Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Internationale Konferenz der katholischen Universitäten in Rom (25.11.2019, KatHO NRW)

Papst Franziskus mit den Teilnehmer_innen der IFCU-Konferenz (Foto: Servizio Fotografico Vaticano).

Die FIUC-Präsidentin Isabel Capelao Gil bei ihrer Anspache an den Heiligen Vater.

Neue Grenzen, die Zukunft von Gesundheit und ihre Auswirkungen auf die universitären Einrichtungen, so lässt sich das komplexe Themenfeld beschreiben, das am 4. und 5.11.2019 im Rahmen einer Konferenz der Internationalen Föderation der katholischen Hochschulen (IFCU) vorgestellt und diskutiert wurde.

Mit den Möglichkeiten der Technologieentwicklung, des Machine Learning, der Bioinformatik sowie der Stammzellforschung verschwimmen auf der einen Seite die Grenzen zwischen Mensch und Maschine. Neue Möglichkeiten werden damit eröffnet, aber auch Risiken und neue Abhängigkeiten befördert, auf die es Fragen und Antworten geben muss, die jenseits der technischen Dimensionen liegen. Diese Perspektive wird in den technologisch hoch entwickelten und überwiegend industrialisierten Regionen der Welt als aktuelle Entwicklung fokussiert. Auf der anderen Seite stehen Gesundheitssysteme, in denen mehr als 40 Prozent der Kinder entwicklungsverzögert und mangelernährt in das Leben starten. Fragen des Zugangs zu Trinkwasser und Gesundheitsaufklärung mit einfachen Mitteln, wie Bildtafeln oder kurzer Theaterstücke, bilden die Grundlagen einer gesundheitsorientierten Entwicklung.

Die Mitglieder der Internationalen Föderation der katholischen Hochschulen haben für beide Perspektiven zahlreiche Beispiele und Akteure und stellen das weltweit größte Netzwerk hochschulischer Bildung mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen und Handlungsperspektiven dar. Diese Perspektiven wurden auf der Konferenz vorgestellt und diskutiert, um gemeinsam Antworten auf die Bedürfnisse der Gesellschaften auf der einen und die damit verbundenen Perspektiven der Bildung in den Hochschulen auf der anderen Seite zu finden. Dabei wurde deutlich, dass die Frage der Gerechtigkeit und des berechtigten Einsatzes von Mitteln ebenso zu hinterfragen ist, wie die nach dem sozialen Fortschritt, der durch die Entwicklungen erzielt wird und erzielt werden kann.

Eindrücklich wurde dies auch von Papst Franziskus hervorgehoben, der die Teilnehmer im Rahmen einer Privataudienz empfing und sie mit einer nachdenklichen und bewegenden Ansprache auf die Tagung einstimmte. Die Universitäten müssen heute „überlegen, welchen Beitrag sie zur integralen Gesundheit des Menschen und zu einer integrativen Ökologie leisten können und müssen“, sagte der Papst. Es gehe darum, sich zu erinnern, dass jeglicher Unterricht die Frage nach dem „Warum“ beinhaltet. Ebenso hob er hervor, dass es in der Konsequenz daraus nicht ausreichen würde, in den Universitäten Spezialisten zu qualifizieren, vielmehr müsse das Ziel der Hochschulbildung darauf ausgerichtet sein, kreative und verantwortungsbewusste Führungspersönlichkeiten zu bilden, die gemeinnützig im sozialen und bürgerlichen Leben mit einer angemessenen Vision der Person und der Welt wirken können.

Für die KatHO NRW nahmen der Prorektor, Prof. Dr. Martin Klein und der Prodekan des Fachbereichs Gesundheitswesen, Prof. Dr. Michael Isfort an der Konferenz teil. Die guten Kontakte zur Präsidentin der IFCU Isabel Capeloa Gil konnten intensiviert und mit den katholischen Universitäten in Kamerun, Mexiko und Australien neu geschlossen werden.

 

Rede von Papst Franziskus, 4.11.2019
Rede von Isabel Capeloa Gil, IFCU-Präsidentin, 4.11.2019

Redaktion:
Prof. Dr. Michael Isfort, m.isfort(at)katho-nrw.de

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2019