicklung der Sozialen Arbeit in der USA ein. Er verdeutlichte, dass das „Welfare-System" (Sozialhilfe) sich zu Beginn aus der Hilfsbereitschaft der Menschen entwickelte und dann institutionalisiert wurde. Einen großen Einfluss auf die Wahrnehmung der Öffentlichkeit, dass viele Menschen in Armut leben, hatten die Fotografien von Jacob Riis. Anfang des 19. Jahrhundert wurden die in Armut lebenden Menschen von den sogenannten "poor houses" ausgenutzt und wie Sklaven gehalten. Durch die Fotografien entstand eine Bewegung, wodurch die „Charity Organization Society" (COS) entstand. Die COS setzte sich damit auseinander, wie professionell mit den verschiedenen Helfersystemen umgegangen werden konnte. Hier lässt sich ein erster Bezug zur Sozialen Arbeit ziehen.
Dr. Anna Shaw war die erste Frau, die sich darauf aufbauend, für die Wahlrechte der Frauen einsetzte. Die bestehende Diskrepanz der Gesellschaft war vielen Frauen deutlich und sie wollten unterstützend tätig werden. Dafür brauchten sie mehr Rechte. Jane Addams initiierte Ende des 19. Jahrhunderts die sogenannte „Settlement House Bewegung“. Sie errichtete das erste Gemeindehaus in einem Stadtteil von Chicago, in dem es viele verarmte Menschen mit Migrationshintergrund gab. Zur gleichen Zeit sorgte Mary Ellen für die Professionalisierung der Sozialen Arbeit, in dem sie diese an der heutigen Columbia Universität als Studienfach einführte.
Unter der Regierung Roosevelts kam es zu einer weitreichenden Reform, dem "New Deal", in Bezug auf das Sozialhilfe-System, so wurden Versicherungen ähnlich der heutigen Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung sowie die Lohnsteuer eingeführt. Dies war zum Schutz der Arbeitnehmer und zum Abbau der Kinderarbeit umgesetzt worden.
Darauf aufbauend setzten sich unter anderem Martin Luther King für die Menschenrechte und die Gleichberechtigung der schwarzen zur weißen Bevölkerung ein. Die Umsetzung der Menschenrechte wurde auch im Gesundheitswesen gefordert und schlussendlich praktiziert.
1960 wollte der Präsident Johnson unter dem Begriff  „War on Poverty" die Armut abschaffen. Es entstanden neue Gesetze, neue Programme und Einrichtungen.
Sieben Jahre später bildete sich die National Association of Social Work, welche alle Bereiche der Sozialen Arbeit vereint und sich für die Rechte, Umsetzung und Anerkennung der Sozialen Arbeit einsetzt.
Die Vorlesung wurde von Prof. Urbranski sehr anschaulich und interaktiv gestaltet. Die Zuhörerinnen und Zuhörer konnten im Anschluss noch einige Fragen stellen, welcher der Professur geduldig beantwortete.

Insgesamt war es für alle Beteiligten eine aufregende und anregende Zeit. Wir hoffen, dass es Paul, Joelle und Leah gefallen hat und freuen uns auf die Möglichkeiten, unsere Partnerschaft weiter zu intensivieren.

Weiter Informationen
Prof. Dr. Werner Schönig (w.schoenig@katho-nrw.de)

Text und Bild: Dekanatsreferentin Julia Jung (ju.jung@katho-nrw.de)

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