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„Onlife“ – postdigitale Zugänge zur Kulturellen Bildung im Tanz (19.01.2021, Köln)

Professor Michael Obermaier während der Keynote zur Kultur der Digitalität

Professor Michael Obermaier während der Keynote zur Kultur der Digitalität

Vorstellungsrunde (Am Pult: Rita Molzberger, von links nach rechts: Professor Michael Obermaier (KatHO Köln); Professorin Claudia Steinberg (DSHS Köln); Krystyna Obermaier (Elementarer Tanz e.V.)

Vorstellungsrunde (Am Pult: Rita Molzberger, von links nach rechts: Professor Michael Obermaier (KatHO Köln); Professorin Claudia Steinberg (DSHS Köln); Krystyna Obermaier (Elementarer Tanz e.V.)

Gesprächsrunde Rita Molzberger, Krystyna Obermaier, Professorin Claudia Steinberg

Gesprächsrunde Rita Molzberger, Krystyna Obermaier, Professorin Claudia Steinberg

Bewegte Abschlussrunde

Bewegte Abschlussrunde

5. Fachtagung der Reihe „Tanz in der Kindheit“ fand mit über 180 Anmeldungen große Resonanz

„Die Unterscheidungen von On- versus Offline oder realer Welt versus virtueller Welt sind vom gegenwärtigen Standpunkt aus betrachtet obsolet geworden. Das Digitale ist eben nicht mehr die Besonderheit in unserer postdigitalen Lebenswelt. In Wirklichkeit sind wir weder on- noch offline, sondern onlife,“ führt Professor Michael Obermaier (Köln) in seiner Keynote an, Mitinitiator der Kooperationsveranstaltung zwischen dem Elementaren Tanz e.V. Köln, der Crespo Foundation Frankfurt, dem Institut für Tanz und Bewegungskultur an der Deutschen Sporthochschule Köln, dem Institut für Forschung und Transfer in Kindheit und Familie (foki) der KatHO sowie dem Fachbereich Sozialwesen Köln.

Die nun 5. Tagung mit dem diesjährigen Themenschwerpunkt „Tanz – Digitalität – Transfer“ fand am 16.01.2021 im Senatssaal an der Abteilung Köln in hybrider Form mit hohem technischen Aufwand statt und traf wohl den Nerv der Zeit: Mit über 180 Anmeldungen aus mehreren europäischen Ländern und 31 aktiv Mitwirkenden konnte ein reichhaltiges und ansprechendes Programm geboten werden.

Gelungene Choreografie verbindet Grundlagen, Anwendungen und kritischen Diskurs


Während die Professores Benjamin Jörissen (UNESCO-Lehrstuhl Kulturelle Bildung FAU Erlangen-Nürnberg, Kai-Uwe Hugger (Lehrstuhl Medienpädagogik, Universität zu Köln) und Michael Obermaier (Professor für Erziehungswissenschaft, Katholische Hochschule NRW, Abt. Köln) kulturanthropologische, medienpädagogische sowie erziehungswissenschaftliche Grundlegungen vornahmen, fokussierten Maren Zühlke (Deutsche Sporthochschule Köln, BMBF-Projekt #digitanz) sowie Miriam Schilling (Katholische Hochschule NRW, Abt. Köln, Kinderschutz) praxeologische Herausforderungen der Digitalität in der (tanz)pädagogischen Arbeit mit Kindern.
Mit Videobeiträgen von Kindern, Studierenden oder Tanzpädagog_innen, mehreren Diskussionsrunden sowie einer virtuellen Podiumsdiskussion u.a. mit Vertreter_innen von (Bundes)Verbänden (Kerstin Hübner – bkj Bundesvereinigung Kulturelle Bildung, Linda Müller - Action Tanz, Bundesverband Tanz und Bildung in Gesellschaft, Nilüfer Kemper – Landesarbeitsgemeinschaft Tanz NRW) wurde während der Tagung eine multiperspektivische Diskussion des für viele noch neuen Themas „Post-Digitalität“ angestoßen, die trotz hoher Anwendungsorientierung den Blick für das große Ganze nicht aus den Augen verlor. Professionell und kurzweilig moderiert wurde die Tagung von Rita Molzberger (Universität zu Köln) – unterstützt durch Krystyna Obermaier (Elementarer Tanz e.V., Köln) und Professorin Claudia Steinberg (Institut für Tanz und Bewegung, Deutsche Sporthochschule Köln).
Abgerundet wurde die Tagung durch ein massives Chatgewitter, bei dem viel Bestätigung, Dank und Zukunftsfreude niederprasselte und abschließende Worte ihren Platz fanden. Im postdigitalen Chatregen ertönte mitreißender Elektro-Swing von Parov Stelar, dadurch beschwingt tanzten sich die Teilnehmer_innen allmählich aus der Tagung.

Nach der Tagung ist vor der Tagung: 15.01.2022 - save the date!


Vielleicht entdecken wir in der Pandemie auch die Chance, ein durchaus veraltetes Bildungssystem anders zu denken und der Kultur der Digitalität anzupassen. Vielleicht werden die 20er Jahre nicht als Jahrzehnt einer destruierenden Pandemie in die Annalen eingehen, sondern als Jahrzehnt einer nachhaltigen Bildungsreform frenetisch gefeiert werden.
Am Kooperationsteam indes soll dies nicht scheitern: Die nächste und somit 6. Jahrestagung ist bereits in Arbeit und findet am 15.01.2022 zum Themenschwerpunkt „Tanz und Transzendenz“ an der KatHO, Abt. Köln statt.
Und vielleicht gibt es dann einen ganz besonderen Grund zu feiern: Das tanzpädagogische Konzept, das wir im Studiengang Kindheitspädagogik vertreten, wurde 2014 als Immaterielles Kulturerbe in das Nationale Verzeichnis der UNESCO aufgenommen. Und nun heißt es Daumendrücken, dass dieses Konzept durch die Aufnahme in die repräsentative Liste des UNESCO-Weltkulturerbes eine ganz besondere kulturelle Anerkennung im Kontrast zu leibfernen Bildungsbereichen erfährt.

Nominiert sind wir bereits.

Kulturoptimistisch arbeiten wir an der Reform.

Text und Fotos
Institut für Forschung und Transfer in Kindheit und Familie (foki)

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2021