Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Internationale Konferenz in Kerala / Indien und Erfahrungsaustausch in Nepal (12.03.2020, Paderborn)

Am Marian Colleges Kuttikkanan in Indien.

Prof. Dr. Monika Többe-Schukalla in Indien.

Prof. Dhan Prasad Pandit, Prof. Dr. Monika Többe Schukalla und Sukrita Rai (v.l.) in Nepal.

Studierende in Nepal.

Auf Einladung des Marian Colleges Kuttikkanan in Südindien nahm Prof. Dr. Monika Többe-Schukalla im Februar 2020 an einer internationalen Konferenz zum Thema Social Work - Linking Theory with Practice teil und besuchte anschließend Projekte zu Sozialer Arbeit und Empowermentstrategien mit Frauen in der Region.

Die internationale Konferenz fand im autonomen Marian College Kuttikkanan (Verbund mit der Mahatma Gandhi Universität Kerala) vom 19. bis 21. Februar 2020 mit über 150 Teilnehmenden aus Universitäten und Nichtregierungsorganisationen statt.

Eröffnet wurde die Fachtagung vom Rektor Rev. Dr. Roy Abraham und von Rev. Dr. Hubby Mathew, Direktor der School of Social Work und zugleich Direktor der Peermade Development Society. Prof. Dr. Monika Többe-Schukalla, die bereits 2018 die Hochschule besucht hatte, hielt den Einführungsvortrag zum Thema Human Rights – Challenges for Social Work und betonte darin die Bedeutung der Menschenrechtsthematik im Diskurs für ein theoriegeleitetes professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit.

In der Konferenz wurden Beiträge in einem Themenspektrum vorgestellt und diskutiert, das spezielle Problembereiche wie Kindesmissbrauch, allgemeine Herausforderungen im Rahmen lokaler nachhaltiger Entwicklungsstrategien und Community Development bis hin zu neuen Lehrkonzepten in der Sozialen Arbeit umfasste. Es wurde dabei deutlich, dass die Frauenrechtsthematik trotz erzielter Verbesserungen noch immer eine besondere und zentrale Herausforderung in der indischen Gesellschaft darstellt.

Soziale Arbeit, so der Tenor zu Ende der Konferenz, sei verpflichtet, sich neben individuellen und gruppenbezogenen Hilfen auch politisch im Sinne gesellschaftlicher Verbesserungen zu engagieren. In der praktischen Umsetzung sollte eine Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen und der Zivilgesellschaft angestrebt werden.

Nach den Konferenztagen konnte Prof. Dr. Többe-Schukalla sich im Umland über erfolgreiche Praxisbeispiele zur Förderung von Frauen und Mädchen informieren. Bildungsangebote für diese Zielgruppen im ländlichen Raum in Verbindung mit neuen einkommensschaffenden Aktivitäten stärken insgesamt die Position der Frauen.

Das Marian College Kuttikkanan in Kerala ist bereits in die neuen Hochschulkooperationen der KatHO eingebunden. Diese war bereits Partner bei Praktika von Studierenden bei regionalen Nichtregierungsorganisationen.

Nach dem Besuch der Hochschule in Südindien nutzte Prof. Dr. Többe-Schukalla die Möglichkeit zu einem ersten persönlichen Erfahrungsaustausch mit der Tribhuvan-Universität in Kathmandu, Nepal.

Im Fachgespräch mit dem Fakultätsleiter Prof. Dr Dhan Prasad Pandit und der Leiterin des Department of Social Work Sukrita Rai wurden neben Konzepten der Lehre auch die schwierigen Arbeitsbedingungen und die mangelnde Ausstattung dieser staatlichen Universität thematisiert. Nepal zählt zu den weltweit ärmsten Staaten und leidet noch immer unter den Folgen des katastrophalen Erdbebens von 2015 und den Nachwirkungen des Bürgerkrieges. Hieraus ergeben sich besondere Herausforderungen für die Soziale Arbeit.

In einer Versammlung mit zahlreichen Studierenden und Lehrenden der Sozialen Arbeit bot sich die Gelegenheit des Gesprächs über die Wahrnehmung und Einschätzung sozialer Problemlagen in Nepal und Deutschland. Für Nepal wurden die Genderfrage und die Armutsbekämpfung als zentral benannt. Das Department für Soziale Arbeit verfügt über einen eigenen Schwerpunkt Women and Empowerment.

Bei den vertiefenden Gesprächen zeigte sich die Fakultätsleitung der Tribhuvan-Universität an einer Hochschulkooperation mit der KatHO sehr interessiert.

Neben dem offiziellen Programm führte Prof. Dr. Többe-Schukalla auch informelle Gespräche mit erfahrenen Kräften der Sozialarbeit und von Nichtregierungsorganisationen wie COCAP (Collective Campaign for Peace).Diese weltweit vernetzte NRO arbeitet zu genderbezogener Gewalt, Kastendiskriminierung und Governancefragen sowie politisch-gesellschaftlichen Entwicklungen in Nepal.

Der internationale wissenschaftliche Erfahrungsaustausch ist im Rahmen weltweiter Verflechtungen, zunehmender Globalisierung, stärkerer Internationalisierung in der Lehre und auch bei Praktika eine Antwort auf die neuen Anforderungen an das Fach Soziale Arbeit und zudem elementarer Bestandteil für die internationale Vernetzung der KatHO.

Vertreterinnen und Vertreter der besuchten Hochschulen in Indien und Nepal werden bei der jährlich an der KatHO in Paderborn stattfindenden Internationalen Woche am 2. - 5. Juni 2020 erwartet.

Für weitere Informationen: Prof. Dr. Monika Többe-Schukalla

 

 

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