Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

„Ein Abschied, der schwer fällt“ – Professor Hans-Rüdiger Schwab und Antonius Gehling an der Abteilung Münster feierlich verabschiedet (16.07.2019, Münster)

Prof. Dr. Hans-Rüdiger Schwab, Prof. Dr. Christopher Beermann

Antonius Gehling, Prof. Dr. Christopher Beermann

Antonius Gehling, Prof. Dr. Hans Hobelsberger

Collegium Harmonists

Antonius Gehling und Prof. Dr. Hans-Rüdiger Schwab

Am Freitag, dem 12. Juli wurden, nach jahrzehntelanger Tätigkeit, mit Hans-Rüdiger Schwab, Professor für Kulturpädagogik, und Antonius Gehling, Lehrbeauftragter für Kulturpädagogik (u.a.) zwei wahre „Urgesteine“ der Abteilung Münster feierlich in den Ruhestand verabschiedet.

In seiner Rede würdigte Dekan Christopher Beermann insbesondere die große Begeisterungsfähigkeit von Schwab. Mit Rückgriff auf Hölderlin, Heine und Goethe zeichnete Beermann in malerisch-nostalgischer Manier den Weg Hans-Rüdiger Schwabs von Baden ins Münsterland nach. Sein Fazit: „Du hast Münster und Heidelberg in deiner Person zur Synthese gebracht.“

Im Anschluss daran verlas Beermann einen Brief von Andrea Tafferner, Professorin für das Lehrgebiet Theologie und Philosophie, die leider an diesem Tag nicht persönlich Abschied nehmen konnte. Sie würdigte die Leistung von Antonius Gehling, der sage und schreibe 34 Jahre lang an der Abteilung Münster die Lehre in verschiedenen Bereichen gewissenhaft, kontinuierlich und mit hoher Qualität verstärkt hatte.

Rektor Hans Hobelsberger ließ nochmal den Lebens- und Berufsweg des in Karlsruhe geborenen Hans-Rüdiger Schwabs Revue passieren, der ihn schließlich, zum Sommersemester 1996, auf eine Professur für Kulturpädagogik an die Abteilung Münster brachte. Als Motto, welches versinnbildlichen soll, um was es Schwab in seiner Arbeit mit den Studentinnen und Studenten immer ging, brachte Hobelsberger ein Zitat von Leszek Kolakowski:

„Die kulturelle Funktion der Philosophie besteht nicht darin, die Wahrheit zu verkünden, sondern den ‚Geist der Wahrheit’ herauszuarbeiten. Und das heißt: niemals die Wissbegierde des Verstandes einschlafen zu lassen. Niemals aufzuhören, das zu hinterfragen, was selbstverständlich und endgültig erscheint…“

Die Würdigungen und Danksagungen des Dekanats und Rektorats wurden eingerahmt durch musikalische Beiträge der Collegium Harmonists, dem Chor der Dozierenden und Mitarbeitenden der Abteilung Münster, u.a. dem Hobellied von Conradin Kreutzer, passend umgetextet von Thomas Hülshoff und dirigiert von Christiane Rohleder.

Auch die Mitarbeiterinnen der Bibliothek ließen es sich nicht nehmen, sich mit einem kleinen Präsent und Worten der Dankbarkeit von Schwab und Gehling zu verabschieden: „Durch Sie ist die Weltliteratur und Belletristik heimisch geworden in unserer Bibliothek.“

In seiner Abschiedsrede bedankte sich Hans-Rüdiger Schwab schließlich zunächst bei allen Beteiligten der Feierlichkeit – und gewährte Einblick in seinen aktuellen Gefühlszustand, der sich irgendwo zwischen Wehmut und dem Gefühl „Endlich frei!“ bewege. Im Rückblick auf seine eigene Lehrtätigkeit äußerte Schwab die Hoffnung, dass es ihm gelungen sei, Studentinnen und Studenten diskursfähig zu machen – durch fortgesetztes „lesen, fragen, suchen diskutieren – kurz: ‚Lernen lernen‘“. Antonius Gehling wurde in seiner Dankesrede in besonderer Weise hervorgehoben – nicht zuletzt auch für den Übergang nach Schwabs Berufung im Jahr 1996, bis zu welcher Gehling selbst als Lehrbeauftragter für das vakante Lehrgebiet die Verantwortung trug. Aber auch in Richtung Verwaltung, Bibliothek und den Studentinnen und Studenten richtete Hans-Rüdiger Schwab Worte der Wertschätzung und Dankbarkeit.

Zum Abschluss des offiziellen Teils der Verabschiedung trat schließlich der KatHO Chor der Studierendenschaft auf und verabschiedete die beiden „Urgesteine“ in gewohnt gefühlvoller und harmonischer Weise.

Im Anschluss hatten die anwesenden Gäste bei einem Glas Sekt oder Orangensaft noch die Möglichkeit, sich in ungezwungener Runde von Hans-Rüdiger Schwab und Antonius Gehling zu verabschieden. Ein Abschied der, wie Dekan Christopher Beermann in seiner Rede betonte, „schwer fällt“.

Text: Johannes Nathschläger
Fotos: Tina Rogozinski und Johannes Nathschläger

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