Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Deutsche Fachstelle für Sucht und Familie (06.05.2006)

Die Geschäftsstelle der Deutschen Fachstelle für Sucht und Familie ist an der Kompetenzplattform Suchtforschung der KFH NW in Köln angesiedelt.

Dass Sucht eine Familienerkrankung ist und auch in Familien von Generation zu Generation weitergegeben werden kann, ist inzwischen Allgemeinwissen. Dennoch hat sich in der Sucht- und Drogenhilfe bislang kaum familienbezogenes Wissen und Handeln durchgesetzt. Die Finanzierung von Hilfen für verschiedene Familienmitglieder erfolgt aus sehr unterschiedlichen Quellen, viele Hilfe- und Präventionsmaßnahmen – insbesondere für Kinder – sind überhaupt nicht geregelt. Es fehlt ein koordiniertes, an den Interessen aller Familienmitglieder ausgerichtetes Hilfesystem. Auch in der Suchtforschung spielt das Thema „Sucht und Familie“ in Deutschland – völlig im Unterschied zu USA und Skandinavien – ein nur randständiges Thema.

Um die vorhandenen Defizite in der öffentlichen und fachlichen Wahrnehmung abzubauen und ein durchgehend familienorientiertes Profil der Sucht- und Drogenhilfe zu etablieren, wurde an der Kompetenzplattform Suchtforschung der KFH NW in Köln die Fachstelle Sucht und Familie e.V. (DFSF) gegründet.
Sie soll das durchaus in großem Umfang im internationalen Bereich vorhandene Wissen über die Entstehung und Weitergabe, aber auch Prävention und Behandlung von Suchtstörungen im Familienkontext dokumentieren und weitergeben.

Leider wurde von politischer Seite die Notwendigkeit einer stärkeren Ausrichtung der Suchthilfe und –forschung auf das Thema Familie noch nicht erkannt, so dass derzeit für die Fachstelle keine Finanzierung gesichert ist.
Die Arbeit der DFSF soll zunächst durch Sponsoren und Spenden gesichert werden. Langfristig ist die Politik auch in Deutschland gefordert, eine Familien- und Kinderschutzorientierung in der Sucht- und Gesundheitspolitik sicherzustellen.

Dass dies nur über Profil- und Schwerpunktbildung für das Thema Familie und Kinder zu erreichen ist, betonte der Vorsitzende des Vereins, Prof. Michael Klein, anlässlich der Gründung der Fachstelle.
Es gehe insbesondere darum, dass die Gesellschaft verstehe, dass sich die grundlegenden Probleme der heutigen Zeit – Erziehungsdefizite, Bildungsversagen, Gewalt, Depression, Suizidalität, Isolation usw. – nicht ohne Arbeit für die seelische Gesundheit von Kindern und für das Funktionieren von Familien lösen lassen. Das koste kurzfristig Geld, zahle sich aber auf lange Sicht mehrfach aus. 

In Kürze wird die Website der Fachstelle www.dfsf.de freigeschaltet.
Für die künftige Arbeit sind MitstreiterInnen und SponsorInnen gleichermaßen willkommen.

Kontakt:
Deutsche Fachstelle für Sucht und Familie e.V. (DFSF)
Prof. Dr. Michael Klein, Vorsitzender
Geschäftstelle
Wörthstraße 10
50668 Köln

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