Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Praxis- und Forschungstag 2019 an der KatHO Münster (02.07.2019, Münster)

Prof. Dr. Sabine Ader begrüßt die anwesenden Gäste.

Prof. Dr. Bernward Winter hält den Eingangsvortrag "Rolle und Identität - Sozialpsychologische Anmerkungen“.

Die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit auch über die Inhalte der anderen Workshops informiert zu werden.

Trotz warmer Temperaturen fand auch vor der KatHO ein reger Austausch statt.

Prodekanin Prof. Dr. Marion Menke und das Praxisteam bedanken sich bei Prof. Dr. Bernward Winter für den Eingangsvortrag.

Der jährliche Praxis- und Forschungstag an der Katholischen Hochschule NRW, Abteilung Münster (KatHO) ist immer wieder ein wichtiger Ort der Begegnung und des Dialogs zwischen Hochschule und regionalen Praxisvertreter_innen. 120 Vertreter_innen aus Hochschule und Praxis sowie auch Studierende folgten der Einladung der Hochschule; verantwortet und geplant wird der Tag vom Praxisteam der Abteilung (Prof. Dr. Sabine Ader, Prof. Dr. Sabine Schäper, Tim Midendorf, Tina Rogozinski). Ähnlich wie in den letzten Jahren wurden am 26. Juni 2019 zwei inhaltliche Schwerpunkte gesetzt: am Vormittag stand ein aktuelles Thema im Vordergrund, welches Hochschule und Praxis gleichermaßen beschäftigt und das aus den unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet wurde. Im zweiten Teil der Veranstaltung gab es für die Praxis – thematisch offener – Gelegenheit zu Einblicken in aktuelle Themen, Fachdiskurse und Forschungsprojekte der Hochschule.

Der Tag stand unter dem Titel „Das Drehbuch kennen – improvisieren können: Rollenvielfalt als fachliche Anforderung.“ Fachkräfte sozialer Berufe arbeiten in sich stetig wandelnden gesellschaftlichen Verhältnissen und die Anforderungen an professionelles Handeln werden immer vielfältiger. Die bewusste Wahrnehmung und Gestaltung der eigenen Rollenvielfalt erfordert ein hohes Maß an Fachlichkeit: es braucht Fachkräfte, die Beziehungen gestalten können, politisch denken, Sozialräume entwickeln, Adres¬sat_innen in ihrem Eigensinn stärken … und dies sind nur einige der Rollen, die (zukünftige) Fachkräfte sich aneignen und flexibel füllen müssen. Jonglieren zu können ist gefragt! Was die Lernorte Hochschule und Praxis dabei zur Vorbereitung auf die Berufstätigkeit gewährleisten und er¬möglichen sollen, war Thema des Tages.

Prof. Dr. Bernward Winter als Kollege der Abteilung Münster eröffnete den inhaltlichen Diskurs mit seinem Eingangsvortrag zum Verhältnis Rollen und Identität. Aus sozialpsychologischer Sichtweise beschrieb er, wie Rollen ausgefüllt werden (können und müssen), welche Herausforderungen damit verbunden sind und wie Fachkräfte diesen begegnen können. Es wurde deutlich, welche Spannungen dabei zuweilen zwischen der eigenen beruflichen Identität und den Rollenerwartungen der Organisation, der Gesellschaft und auch der Adressat_innen zu bewältigen sind.

Im Anschluss des Vortrages konnten die Teilnehmenden in einem von sechs Workshops unterschiedliche Rollenanteile von Fachkräften in den Blick nehmen, um die Herausforderungen in der Gestaltung aber auch die Auseinandersetzung mit dieser Rolle zu diskutieren. Schwerpunkte waren beispielsweise die Beziehungsgestaltung zwischen Sozialarbeiter_innen und Klient_innen, die Gestaltung von Lernräumen und die gleichzeitige Unterstützung zur Selbstbildung sowie die Rollen von Sozialarbeiter_innen bzw. Heilpädagog_innen als Forschende. Gestaltet wurde diese „Werkstätten“ jeweils im Tandem aus Kolleg_innen der Hochschule und aus Praxiseinrichtungen.

Während der Mittagspause gab es unter dem Motto „Forschung to go“ in der "Postersession" die Möglichkeit entlang von 14 Postern Einblicke in Forschungs-, Master- und Dissertationsprojekte der KatHO an der Abteilung Münster zu bekommen. Vorgestellt wurde dabei auch das Projekt „Herzblut“ vom StuPa und AStA der Hochschule. Verantwortlich für die Postersession war das Transfernetzwerk Soziale Innovationen – s_inn, welches die Organisation des diesjährigen Praxis- und Forschungstages unterstützte.

Nach der Mittagspause konnten die Teilnehmenden in Form eines „GalleryWalks“ die Ergebnisse von ausgewählten Workshops einsehen und ergänzen. Im abschließenden Plenum wurden die Ergebnisse der Workshops aus verschiedenen Perspektiven in Kurz-Statements kommentiert. So erklärte Frau Sellmeyer aus Studierendensicht, dass es notwendig sei, transparent mit den Rollenanforderungen umzugehen, dass sie diese Herausforderung aber auch als eine Chance für die persönliche und berufliche Entwicklung sehe. Frau Weinlich von der Stadt Münster machte darauf aufmerksam, dass es auch in der Praxis immer wichtig sei, Räume für Rollenreflexion zu schaffen. Sie sieht die Praxiseinrichtungen in der Verantwortung, dies den Mitarbeitenden zu ermöglichen. Herr Middendorf vom Praxisreferat wurde während des Vormittags noch einmal mehr bewusst, dass die Praxisphase auch eine große Herausforderung für die Studierenden darstelle und daher ein guter Kontakt und eine intensive Begleitung notwendig seien.
Der Nachmittag lud zu Einblicken in aktuelle Forschungsprojekte und Fachdiskurse ein. Die Themen reichten hier von "Tiergestützter Interventionen in der Sozialen Arbeit und Heilpädagogik" über die "Reflektiere Anwendung von Präventionsmaterialien zum Thema sexualisierte Gewalt“ bis zu dem Thema „Bundesteilhabegesetz“. Die Nachmittagsworkshops rundeten den diesjährigen Praxis- und Forschungstag ab. Wer noch Interesse hatte, konnte noch bei Kaffee und Wasser etwas verweilen. Trotz des warmen Wetters war der Tag von einer dichten Arbeitsatmosphäre und lebendigen Diskussionen zwischen Praxis, Hochschule und Studierenden geprägt und aus Sicht des Praxisteams ein voller Erfolg.

Das Praxisteam der Abteilung als Verantwortliche für den Tag bedankte sich bei allen Teilnehmenden für den fachlich interessanten und produktiven Austausch sowie bei allen Mitwirkenden, Helfenden und Unterstützenden für das Engagement.

Unter folgendem Link können Sie die Dokumente und Ergebnisse des Praxistages in Kürze herunterladen.


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