Artikel

Virtuell - und sehr lebendig (15.12.2020, Paderborn)

Der Fachbereich Theologie bei der diesjährigen Dienstbesprechung

Dass es ganz schön virtuell zugehen werde – das dachte ich mir schon vor dem 26. November 2020, dem Tag der alljährlichen Dienstbesprechung. Die wurde von der Hochschulleitung aus gegebenem Anlass als Online-Meeting vorbereitet. Wie auch sonst. Corona setzt eben auch hier wieder einmal den Rahmen für das, was überhaupt möglich ist.

Es gab im Vorfeld der Besprechung viel zu tun. Andrea Balsmeier, unsere Dekanatsreferentin, war im Dauergespräch mit Lisa Voß, ihrer Kollegin vom Dekanat Sozialwesen. Herr Wiedemeyer und sein Team von der IT waren ebenfalls im Dauerstress – das Team wurde überall in den Räumlichkeiten der Abteilung gesichtet, etwa beim Aufbau der für ein Online-Meeting dieser Größenordnung notwendigen Technik in AM 001, dem neuen, großen Hörsaal der Abteilung Paderborn. Dazu immer neue Mails an alle von Eva Tadday, der Persönlichen Referentin unseres Rektors:  Hinweise zum Ablauf des Tages und seines Programmes – und am Ende der unvermeidliche Link, um an den virtuellen Ort des Geschehens zu kommen.

Und dann war er auch schon da, der Tag der Dienstbesprechung. Um es vorwegzunehmen: Die Mühen haben sich gelohnt. Die Dienstbesprechung war ein voller Erfolg.

Und der Fachbereich Theologie trägt dann auch mit an dem großen Projekt eines Online- Meetings. Unser Dekan, Prof. Dr. Kai G. Sander, spricht in seiner Funktion als Abteilungssprecher ganz zu Beginn ein Grußwort. Der Dekan verweist auf Paderborn, der Stadt der Digitalität. Was wäre sie, die Stadt an der Pader, ohne Heinz Nixdorf und sein Computerimperium? Und, natürlich: Die Dienstbesprechung. Die, so unser Dekan, ist ein Hybrid im besten Sinne – der vor uns liegende Tag hat Formate der direkten Begegnung, er ist aber auch digital und macht so offensichtlich, was die Technik kann, vor allem, wie man mit ihr fruchtbringend und kreativ umgehen kann. Unser Rektor, Prof. Dr. Hans Hobelsberger, ist „live“ im großen Auditorium der Abteilung Paderborn zugegen, seine Rede aber ist ein Einspieler vom Band – der Rektor erinnert in seiner in Köln aufgezeichneten Ansprache an verstorbene Kolleginnen und Kollegen, er zeichnet sodann ein prägnantes Bild unserer Hochschule. Bernward Robrecht, der Kanzler unserer Hochschule, vervollständigt auf ungemein lebendige Art in einem weiteren Video-Einspieler dieses Bild, das der Rektor kurz zuvor gezeichnet hatte.

Eine Talkrunde mit Rektor, Kanzler, den beiden Pro-Rektor_Innen Elisabeth Schermaier-Stöckl und Martin Klein sowie Verwaltungsdirektor Meinolf Sprink (die drei Letzteren eingeblendet über WebEx) rundet den Vormittag. Zwei unserer Kolleginnen von der Abteilung Paderborn, Frau Prof.in Dr. Julia Bloech und Frau Prof.in Christiane Koch, stellen der Hochschulleitung Fragen über Fragen – und die Befragten antworten ebenso kompetent wie geduldig. Wir erfahren von der Lust der neuen Pro-Rektorin Schermaier-Stöckl auf ihr Amt, wir hören von Perspektiven der Hochschulleitung, in diesen Zeiten der Diversitäten eine „katholische“ Hochschule zu sein. Finanzen, Frauenquote, aktuelle Forschungsprojekte – von allem ist ausführlich und profund die Rede.

Der Nachmittag gehört den Workshops – wir nehmen nach Alphabet teil und sprechen im KollegInnenkreis über die Dinge, die sich in unserer subjektiven Wahrnehmung in Forschung, Lehre und Hochschulverwaltung während der letzten Jahre verändert haben. Und wir überlegen, wie sich die Veränderungen auf die künftige Gestalt der Hochschularbeit auswirken werden. Wir sind uns einig: Digital wird es bleiben, neue Formen der Lehre wird es brauchen.

Der Abend gehört dann der Sinnlichkeit des Kochens. Rektor und Kanzler erwarten im großen Hörsaal der Abteilung Paderborn zwei Paderborner Meisterköche, die vor den Augen der Kameras und – wie man hört – vor den  zugeschalteten PCs, Tablets und Laptops von fast 150 Kolleginnen und Kollegen ein wunderbar würziges, leckeres Mahl zum Mitkochen und Mitgenießen präsentieren. Am Vortag werden an alle Dozierenden, die mitmachen wollen, Pakete mit den edlen Zutaten für das abendliche Mahl ausgeliefert. Auch hier zeigt der Fachbereich Theologie Flagge: Kochteams werden in die Übertragung einbezogen – mit den KüchenexperInnen Dr. Annett Giercke-Ungermann, Prof.in Dr. Christiane Koch und Prof. Dr. Wilhelm Tolksdorf sind gleich zwei „Außenstellen“ dabei, an denen für alle sichtbar gewerkelt und gekocht wird. Der Abend wird ein voller Erfolg – über Chatforen und Liveschalten zwischen Zentralküche und Außenstellen entwickelt sich ein fröhlicher, witziger Dialog über Küche, Kochen und Gewürze. Verwaltungsleiter Philipp Pöschl (Abteilung Paderborn) läuft zur Höchstform auf und moderiert ebenso humorvoll wie gekonnt. Herr Wiedemeyer tut desgleichen – er koordiniert souverän und hinter den Kulissen die Technik, schaltet die Außenstellen zu und ab, sichert den „Funkverkehr“ an diesem Abend.

Mein Eindruck: So geht digital. Wir erleben einander trotz digitaler Ferne. Der Kochabend ist ein neues Format des Miteinander, in dem Gemeinschaft greifbar wird. Ein großer Dank an die, die das alles so liebevoll und großzügig vorbereitet haben!

Ganz am Ende des ereignisreichen Tages dann der Clou: Rektor und Kanzler präsentieren das neue Logo der Hochschule. Es ist ab dem 01. Januar 2021 offiziell im Einsatz. Das neue Logo ist von schlichter Vornehmheit, seine Buchstaben erinnern an das Bauhaus und dessen legendäre Ästhetik. Und damit wir das neue Logo in den kommenden Wochen nicht vergessen, ist dem Menue-Paket ein Adventskalender beigegeben, der das neue Logo auf seiner Front trägt.

So geht er dann zu Ende, der Tag der Dienstbesprechung. Ich bin beeindruckt, fühle mich gut informiert und auch motiviert. Und ich staune, was herauskommen kann, wendet man neue Technikformate kreativ, liebevoll und mutig an.

Prof. Dr. Wilhelm Tolksdorf

 

 

 

 

 

 

 

 

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2021