Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Interdisziplinäres E-Learning: Kinder nachhaltig schützen (10.06.2020, KatHO NRW)

Im Rahmen des von der EU Kommission geförderten Projekts PROCHILD entwickelt das Deutsche Institut für Sucht- und Präventionsforschung (DISuP) unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Klein in Zusammenarbeit mit europäischen Partnerinstitutionen ein modulares E-Learning zur Verbesserung des Kinderschutzes auf europäischer Ebene. Ursprünglich als Fortbildung konzipiert, werden die Ergebnisse der Projektarbeit nun aufgrund der COVID19-Pandemie in einem innovativen Onlinetraining aufbereitet, das ab dem 01. September 2020 zur Verfügung stehen wird.

Forschungsergebnisse des Projekts PROCHILD verdeutlichen, wie der Kinderschutz vor allem durch die Zusammenwirkung der Versorgungsbereiche gelingt, jedoch Unsicherheiten bezüglich der Identifikations- und Interventionsmöglichkeiten das Vorgehen in Verdachtsfällen oft behindert. Aufgrund der Brisanz des Themas sorgen sich viele Fachkräfte, falsche Entscheidungen zu treffen und so Kinder nicht ausreichend schützen zu können.

Zugang zum E-Learning erhalten alle Fachkräfte, die in ihrem Berufsalltag mit Kindern und/oder Eltern arbeiten. Dazu gehören die Fachrichtungen Medizin, Soziale Arbeit, Psychologie, Polizei und Justiz sowie Pädagogik. Während einige Versorgungsbereiche regelmäßig mit Verdachtsfällen von Kindesmisshandlung, -missbrauch und/oder -vernachlässigung zu tun haben (z.B. medizinische Kinderschutzgruppen in Kliniken, Mitarbeitende des Jugendamts oder von Beratungsstellen, etc.), sind diese Situationen für andere Fachkräfte wie Pädagog_innen häufig eine Ausnahmesituation.

Das neue modulare E-Learning destilliert wesentliche Ergebnisse des aktuellen europäischen Forschungstands und vermittelt auf den jeweiligen Berufsalltag zugeschnittene Kompetenzen zum Schutz von Kindern. Zudem ermöglicht es den Teilnehmenden, Strukturen, Kapazitäten und Zuständigkeit anderer Versorgungsbereiche kennenzulernen, Schnittstellen zu erkennen und somit die fachübergreifende Zusammenarbeit zu verbessern.

Das Basismodul des E-Learnings umfasst:

  • Raum zur Diskussion und einen Expertenchat
  • Vermittlung grundlegenden Wissens und Theorien zu Kindesmisshandlung und -vernachlässigung
  • Definition wichtiger Fachbegriffe
  • Informationen zu Risiko- und Schutzfaktoren
  • Vorstellung aktueller Forschungsergebnisse
  • Beantwortung konkreter Praxisfragen anhand von Fallbeispielen
  • Vorstellung etablierter Leitlinien und Protokolle zum Kinderschutz

 


Im Anschluss stehen weitere optionale Module zur Auswahl, die fachbereichsspezifische Themen abdecken. Dazu gehören zum Beispiel die Besonderheiten der forensischen Befragung und Untersuchung betroffener Kinder, Partizipationsmöglichkeiten für betroffene Kinder und ihre Familien im Kinderschutzprozess, die langfristigen psychischen/physischen Folgen von Kindesmisshandlungen und -vernachlässigungen und Therapieansätze, Präventionsstrategien in verschiedenen Kontexten, der Umgang mit elterlichen psychischen und Suchterkrankungen sowie die Identifikation betroffener Kinder im schulischen Kontext.

Die Teilnahme am E-Learning ist kostenlos. Der modulare Aufbau erlaubt es den Teilnehmenden, auch kurze Zeitfenster zu nutzen und nach Unterbrechungen dort weiterzuarbeiten, wo sie aufgehört haben. Die einzelnen Module umfassen eine Bearbeitungszeit von jeweils 30 bis 90 Minuten und werden mit einem kurzen Multiple-Choice Test abgeschlossen.

Sollten Sie und/oder Kolleg_innen Interesse haben, an dem Online-Training teilzunehmen oder weitere Informationen wünschen, können Sie sich schon jetzt gern bei Dipl. Psych. Michelle Rohde (m.rohde(at)katho-nrw.de) melden.

Es handelt sich bei diesem E-Learning nicht um eine zertifizierte Weiterbildung wie z.B. Zertifikatskurs Kinderschutzfachkraft gemäß den §§ 8a, 8b SGB VIII und § 4 KKG. Falls Sie Interesse an einem solchen Kurs haben, wenden Sie sich bitte per E-Mail an: weiterbildung(at)katho-nrw.de.

 

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2020