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Auf dem Prüfstand (, Paderborn)

v.l.n.r.: Dekan Prof. Dr. Kai G. Sander, Prof. Dr. Werner Wertgen, Michaele Labudda, Prof. Dr. Feeser-Lichterfeld, Annett Gierke-Ungermann, Prof´in Dr. Bergit Peters

Jährliche Klausurtagung des Fachbereichs Theologie zu aktuellen Themen im Fernstudium Bachelor Religionspädagogik (04./5.02.2020)

Mittlerweile fast schon eine bewährte Tradition für den Fachbereich Theologie: Zum zweiten Mal trafen sich am Ende des Wintersemesters alle Lehrenden aus dem Präsenz – und Fernstudium Religionspädagogik zu einer Klausurtagung, um sich miteinander zu Fragen und Themen des Fernstudiums auszutauschen. Nachdem der Dekan, Prof. Dr. Kai G. Sander, zu aktuellen Entwicklungen im Fachbereich Theologie informiert hatte, beschäftigten sich die Lehrenden unter der Leitung des Prodekans, Prof. Dr. Werner Wertgen, zunächst mit den Erfolgen, Schwierigkeiten und Perspektiven der Weiterentwicklung des Fernstudiums, sie stellten sich sodann der anspruchsvollen Thematik einer Didaktik, die auf das Fernstudium zugeschnitten ist, und tauschten sich zu neuen Formaten der Lehre im Internet aus. Auch in diesem Jahr war das Gespräch sehr kollegial, engagiert und vielschichtig. Grundlage des Austausches waren die konkreten Erfahrungen, die die Lehrenden im Alltag des Fernstudiums machen, Grundlage waren aber auch Rückmeldungen aus dem Kreis der mittlerweile 44 in das Fernstudium eingeschriebenen Studierenden.

Als herausfordernd wird weiterhin die digitale Technik empfunden: Nicht jeder Ort in Deutschland hat einen Zugang zu einem schnellen Netz. Für einige Studierende gestaltet sich der Umgang mit dem Medium Internet als schwierig. Digitale Funktionen wollen erkannt, Möglichkeiten, die eine Plattform bietet, gut genutzt sein. Hier braucht es sicher noch für den einen und den anderen eine Zeit der Geduld und der Einübung. Und ein gehöriges Maß an Beratung und kompetenter Begleitung durch die Hochschule: Die Erfahrungen aus nunmehr drei Semestern zeigen, dass Studierende einen engen Kontakt zu den Lehrenden suchen, aber auch die Verbindung der Studierenden mit den Einrichtungen des Fachbereichs, etwa mit dem Dekanat und dem Prüfungsamt, beständig sichergestellt sein muss. Zur Sprache kam auch die Frage nach den Studiengewohnheiten und –rhythmen der Studierenden: Sind Examina im Semesterrhythmus anzusetzen – oder soll individuell nach Wunschterminen geprüft werden? Hier gilt es, die Studienordnung zu befragen, aber auch individuelle Studienwege genau zu beachten. Eine Evaluation des Studienganges, so Prof. Dr. Ulrich Feeser-Lichterfeld, wird bereits in nächster Zeit Klarheiten erbringen.

Bei der Frage nach der Didaktik stimmten Prof.in Dr. Bergit Peters und Frau Dr. Anett Giercke-Ungermann, Wissenschaftliche Referentin im Fernstudiengang, darin überein, dass eine eigene, der Studiensituation im Fernstudium angemessene Didaktik notwendig sei: Besondere Merkmale einer solchen Didaktik sind die Vermittlung von Erfolgserlebnissen nach gesetzten Studienschritten, notwendig sei aber auch eine bewusste Kleinschrittigkeit in der Vermittlung von Lehrgehalten, die es den Studierenden ermögliche, sich den Lehrstoff dem eigenen Lerntempo entsprechend und auf gute Weise anzueignen. Frau Dr. Giercke –Ungermann entwickelt dazu derzeit die technischen Voraussetzungen, die den Lernerfolg nachhaltig sichern helfen sollen: Ab dem Wintersemester 2020/21 wird es für das Fernstudium auf ILIAS eine neue Kursoberfläche geben. Die Erneuerung der Kursoberfläche erfolgt zu einem wichtigen Zeitpunkt denn mit dem kommenden Wintersemester 2020/2021 beginnt der Studiengang „Angewandte Theologie“, der dann den bisherigen Studiengang „Religionspädagogik“ im Präsenz- und im Fernstudium ablösen wird. Mit dem neuen Namen für den Bachelorstudiengang ist auch eine Neuausrichtung der Studien beabsichtigt – eine „Angewandte Theologie“ fordert eine intensive Fokussierung der Lehrinhalte auf die Korrelation von Theorie und Praxis. Was dies bedeutet, zeigte auch die engagierte Debatte um das Einführungsmodul, mit dem die Studienanfänger im Fernstudium auf das Studium und den Fokus einer „Angewandten Theologie“ vorbereitet werden sollen. Nicht nur hier wird es künftig darum gehen, im Sinne des Theorie-Praxis-Transfers Lehrveranstaltungen aufeinander abzustimmen. Auch in diesem Punkt inspiriert also das Fernstudium die Lehre in der Präsenz. Das Dozierendenkollegium ist entschlossen und motiviert, so zeigte sich im Verlauf der Klausurtagung, den mit dem Fernstudium begonnenen Weg weiter zu gehen. Der Dekan, Prof. Dr. Sander, wie auch der Prodekan des Fachbereichs, Prof. Dr. Werner Wertgen, dankten den Lehrenden für ihre Bereitschaft, hier an allen offensichtlichen Mühen und Herausforderungen mitzutragen.

 

Paderborn, den 5. Februar 2020 – Prof. Dr. Wilhelm Tolksdorf

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2021