Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

„... normal halt!“ (21.09.2019, Paderborn)

v.l.: Prof. Dr. Wienhardt, Prof. Dr. Feeser-Lichterfeld, Prof. Dr. Tolksdorf, Prof'in Dr. Wuckelt, Prof. Dr. Hochstaffl, Prof. Dr. Belok, Prof'in Dr. Karl

KatHO-Professor_innen des Fachbereichs Theologie auf dem Internationalen Kongress der Arbeitsgemeinschaft für Pastoraltheologie e. V. in Schmerlenbach bei Aschaffenburg (09.09.-11.09.2019) 

Der Kongress der Arbeitsgemeinschaft Pastoraltheologie e. V. hat seit langem eine ganz besonderen Rang in der katholisch-theologischen Landschaft Mitteleuropas: Regelmäßig im Spätsommer trifft sich die Community der Pastoraltheolog_innen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, aber auch aus Ländern Osteuropas zu einer mehrtägigen Konferenz, um aktuellen Fragen aus Theologie, Seelsorge und Gesellschaft profund auf den Grund zu gehen. Delegierte und Vertreter aus Diözesen, kirchlichen Gremien und Verbänden sind ebenfalls gern gesehene Gäste auf der internationalen Tagung.

In diesem Jahr beschäftigte sich der Kongress in Schmerlenbach bei Aschaffenburg mit der Frage nach den Bedingungen und den Möglichkeiten einer christlichen Praxis, die in Zukunft vielleicht „ganz unreligiös“ (Dietrich Bonhoeffer) sein wird und deren Kenntnis kirchlich verfassten Christ_innen helfen kann, säkulare Existenzweisen als eine pastorale Chance zu begreifen.

Auf dem Kongress war denn auch die fachliche Expertise von Dozierenden des Fachbereichs Theologie unserer Hochschule gefragt: Prof. Dr. Ulrich Feeser-Lichterfeld, Prof. Dr. Wilhelm Tolksdorf, Prof. Dr. Thomas Wienhardt sowie Prof‘in Dr. Katharina Karl nahmen an Workshops und Fachgesprächen teil. 

Dass der diesjährige Kongress dabei auch zum Treffpunkt der Generationen von Lehrenden des Fachbereichs wurde, ist, zeigt das Foto: Es zeigt Prof. Dr. Josef  Hochstaffl, von 1974 bis 1999 im Fach Pastoraltheologie an der KatHO tätig, Frau Prof'in Dr. Agnes Wuckelt, als stellvertretende Bundesvorsitzende der kfd Teilnehmerin an der Tagung und von 1986 bis 2015 verantwortlich im Fachbereich Theologie für das Fach Religionspädagogik, Prof. Dr. Manfred Belok (Chur), von 1999 bis 2004 Dozent für Pastoraltheologie, bei ihrer Begegnung am Rande der Vorträge, Workshops und Gespräche. Mit auf dem Foto:

Frau Prof'in Dr. Katharina Karl (Benediktbeuren/Münster), derzeit Lehrbeauftragte für Jugendpastoral im Fernstudium sowie die drei aktuell im Fachbereich Theologie auf dem Feld der Praktischen Theologie Lehrenden, Prof. Dr. Ulrich Feeser-Lichterfeld, Prof. Dr. Wilhelm Tolksdorf und  7 – im Fernstudiengang praktisch-theologisch unterwegs – Prof. Dr. Thomas Wienhardt.

Die Begegnung der Generationen von Lehrenden unserer Hochschule auf der Tagung lebte allerdings nicht nur aus der Erinnerung: Das Tagungsthema fokussierte die kollegialen Gespräche immer wieder darauf, wie eine Praktische Theologie im Heute von Kirche und Gesellschaft zu konzipieren und zu vermitteln sei.

Der Kongress machte einmal mehr inhaltlich stark, dass es in der gegenwärtigen Gesellschaft Mitteleuropas viele Orte und Gelegenheiten gebe, Glaube und Nachfolge zu erproben und zu leben. Prof. Hans-Joachim Sander (Salzburg) brachte dazu eine neue und notwendige Hermeneutik und Topologie des „Innen“ und „Außen“ ins Gespräch. Prof. Dr. Eberhard Tiefensee (Erfurt) forderte die Kongressteilnehmer auf, nach Wegen einer „dritten Ökumene“ mit jenen Zeitgenossen zu suchen, die areligiös sind. Keinem Bekenntnis, keiner religiösen Bindung verpflichtet zu sein, sei für viele Zeitgenossen mittlerweile „halt normal.“ Eine Gesellschaft, die solcherart Transformationsprozesse durchläuft, macht neue kirchliche Arbeits- und Tätigkeitsfelder – und damit auch eine neue Weise von Theologie, die sich den Herausforderungen der Praxis stellt, notwendig.

Dass dies keine leichte Aufgabe ist, gleichwohl aber nach handhabbaren praktischen und theologischen Antworten verlangt, darüber waren sich nicht nur die Kongressteilnehmer_innen aus dem Fachbereich Theologie der KatHO NRW einig.

 

Prof. Dr. Wilhelm Tolksdorf

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2019