Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

 

 

Studienexkursion nach Japan erfolgreich beendet (23.05.2017, Köln)

Am Kinder-Friedensdenkmal im Friedenspark Hiroshima

Studierendenaustausch an der Prefectural University Hiroshima

Interkulturelle Erfahrungen von Kindesbeinen an und das Erlebnis, dass „Schnick-Schnack-Schnuck“ und die sog. „Reise nach Jerusalem“ keine sprachliche Übersetzung benötigen

Praxisbesuch eines privat iniitierten Wohn- und Pflegeheims in Ofuna (bei Yokohama) für dauerhaft beatmete Bewohner/-innen mit besonderer Ausrichtung auf Lebensqualität und selbstbestimmte Alltagsgestaltung – in dieser Form das einzige in Japan (vierte von rechts: die 81-jährige Initiatorin und Geschäftsführerin, selbst betroffene Mutter)

Konzeptvorstellung im Senioren- und Pflegeheim für „Hibakusha“ / Atombombenüberlebende in Hiroshima

Kurzreferate im Schatten der „Burg der weißen Reiher“ in Himeji

„Bento-Box-Lunch“ mit Selbstpräsentation der KatHO-Studierenden im Präsidium sowie gemeimsames Vortragsseminar an der Bunka Gakuen University

Und immer wieder spontane Gruppenbild-Wünsche mit den KatHO-Gästen

Mit acht Studierenden des Fachbereichs Sozialwesen der Abt. Köln unter Leitung der Professorinnen Hoff und Schirra-Weirich fuhr vom 30.04. bis 10.5.2017 erneut eine Delegation der KatHO NRW nach Japan zwecks fachwissenschaftlichen und -praktischen Austauschs in der Sozialen Arbeit.

Initiiert im Jahre 2012 von der Prorektorin für Forschung, Transfer und Weiterbildung, Prof. Dr. Liane Schirra-Weirich, war dies nun die sechste Studienexkursion insgesamt und die dritte unter Beteiligung von Studierenden des Kölner Fachbereichs Sozialwesen in dieses hochinteressante Land – nicht nur aus kulturell-historischer Sicht, sondern vor allem im Hinblick auf die Bereicherungen durch einen interkulturellen Austausch mit Fachkräften und Professorinnen und Professoren der dortigen Sozialen Arbeit. Japan stellt ein auch sozialarbeiterisch anregendes und lehrreiches Exkursionsland für Studierende der KatHO NRW dar, da sowohl vergleichbare soziale Problemlagen (z. B. Arbeitslosigkeit junger Erwachsener, Landflucht) als auch soziodemografische Herausforderungen (geringe Geburtenquote, demografischer Wandel mit Betonung von Hochaltrigkeit und Pflegebedürftigkeit) bei gleichzeitig unterschiedlichen kulturellen Rahmenbedingungen (z. B. Kollektivkultur, eher geschlossener Kulturraum mit geringer Akzeptanz und Integration von Migration, hohe Technologieaffinität) bestehen.

Im Rahmen der diesjährigen Exkursion konnten insgesamt vier kooperierende Universitäten u. a. mit unterschiedlichen Lehr-Lernformen besucht werden (Vorträge, studentische Kleingruppenvorstellungen und -interaktionen, Seminar mit Posterdiskussionen, Diskussionsforum zum Stellenwert der Sozialen Arbeit in beiden Ländern):

  • Prefectural University of Hiroshima, Fakultät für Pflegewissenschaften
  • Hiroshima Bunka Gakuen University
  • Hyogo University / Hyōgo Daigaku, Kanokagawa, Fakultät für Social Welfare
  • Teikyo University, Tokyo, Fakultät für Medical Social Work


Im Kontext einer Einladung an die begleitenden Professorinnen konnten die Kölner Studierenden zudem an einem Fachsymposium der Toyo University (Tokyo) teilnehmen unter dem Titel “Construction of Social Systems Supporting the State of the Art and Forefront Medical, Psychological, and Nursing Care: From a perspective of a comparative study between Japan and Germany”. Hier referierten japanische Professorinnen und Professoren der Sozialen Arbeit verschiedene aktuelle berufspolitische wie theoretische Diskurse, ergänzt um Vor-träge der Professorinnen Hoff und Schirra-Weirich zu KatHO-Forschungsprojekten. Die Toyo-Universität gilt als eine der renommiertesten Universitäten Japans.
Aber auch der Praxisaustausch wurde in den zehn Tagen intensiv verfolgt: Unter insgesamt sieben Praxisbesuchen befanden sich z. B. ein Senioren- und Pflegeheim für Überlebende der Hiroshima-Atombombe („Hibakusha“), die Tokyo Medical University mit Einblicken in die Krankenhaussozialarbeit, die Stadtverwaltung der Stadt Akashi mit einem für Japan innovati-ven Konzept der Förderung von Kindern und frühen Hilfen oder auch ein spezialisiertes Traumatherapeutisches Zentrum für Kinder und Erwachsene in der von Erdbeben beeinträchtigten Stadt Kobe. Ein dichtes und arbeitsames, aber sehr lohnenswertes Programm!

