Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

KatHO-Forscher_innen auf 1. Kongress der deutschsprachigen Teilhabeforschung vertreten (05.11.2019, KatHO NRW)

Für die KatHO NRW in Berlin dabei: Andreas Nitsche, Prof. Dr. Christiane Rohleder, Jule Wevering, Theresia Haßler, Barbara Schroer, Antonia Timm, Prof. Dr. Sabine Schäper, Anna Rämer, Prof. Dr. Friedrich Dieckmann (v.l.n.r.)

Das Aktionsbündnis Teilhabeforschung hat zusammen mit der Humboldt Universität Berlin vom 26. bis 27. September 2019 den "1. Kongress der deutschsprachigen Teilhabeforschung" ausgerichtet. 250 Teilnehmer_innen befassten sich mit der Teilhabe von Menschen mit Behinderung. Der Kongress wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert. Die KatHO NRW war mit neun Wissenschaftler_innen aus dem Institut für Teilhabeforschung in Berlin angereist.

Die disziplinär verschieden ausgerichteten Wissenschaftler_innen traten nicht nur untereinander, sondern auch mit Selbstvertreter_innen, Leistungsträgern und Leistungsanbietern, politischen und zivilgesellschaftlichen Akteuren in einen Dialog. Neben Posterbeiträgen zu laufenden Forschungsprojekten befassten sich auch die Keynote-Vorträge mit aktuellen Herausforderungen wie partizipativen Forschungsmethoden, der Internationalisierung der Forschung in Deutschland und der Profilierung des interdisziplinären Forschungsfeldes. Erste Ergebnisse des umfangreichen, vom BMAS finanzierten Teilhabe-Surveys in Deutschland wurden vorgestellt. In thematischen Foren und Forschungswerkstätten wurden Beiträge zu verschiedenen Teilhabebereichen (wie Wohnen, Gesundheit, Arbeit) und zu Forschungsmethoden  diskutiert.

Das Forum zur Teilhabe an und durch Bildung wurde durch Prof. Dr. Friedrich Dieckmann moderiert. Theresia Haßler präsentierte Forschungsergebnisse zur Nutzung von Online-Netzwerken durch Menschen mit geistiger Behinderung. Insbesondere in Wohneinrichtungen der Eingliederungshilfe ist die digitale Grundausstattung dürftig, die digitale Teilhabe von Bewohner_innen sehr gering.

Prof. Dr. Christiane Rohleder arbeitete in ihrem Beitrag heraus, wie Nutzer_innen von Tagesstätten für Menschen mit schweren psychischen Beeinträchtigungen ihre sozialen Teilhabechancen angesichts des drohenden Ausscheidens im Alter beurteilen.

Antonia Thimm analysierte in dem BMBF-Forschungsprojekt MUTIG anhand einer Sekundäranalyse von Daten des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, in welchen ganz konkreten Wohnsettings erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung welchen Alters wohnen. Prof. Dr. Friedrich Dieckmann stellte dar, wie häufig und von wo nach wo ältere Erwachsene mit sog. geistiger Behinderung umziehen.  An drei Fallbeispielen wurde aufgezeigt, wie wenig dieser Personenkreis und ihre Angehörigen an Umzugsentscheidungen in Pflegeheime beteiligt sind. Und aus welchen Gründen solche Umzüge erfolgen.

Ergebnisse des BMBF-Verbundprojektes PiCarDi (Leitung Prof. Dr. Sabine Schäper) wurden gemeinsam von Barbara Schroer (KatHO NRW Münster) und Kristin Werschnitzke (HU Berlin) vorgestellt. Sie identifizierten aufgrund der Analyse in drei Bundesländern (Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Berlin) Herausforderungen und Anforderungen an die Begleitung von Menschen mit geistiger und schwerer Behinderung am Lebensende.

Anna Roemer (Promovierende am Institut für Teilhabeforschung), Prof. Dr. Sabine Schäper und Julia Heusner (Universität Leipzig) boten eine offene Forschungswerkstatt an zur „Einwilligung von Menschen mit geistiger Behinderung als Befähigungsprozess“. Die Teilnehmenden diskutierten an Hand der Erfahrungen aus dem PiCarDi-Projekt Wege, zur Einwilligungsentscheidung zu befähigen in partizipativen Forschungsprozessen.

Im Anschluss an die Tagung fand die Bündnisversammlung des Aktionsbündnisses Teilhabeforschung statt. Prof. Dr. Friedrich Dieckmann wurde als neues Mitglied in die Koordinationsgruppe gewählt. In diesem Leitungsgremium sind neben wissenschaftlichen Gesellschaften und Forschungseinrichtungen, der deutsche Behindertenrat sowie die Wohlfahrtsverbände vertreten.

 

Redaktion und Kontakt:

Prof. Dr. Friedrich Dieckmann (E-Mail: f.dieckmann(at)katho-nrw.de)

Jule Wevering (E-Mail: j.wevering@katho-nrw.de)

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