Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Altenhilfe und Pflege in der Migrationsgesellschaft (10.10.2019, KatHO NRW)

Forschende des Instituts für Teilhabeforschung aus Paderborn bei der Konferenz der European Sociological Association (ESA) in Manchester.

Vom 20. bis 23. August 2019 fand an der Manchester University sowie der Manchester Metropolitan University die 14. Konferenz der European Sociological Association (ESA) statt. Unter dem Titel „Europe and Beyond: Boundaries, Barriers and Belonging“ diskutierten rund 3000 Wissenschaftler_innen über die neuesten Erkenntnisse und Entwicklungen der Soziologie. Das Institut für Teilhabeforschung war mit seinem Paderborner Themenschwerpunkt „Migrant_innen im Alter“ durch Prof. Dr. Marc Breuer, Christoph Frohn (M.A.) und Jannah Herrlein (M.A.) vertreten.
In ihrem Vortrag „Intergenerational Care Conflicts among Turkish Immigrants in Germany“ präsentierten Marc Breuer und Christoph Frohn Forschungsergebnisse zu pflegebezogenen Leitbildern bei Menschen mit türkischer Herkunft in Deutschland. In aktuellen Diskursen wird türkischen Familien häufig pauschal eine traditionelle Sichtweise auf Pflege zugeschrieben. Die Projektergebnisse zeigen dagegen, dass innerhalb von migrantischen Familien – wie auch in der Mehrheitsbevölkerung – vielfältige Erwartungen an Pflege und unterschiedliche Normen aufeinandertreffen. Familie und intergenerationale Beziehungen werden dadurch zu Orten der Aushandlung über vielfältige Normen und Traditionen, die von den Befragten sowohl dem Herkunfts- wie dem Einwanderungsland zugerechnet werden.
Darüber hinaus wurden erste Ergebnisse des bis September 2020 laufenden Forschungsprojektes ReMigAS NRW vorgestellt: „Ethnic Churches as Partners of Welfare Organisations to Improve Elderly Care for Immigrants”. Marc Breuer und Jannah Herrlein arbeiteten unterschiedliche Sichtweisen heraus, die zu den Themen der Altenhilfe in religiösen Migrantengemeinden vertreten werden. Kooperationen mit Kommunen und Wohlfahrtsverbänden erweisen sich als vielversprechend, um den Bedarfen älterer Menschen mit Migrationshintergrund und ihren Angehörigen gerecht zu werden. Dafür ergeben sich in den untersuchten Gemeinden unterschiedliche Ansatzpunkte, die im weiteren Projektverlauf zu typisieren sind.
Die ESA-Konferenz 2019 umfasste Vorträge in über 700 Sessions von Wissenschaftlern weit über die Grenzen Europas hinaus. Aus der Tagung ergaben sich zahlreich Impulse für die Forschung im Themenschwerpunkt „Migration und Alter“ des Instituts für Teilhabeforschung.

Text und Fotos:
Christoph Frohn, Marc Breuer und Jannah Herrlein

Das Projekt „Religiöse Migrantengemeinden als Kooperationspartner von Altenhilfe und Seniorenarbeit in Nordrhein-Westfalen (ReMigAS NRW)“ wird gefördert vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen und unterstützt durch die Katholische Hochschule NRW.

 

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2019