Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Sucht im Alter

Fortbildung „Sucht im Alter“ für Fachkräfte der Sozialen Arbeit, Pflege und Beratung

Die Problematik des riskanten oder abhängigen Konsums insbesondere von Alkohol und Medikamenten unter älteren Menschen ist seit längerem bekannt und wird auch in den nächsten Jahrzehnten aufgrund des demografischen Wandels weiter Bestand haben: Aktuell wie auch prognostisch steigen die Prävalenzzahlen von Alkohol-, Medikamenten- und Tabakmissbrauch/-abhängigkeit unter älteren Menschen.

Unter diese Zielgruppe fallen nicht nur die Hochaltrigen – unter denen der Substanzkonsum aufgrund von Multimorbidität und Multipharmazie sogar eher rückläufig ist –, sondern vielmehr Personen ab ca. 55 Jahren, die zu viel und zu oft Alkohol, Medikamente oder andere Substanzen konsumieren. Dies kann aus einem  bereits früheren, also lebensbiografisch fortgeführten Konsummissbrauch als auch aus aktuell neu entstehenden Problemen und schwierigen Lebenslagen resultieren. Zudem werden Personen, die von illegalen Drogen abhängig sind oder waren, heute u.a. durch die mittlerweile etablierten Substitutionsbehandlungen deutlich älter als früher und damit ebenfalls zum potentiellen Klientel der geriatrischen Versorgung.

Nach wie vor greift die hausärztliche und internistische Versorgungskette – vom Erkennen eines riskanten Konsums über psychosoziale Interventionen hin zur Vermittlung in bestehende suchtspezifische Angebote – zu kurz. Fachkräfte der Sozialen Arbeit wie auch der (Alten-)Pflege sind zunehmend in verschiedenen Settings mit suchtbetroffenen Älteren konfrontiert. Dabei erweisen sich vor allem die Zugangswege des Suchthilfesystems zu dieser älteren Zielgruppe als schwierig. Wenn aber suchtspezifische Interventionen stattfinden, sind sie ähnlich wirksam wie bei jüngeren Personengruppe!

Die bisherigen Praxis- und Forschungserfahrungen zeigen, dass das Wissen und die Kompetenzen zu suchtbetroffenen Älteren dorthin müssen, wo die Zielgruppe anzutreffen ist und Fachkräfte häufig mit der Thematik konfrontiert sind: In die verschiedenen Settings der Sozialen Arbeit mit Älteren, in die Pflege, in die Beratung und nicht zuletzt in die Suchthilfe.

Aufbau der Fortbildung

Die Fortbildung umfasst vier Module: Jedes Modul beinhaltet 16 Präsenzunterrichtseinheiten zzgl. Nachbereitung. Als Fortbildungstage sind vier zweitägige Veranstaltungen (Freitag und Samstag) im Zeitrahmen von ca. sechs Monaten einzuplanen. Alle Module werden von themenerfahrenen Praktiker*innen und Hochschuldozierenden gestaltet. Plenumsvorträge und -diskussionen, Kleingruppenphasen, Fallarbeit, Rollenspiele u. Ä. gehören zu den grundlegenden didaktischen Elementen aller Module.

 

Inhalte/Module der Fortbildung

Modul 1:          Sucht im Alter – Grundlagen:

Epidemiologische, diagnostische, ätiologische Grundlagen; Sucht im Alter im Spannungsfeld verschiedener Berufsgruppen und Settings

Modul 2:          Medizinische Grundlagen und Gesprächsführung mit älteren Suchtkranken:

Suchtmedizinische Grundlagen; Gesprächsführung mit Älteren mit schädlichen/ abhängigen Konsummustern (Schwerpunkt: Alkohol und Medikamente)

Modul 3:          Kooperationen und vernetzte Versorgung zwischen Sucht- und Altenhilfe:

best-practice-Konzepte zur Kooperation zwischen Sucht- und Altenhilfe (Schwerpunkt: Alkohol und Medikamente); Grundlagen und Praxis der Kooperations- und Netzwerkarbeit

Modul 4:          Versorgung älterer Drogenabhängiger:

Grundlagen zur Versorgung älterer Drogenabhängiger; ältere Drogenabhängige in stationären Pflegesettings (Pflegekonzept „SANOPSA“)

 

Kursleitung:

Prof. Dr. Tanja Hoff, Dipl.-Psychologin und approb. Psychologische Psychotherapeutin, u.a. Mitglied des Deutschen Instituts für Sucht- und Präventionsforschung der KatHO NRW, verschiedene BMBF-geförderte Studien zum Thema Sucht im Alter (vgl. z.B. SLAAC, SANOPSA, Alters-CM3; www.disup.de),  akademische Studiengangsleitung des „Master of Counseling – Ehe-, Familien- und Lebensberatung“ der KatHO NRW, Studienort Köln.

 

Weitere Lehrende

Dr. Dieter Geyer, Johannesbad Fachklinik Fredeburg und Fachklinik Holthauser Mühle; Andreas Hecht, Sozialdienst Katholischer Männer e.V., Köln; Thomas Hodel, AGJ Freiburg; Christine Hodel, Kirchliche Sozialstation Dreisamtal; Dr. Ulrike Kuhn, KatHO NRW/SKM Köln e. V.

Fortbildungstermine

Der Start der Fortbildung wird auf April 2019 verschoben.

Die Termine sind noch in Planung und werden noch bekannt gegeben

Fortbildungskosten 980,00 Euro

Anmeldeschluss 15. März 2019

Teilnahmevoraussetzung

Die Fortbildung richtet sich an Fachkräfte der Sozialen Arbeit, Pflege, Suchthilfe und Beratung (z.B. Lebens-, Paar-, Familienberatung). Berufserfahrungen mit der Zielgruppe der suchtbetroffenen Älteren sind nützlich, aber nicht zwingend erforderlich.

Sollten Sie über einen anderen akademischen Abschluss als die o.g. verfügen, müssen spezifische Bezüge zum Fortbildungsthema in Ihrer Arbeitstätigkeit nachgewiesen werden.

 

Organisatorische Fragen und Anmeldung

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen

Zentrum für Forschungsförderung und Weiterbildung (ZFW)

Wörthstraße 10

50668 Köln

Telefon + 49 221 77 57-316

Telefax + 49 221 77 57-633

weiterbildung(at)katho-nrw.de

 

Anmeldeverfahren

Die Anmeldung ist über den Onlineanmeldebogen möglich.

Diesen finden Sie unter:

www.katho-nrw.de/katho-nrw/weiterbildung/kursanmeldung/

 

Weitere Informationen

 

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