Hier einige Impressionen von teilnehmenden Studierenden:

  • „9.051,25 km trennen die beiden Länder Deutschland und Japan. Umso erstaunlicher fand ich die trotzdem sehr ähnlichen gesellschaftlichen Strukturen, die wir auf unserer Exkursion im Austausch mit Fachkräften der Sozialen Arbeit kennenlernen durften. Soziale Arbeit ist beispielsweise auch dort um die Sorge einer alternden Gesellschaft und zunehmend verhaltensauffälligeren Kindern bemüht. Trotzdem gibt es auch Unterschiede, wie die ständige Bedrohung durch Erdbeben in Japan.“
  • In Japan konnten wir als Studierende einen Einblick in das gesellschaftliche Verständnis und die dadurch geprägte Soziale Arbeit des Landes bekommen. Der Wert des Gemeinwohls ist dort sehr präsent und wird in der täglichen Arbeit deutlich. Beispielsweise in der Arbeit mit älteren Menschen; bei Besuchen eines Wohnheims für diese Zielgruppe fiel auf, wie unglaublich herzlich und selbstverständlich ältere Menschen versorgt und gepflegt werden.“
  • „Die Exkursion nach Japan hat gezeigt, wie ein System anders funktionieren kann, das vor gleichen gesellschaftlichen Problemen steht. Unbedingt zu empfehlen!"
  • „Wir Studierende hatten im Vorhinein kurze Vorträge zu verschiedenen kulturellen und fachlichen Aspekten Japans vorbereitet, die das von unseren Gastgebern und Dozentin-nen organisierte Programm interessant ergänzten. Besonders sind uns die Begegnungen mit Studierenden der Sozialen Arbeit an verschiedenen Universitäten in Erinnerung ge-blieben. Zu erleben, wie am anderen Ende der Welt gelernt, gelebt und gearbeitet wird, hat uns nachhaltig beeindruckt. Trotz einiger sprachlicher Hürden konnten doch gegenseitig zahlreiche Fragen über das Studium, die Situation und Diskurse der japanischen bzw. deutschen Sozialen Arbeit, aber auch allgemein über das jeweilige Heimatland, gestellt und beantwortet werden. Das abwechslungsreiche Programm aus inhaltlichem Aus-tausch, Besichtigungen von Praxiseinrichtungen sowie Universitäten und einigen touristi-schen Aktivitäten war äußerst gelungen, und es war eine große Ehre, Teil der deutschen Delegation in Japan sein zu dürfen.“
  • „Japan ist ein Land des Lächelns! Das durften wir in den zehn Tagen Exkursion erfahren. Nicht nur lächelnd begrüßt von den Kindern des Kindergartens, auch die Professor/-innen und Studierenden der Universitäten, die Dolmetschenden, die älteren Menschen im Altenheim und die Fachkräfte verschiedener Einrichtungen waren stets freundlich gestimmt und um uns als Gäste bemüht. Eine tolle interkulturelle Erfahrung waren deswegen auch die für uns organisierten Welcome-Partys der japanischen Universitäten.“
  • „Wir konnten viele beeindruckende Gesellschaftsstrukturen kennenlernen und somit hinter die touristische Seite Japans blicken. Diese Erfahrungen hätte ich bei einer privaten Reise wohl niemals machen können, weshalb ich dankbar für diese tolle Möglichkeit und Organisation bin.“


Auch für 2017 und 2018 sind bereits gegenseitige Hochschulbesuche zwischen japanischen Universitäten und der KatHO NRW in konkreten Planungen.
Soweit möglich, ist in 2018 ebenfalls wieder eine Exkursion mit Studierenden der Bachelor- und Masterstudiengänge Soziale Arbeit der Abt. Köln nach Japan angestrebt; interessierte Studierende können sich hierzu an Prof. Dr. Tanja Hoff wenden.

Kontakt:   
Prof. Dr. Tanja Hoff

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2014