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Rechte Verhältnisse in Hochschule und Gesellschaft. Rassismus, Rechtspopulismus und extreme Rechte zum Thema machen (12.07.2021, KatHO NRW)

Erste Buchpublikation des Zentrums für Antisemitismus- und Rassismusforschung (CARS)

 

Rassismus, Antisemitismus und Rechtspopulismus sind allgegenwärtig und berühren auch Hochschulen als Bildungsorte in ihrer gesellschaftlichen Verantwortung. Der Band thematisiert aus unterschiedlichen Blickwinkeln aktuelle rassistische, antisemitische und faschistische Erscheinungen in Gesellschaft und Hochschule und diskutiert die hochschulpolitischen Potentiale, diesen in der Lehre und in der Transferarbeit entgegenzuwirken.

 

Eines der zentralen Themen sozialwissenschaftlicher und außerwissenschaftlicher Debatten der Gegenwart ist das sogenannte weltweite Erstarken der Rechten, das sich in einer nach rechts rutschenden öffentlichen Debatte, in der Zunahme an Wähler_innenstimmen für (extrem) rechte Parteien und in breiten rechtspopulistischen Bündnissen zeigt. Vielfältig sind die Gründe und Ursachen, die zur Erklärung dieses vielschichtigen Phänomens bemüht werden. Sie reichen von ökonomistischen, über kulturtheoretischen bis zu politikwissenschaftlichen Ansätzen, die sich in unterschiedlichen Perspektiven dem Phänomen nähern und Schauplätze verschiedener gesellschaftlicher Konflikte in den Fokus rücken. So wird die Hinwendung zu rechten Inhalten und Strategien u.a. als Reaktion auf eine ökonomische Marginalisierung und Zumutungen der Globalisierung, als Kampf um kulturelle Werte und Identitäten, der vor dem Hintergrund des Verlusts von Klassenzugehörigkeiten geführt wird, oder als Wiederkehr von vormals aus dem politischen Prozess verdrängte Gruppen, die um ihre Repräsentation im politischen System streiten, interpretiert.

 

Auch der vorliegende Band nimmt sich diesem Thema an. Dabei führen die einzelnen Beiträge zum einen die Debatte fort, indem spezifische Aspekte vertieft werden. Zum anderen wird durch die Beiträge des Bandes eine zweifache Fokussierung geleistet. 1) Die Räume der Populärkultur und Ästhetik, generell die symbolische Ordnung treten als Schauplätze gesellschaftlicher Konflikte hinzu. 2) Für den Hochschulkontext werden didaktische Konzepte zur Sensibilisierung im Umgang mit rechtspopulistischen bis radikal rechten Ideen, Motiven und Agitationen entwickelt. Auf diesem Wege sollen sowohl ein Beitrag zur internen Differenzierung der Debatte als auch eine umfassendere Betrachtung des Phänomens geleistet werden, die sich ebenfalls anschlussfähig an andere wissenschaftliche Disziplinen und die pädagogische Praxis erweist.

Der Band versammelt die Beiträge der Veranstaltungsreihe „Rechte Verhältnisse in Hochschule und Gesellschaft“, die im Wintersemester 2019/2020 an der Katholischen Hochschule NRW in Aachen stattfand. Die Veranstaltungsreihe mit verschiedenen Formaten wie Workshops, Vorträgen, einer Fachtagung und Filmabenden wurde von dem AStA und dem Studierendenparlament und einigen Studierenden des Masterstudiengangs Soziale Arbeit gemeinsam mit dem Dekanat und wissenschaftlichen Angestellten der Hochschule organisiert und durchgeführt. Entsprechend finden sich in diesem Band neben den Beiträgen eingeladener Referent_innen anderer Hochschulen auch Textbeiträge beteiligter Student_innen.

 

Weitere Informationen sind auf der Website des Verlags zu finden.

 

Rechte Verhältnisse in Hochschule und Gesellschaft. Rassismus, Rechtspopulismus und extreme Rechte zum Thema machen. Hrsg. von Markus Baum, Julia Maria Breidung, Martin Spetsmann-Kunkel, erschienen in der Schriftenreihe der katho im Barbara Budrich Verlag, 351 Seiten, 2021, ISBN: 978-3-8474-2498-7.

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2021