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„Hallo“ und „Herzlich Willkommen“ (06.04.2021, Paderborn)

Präsenzwoche im Fernstudium des Fachbereichs Theologie (katho NRW Abteilung Paderborn, 22.03.-26.03.2021)

Auf den Gängen der katho, Abteilung Paderborn: Stille. In den Hörsälen: Stille. In den Büros von Prüfungsamt und Dekanat des Fachbereichs Theologie: Stille. Kein Wunder. Es ist immer noch Pandemie. Corona hat uns immer noch fest im Griff. Und niemand weiß, wie lange das so bleiben wird. 

Auch die Präsenzwoche der Fernstudierenden unseres Fachbereichs ist von Corona betroffen. Die Präsenzwochen sind mittlerweile bei den Studierenden wie bei den Lehrenden im Fernstudium sehr geschätzte Zeiten des Austauschs und der Begegnung. Normalerweise sind sie beliebte „Auszeiten“ vom Online-Studium, bieten sie die Möglichkeit, direkt, physisch und von Angesicht zu Angesicht miteinander und mit dem Fachbereich Theologie in Kontakt zu kommen. Da gibt es die Möglichkeit, das eine oder andere anstehende Examen abzulegen. Da besteht auch der gute Brauch der Sprechstunde mit den Dozierenden, der Studiengangsleitung und natürlich auch mit unseren Experten von der IT. Und dann gibt es eben die schon erwähnten Lehrveranstaltungen zu Themen, die sonst eher nebenher abgehandelt werden. Aktuelles aus Kirche und Gesellschaft findet hier seinen ihm entsprechenden Raum. 

Aber nun ist Corona. Und die Präsenzwoche geht online. Das, was sonst in Hörsälen und Seminarräumen stattfindet, ist nun ganz ins Netz verlagert. Auf den virtuellen Wegen, in engagierten Online-Seminaren und in ungewöhnlichen Lehrveranstaltungen wird es spannend, intensiv, geht es lebhaft zu. 45 Studierende haben sich eingeloggt, es wird gechattet, zugehört und diskutiert. 

In dieser Präsenzwoche präsentiert Prof. Dr. Thomas Wienhardt, im Fernstudium Pastoraltheologe, seine brandneue Studie zum Thema „Zwischen Verunsicherung und Chance: Corona und die Kirche.“ Grundlage ist eine von ihm erst kürzlich durchgeführte Umfrage im Erzbistum Paderborn, an der mehr als 1000 Befragte, haupt- und ehrenamtlich in der Seelsorge Tätige, teilgenommen haben.  Unser Historiker, Prof. Dr. Andreas Henkelmann, stellt sich in einer seiner Lehrveranstaltungen dem Thema des Missbrauchs: „Schläge im Namen des Herrn? Gewalt und Missbrauch in katholischen Kinder- und Jugendheimen während der 1950er, 1960er und 1970er Jahre“. Auch aktuelle Themen kirchlichen Glaubenslebens kommen zur Sprache. Prof. Dr. Kai G. Sander fragt nach gegenwärtigen Reformbestrebungen der Kirche und dem Beitrag, den die Systematische Theologie dazu leisten kann. Prof. Dr. Werner Wertgen skizziert „Zerreißproben der Kirche“. Humorvoll und erhellend geht es zu, wenn Frau Dr. Annett Giercke-Ungermann mit den Studierenden den „Tatort Bibel“ aufsucht und Kriminalfällen auf der Spur ist – biblischen, wohlgemerkt. Und so ließen sich noch viele weitere Veranstaltungen anführen. (Umfang-) reich ist das Programm, die Stimmung, wie von den Studierenden und von den Lehrenden zu hören ist, ist durchgängig gut. Die Tage der Präsenzwoche werden durch geistliche Worte und virtuelle Andachten gerahmt, die Studierende aus den drei Kohorten des Fernstudiums sorgfältig und ideenreich vorbereitet haben und durchführen. Immer wieder treffen und verabreden sich Studierende „am Rande des Geschehens“ zu Austausch und Gespräch.

Und am Ende der Präsenzwoche steht ein großes Ereignis – als gemütlicher Ausklang findet ein „Digitaler Weinabend“ statt, vorbereitet und moderiert von Angelika Stracke BA ReliPäd, Dr. Annett Giercke-Ungermann und Prof. Dr. Wilhelm Tolksdorf. In heiterer Runde dreht sich alles um das traditionsreiche Rebgewächs. Scherz- und Sachfragen werden erörtert, die 29 Teilnehmer_innen geben lustige Geschichten aus ihrem eigenen (Wein-)Erleben zum Besten. Uns wird klar, wie sehr das Thema „Wein“ Kultur, Literatur und Musik prägt. Theologie und Studium einmal anders, jenseits der bekannten Pfade. Der Digitale Weinabend wird auch zum Anlass, Pläne für künftige Vorhaben zu schmieden – der Wunsch ist groß, in der Zeit nach Corona Exkursionen zu machen, miteinander etwas zu unternehmen. Das Fernstudium führt die Studierenden zusammen – und weckt die Hoffnung auf gemeinsame Aktivitäten außerhalb des Netzes. Nach Corona. Wenn es dann nicht mehr so still ist auf den Gängen der katho in Paderborn. 

Prof. Dr. Wilhelm Tolksdorf

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2021