Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Semesterstart im Fachbereich Theologie (02.10.2019, Paderborn)

1. Semester Fernstudium Religionspädagogik B.A.

Unterwegs auf den Fluren der KatHO Paderborn – kurz vor Vorlesungsbeginn

Juli, August in Paderborn. Hitze. Ab und an ein Gewitter. In der Schwüle heftiger Regen. Sommerzeit. Ferienzeit. Stille auf den Gängen, in den Hörsälen der KatHO. Nur wenige Büros sind besetzt. Und draußen, direkt vor der Haustür - durchdringender Baulärm, Lastwagen und Arbeiter, die rings um das Gebäude die angrenzenden Parkplätze, die Wiese und den Garten neu herrichten. Sommerstimmung an der KatHO. Vorlesungsfreie Zeit für den Fachbereich Theologie. Spätestens am 23. September ist es dann aber vorbei mit der Ruhe in Büros und Hörsälen. Das Wintersemester nimmt seinen ersten Anlauf. Kofferrollen, Türenschlagen, Gelächter, Stimmenklang und Gesprächsfetzen auf den Fluren. 25 Studierende treffen ein, sie alle sind Neustarter im Fernstudium Religionspädagogik an der KatHO. Sie alle werden einander noch kennenlernen – und kennenlernen werden sie auch die 18 Studierenden, die im vergangenen Jahr im Fernstudium gestartet sind.  In Vorlesungen, Gesprächen, auf Spaziergängen und in gemeinsamen Klönrunden wird Vieles zum Thema: Die Inhalte der Lehrveranstaltungen, aber auch Schwierigkeiten mit der Technik daheim und in der Hochschule. Gesprächsthema sind ganz gewiss auch die Erfahrungen mit den Dozierenden. Es gibt eine Menge Redestoff. Es gibt viel Redebedarf.

Dazu ist sie ja auch da, die Präsenzwoche, die regelmäßig stattfindet und in der die Studierenden im Fernstudium die Gelegenheit haben, direkt, von Angesicht zu Angesicht, mit Lehrenden und Verantwortlichen der Hochschule ins Gespräch zu kommen. Herausforderung für alle bleibt es, das Studium mit Beruf und Familie unter ein Dach zu bekommen. Keine Frage: Das Studium, das online vor sich geht, es zwingt zu einer guten Weise der Selbstorganisation. Dafür kommen die Lehrveranstaltungen aber auch direkt in die eigenen vier Wände. Und Studieren ist zu Zeiten möglich, während derer die halbe Welt bereits schläft. Ganz erstaunlich: Wie schnell Freundschaften entstehen, wie spontan ein Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Studiengruppe wahrnehmbar wird. Das wird auch in der Messfeier deutlich, zu der sich die Studierenden am letzten Abend der Präsenzwoche in der Kapelle des Erzbischöflichen Priesterseminars zusammenfinden. Der Gottesdienst erzählt von den Hoffnungen, aber auch von den Sorgen der Studierenden. Und ist in jeder Phase von einer frohen Stimmung geprägt. Alle, die da sind, wissen, worum es in den kommenden Semestern geht. Und sind bereit, die Dinge mutig anzugehen.

Die Dinge mutig angehen müssen in diesen letzten Septemberwochen auch diejenigen, die noch einen Prüfungstermin vor sich haben. Die Prüfungszeit vor dem Vorlesungsbeginn im Wintersemester ist beliebt - viele Studierende aus dem Präsenzstudiengang holen nach, was in ihrem Studientableau bislang noch fehlt. So werden viele Klausuren geschrieben, werden Prüfungen abgelegt und erste Absprachen für Bachelorarbeiten getroffen. Die Lehrenden des Fachbereichs Theologie versammeln sich zur ersten Konferenz – und treffen untereinander Absprachen für Studienprojekte und Kooperationen. Ein ebenso emsiges wie stressiges Treiben. Keine Frage.

Am 01. Oktober ist er dann da: Der Tag der Immatrikulationsfeier. Die Neuen sind da. 33 Studierende im Studiengang BA RelPäd werden in diesem Studienjahr in unserem Fachbereich mit ihren Studien beginnen. Eine fast stattlich zu nennende Zahl von Erstsemestern im Präsenzstudiengang. Im festlichen Gottesdienst wird der Studierendenseelsorger, Dompastor Dr. Nils Petrat, die Neuanfänger daran erinnern, dass es beim Christsein auf die Tat ankommt. Und er wird dazu auf die Werke der Barmherzigkeit verweisen – Menschsein kann schon durch kleine Gesten im Alltag von Familie, Freunden und Hochschule Würde und Größe zeigen. Es folgt ein Festakt, gut vorbereitet von den Kolleginnen und Kollegen des Fachbereichs Sozialwesen. Unser Dekan, Prof. Dr. Kai G. Sander, wird in seinem Festvortrag auf prägnante Weise das Zeitalter der Digitalisierung porträtieren. Alles ist im Fluss – Lehre, Lernen und Gesellschaft. In den anschließenden Grußworten von Dompropst, Bürgermeister und Ratsvertretern wird zwar noch einmal die geordnete Welt von Hochschule, Erzbistum, Stadt und einer Politik beschworen, in der für alles und alle gesorgt ist – jeder der Redner weiß aber, dass diese Sorge nur sehr bedingt gelingen kann, jeder der Redner weiß, dass unsere Studierenden ihre eigenen Wege werden finden müssen. Der Festakt klingt aus – es wird allmählich still im Gebäude der Hochschule, die nun – ab der kommenden Woche – dem (so nennt man ihn) „Regelbetrieb“ an Lehrveranstaltungen und Seminaren entgegensieht. Erst kurz vor Weihnachten wird es dann wieder still sein. Dann sind Ferien.

Prof. Dr. Wilhelm Tolksdorf

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2019