Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

„Kreativ und nachhaltig im Denken und Handeln“ – Abteilung Münster verabschiedet Professorin Dr. Brigitte Hasenjürgen (16.07.2019, Münster)

In feierlichem Rahmen wurde am 11.07.2019 Brigitte Hasenjürgen, Professorin für Soziologie, nach über 21 Jahren an der Abteilung Münster, feierlich in den (Un-)ruhestand verabschiedet. Mehr als 80 Gäste folgten der Einladung zur offiziellen Verabschiedungsfeier in den Hörsaal an der Piusallee.

Rektor Hans Hobelsberger würdigte den Werdegang von Hasenjürgen, die sich später selbst als „Bildungsaufsteigerin“ bezeichnete. Von Herten im Ruhrgebiet aus, zog es Brigitte Hasenjürgen zunächst zum Studium der Sozial- und Erziehungswissenschaften sowie der Katholischen Theologie nach Münster. Von dort aus ging es zum Referendariat – entsprechend dem damaligen Berufsziel Lehrerin – nach Bremen. Über weitere Stationen in Berlin und Dortmund, u.a. als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Promotionsstipendiatin, hat sich Brigitte Hasenjürgen schließlich in Münster mit einer Dissertation über die „Reproduktion sozialer Macht im wissenschaftlichen Feld“ promoviert.

Hans Hobelsberger würdigte Brigitte Hasenjürgen als „wahrhaft Intellektuelle im Sinne Pierre Bordieus“. Für das Dekanat betonte Prodekanin Marion Menke insbesondere auch die Rollenvielfalt, welche die Professorin für Soziologie an der KatHO NRW verkörperte – u.a. als Lehrende, als Forschende und als Querdenkerin: „Augenzwinkernd und dennoch ernsthaft, kreativ und nachhaltig im Denken und Handeln“. Menke hob hier, neben zahlreichen anderen Aktivitäten, vor allem auch die Erfolgsgeschichte des Studieneingangsprojektes (StEP) hervor, welches von Hasenjürgen vor über einem Jahrzehnt ins Leben gerufen wurde.

Aus dem Kollegium erinnerten Rita Paß und Christiane Rohleder an den durchaus auch unbequemen und kritischen Geist Hasenjürgens, der auch zu Konflikten und zu der einen oder anderen turbulenten Dienstbesprechung führte. Danksagungen gab es auch von den Mitarbeiterinnen der Bibliothek und Professorin Angelika Schmidt-Koddenberg aus der Abteilung Köln für die jahrelange und wegweisende Zusammenarbeit in mehreren Forschungsschwerpunkten zum Thema Gender in der Sozialen Arbeit - aus welchem schließlich auch der heutige Schwerpunkt „Bildung und Diversity“ hervorging.

Mit Ruth Mörschel, ehemalige Studentin und wissenschaftliche Mitarbeiterin, folgte dann der erste musikalische Beitrag in Form einer leidenschaftlich vorgetragenen Interpretation des gesellschaftskritischen John Lennon-Klassikers „Imagine“.

Unter den Anwesenden der Abschiedsfeier fanden sich auch auffällig viele aktuelle wie ehemalige Studierende. Stellvertretend für sie bedankte sich Roudy Ali, Studentin der Sozialen Arbeit im 4. Semester, mit einem auf Kurdisch und a capella gesungenem Lied. Dass Ali, als Geflüchtete des syrischen Bürgerkrieges nach Deutschland gekommen, überhaupt studieren kann, hat ganz maßgeblich mit einem weiteren politischen Interesse Hasenjürgens zu tun: Dem Engagement für Geflüchtete und deren Integration - gegen Rassismus und Xenophobie. So konnten in den letzten Jahren stets mehrere junge Menschen mit Fluchthintergrund ihr Studium an der KatHO aufnehmen.

Zum Ende des offiziellen Teils der Verabschiedung ergriff Hasenjürgen noch einmal selbst das Mikrofon. Sie erinnerte daran, dass sie sich 1998 bei ihrem Einstieg an der Abteilung Münster noch einer Mehrzahl „alter, grauer Männer“ gegenübersah – und wie dann das Kollegium im Laufe der Jahre immer „weiblicher, jünger, ökumenischer“ wurde. Durchaus kritisch blickte sie auf Fragen zurück, welche die Auseinandersetzung mit den großen Skandalen innerhalb der katholischen Kirche, insbesondere zu den zahlreichen aufgedeckten Fällen von Kindesmissbrauch, betrafen. Versöhnlich verwies Brigitte Hasenjürgen dann aber auch auf einige Punkte, an die sie sich besonders gerne erinnert – u.a. die „formidablen Experimentiermöglichkeiten in Lehre und Forschung“, ihren „15-Minuten-gute-Laune-Arbeitsweg“ mit dem Fahrrad und vor allem, zu sehen, wenn „bei Studierenden der Groschen fällt.“

Nach dem offiziellen Teil der Feier folgte noch ein gemütliches Beisammensein bei vegetarischen Wraps und Getränken.

Text: Johannes Nathschläger
Fotos: Tina Rogozinski

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