Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Ein Tausendsassa verlässt die Hochschule (17.06.2019, Köln)

Zur Verabschiedung von Prof. Dr. Ziemons fanden sich bei lockerer Atmosphäre neben der Familie und Freunde über 100 Kollegen und Kolleginnen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Ehemalige und Studierende im Audimax ein

„Für uns ist es heute keine leichte Aufgabe, dich, Michael, zu verabschieden“ begrüßte die Prodekanin Professorin Dr. Julia Steinfort-Diedenhofen den ausscheidenden Dekan Prof. Dr. Michael Ziemons. Bei seinem außergewöhnlichen Engagement in der Selbstverwaltung, sei Ziemons immer auf der Suche nach neuen Innovationen, die auch im Fachbereich umgesetzt werden sollten, gewesen. Seine Visionen entwickelte er stetig weiter. So war es nicht verwunderlich, dass vor der Verabschiedung, das wohl größte von ihm entwickelte Projekt, das Social Innovation Camp, stattgefunden hatte. „Solche Konzepte“, so benannte es die Prodekanin, „entwickelte er mal eben.“

„Michael ist ein außergewöhnlicher Netzwerker, ein kreativer Kopf, der uns nun verlässt“ beschrieb sie weiter, welcher viel von allen gefordert habe – aber immer mit dem Blick darauf, zum Beispiel einen Mehrwert für die Praxis zu erreichen. Weiter zählte sie die Aufgaben und Entwicklungen Ziemons als Prodekan und Dekan auf - Studiengangsleiter im Bachelor Soziale Arbeit, Beauftragter für Internationalisierung, für Finanzen, den Thesispreis, die extracurricularen Angebote, die Öffentlichkeitsarbeit, die wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen, Leiter von Weiterbildungen und einer Vielzahl von Angeboten, um Studierende in ihrem Studium zu unterstützen. Zusätzlich sei er immer wieder Impulsgeber und Initiator neuer Projekte wie „ReadySteadyGo“ für Studierende mit Fluchtbiografie, dem „KölnerSozialKonvent“ und dem heutigen „SocialInnovationCamp“ gewesen. „Nahezu alle öffentlichen Veranstaltungen im Studienjahr waren geprägt von Deinen Ideen und Deinem Engagement“ schätzt sie seinen seinen Einsatz für den Fachbereich wert.
Nun sei allerdings die Zeit gekommen, um an der nächsten Haltestelle auszusteigen. Dabei bezieht sie sich auf Ziemons Vorbild Robert Stephenson Smyth Baden-Powell, den Gründer der Weltpfadfinderbewegung. „Was gemeinhin als Glück bezeichnet wird, ist in Wahrheit weitgehend die Kraft, die günstige Gelegenheit zu sehen und sie zu ergreifen. Zu viele Leute sitzen da und warten darauf, dass das Glück zu ihnen kommt, und beschweren sich dann, weil es das nicht tut“, zitiert die Prodekanin Baden-Powell weiter. Für die neue Aufgabe an einem neuen Ort mit neuen Wegbegleitern wünschte sie ihm im Namen des Fachbereichs alles Gute und viel Kraft für seine neue Aufgabe. Mit dem Blick auf einen lebendigen Abend leitete sie die Talkrunde ein und übergab an ihren Kollegen.

Unter dem Gesang zu „Muss i denn zum Städle hinaus“ übernahm der Prodekan Professor Dr. Joachim Windolph die Talkrunde und zog einen Koffer hinter sich her.
„Lieber Michael, du musst nicht, du willst hinaus“ begrüßte der Prodekan den Dekan auf der Bühne. Er wies daraufhin, dass Ziemons in seiner Zeit für einen großen Wandel und eine Verjüngung im Fachbereich gesorgt habe. „Warum verlässt du uns also, Michael?“ wollte der Prodekan wissen. „Man sucht sich die Zeit nicht aus, wann sich eine Chance ergibt“, beschreibt der Ausscheidende. Was gerade im Fachbereich passiere, sei sehr schön mit anzusehen und es gäbe viele Projekte, wie das Skills Lab und den dualen Studiengang, die er gerne noch mit auf den Weg gebracht hätte. Es sei die falsche Zeit zu gehen, aber die Chance für das Neue sei jetzt. Er freue sich darauf, sich mit etwas Neuem auseinanderzusetzen, in der Heimatstadt und in der Nähe der Familie zu arbeiten und mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren zu können.
„Es kam plötzlich und unerwartet“, so der Prodekan weiter. Für neue Wege müsse immer ein Koffer gepackt werden. Welche Momente er mit den Studierenden in einen Koffer packen würde, fragt er weiter. Ziemons berichtet von zwei Gänsehaut-Momenten. Ein Studierender machte seiner jetzigen Ehefrau einen Heiratsantrag in einer seiner Vorlesungen, was etwas ganz Besonderes gewesen sei. Der zweite Moment sei gewesen, als ihn eine Studierende, die schwer krank war, ihn anfragte, ob er ihr Taufpate werden würde. Während ihrer Krankheit sei es der regelmäßige Termin mit dem damaligen Prodekan Ziemons gewesen, der ihr Halt gegeben hätte, um weiter zu kämpfen. Eine Ehrensache für ihn also, Taufpate zu werden.
„Und wobei wirst du den Kollegen nachweinen?“, fragte Windolph weiter. Der ausscheidende Dekan wird das Kollegium mit dem guten Klima und deren Forschungsstärke, von der er viel lernen konnte, vermissen.
Auf die Frage, was nicht mit ihm gehen wird, antwortet Ziemons, dass es eine außergewöhnliche Zeit gewesen sei und er wisse, dass er mit seinem Elan viel gefordert habe. Er sei froh, dass seine Projekte weiterlaufen würde und dass es ihm leidtäte, wenn er Menschen mit seinem Elan überfahren habe.

Als Überraschungsgast war Ralf Knoblauch, Bildhauer und Diakon aus Bonn, eingeladen, um dem Dekan das Abschiedsgeschenk des Fachbereichs persönlich zu überreichen. „Durch dich habe ich einen persönlichen Bezug zur KatHO entwickelt, Michael“ begann der Künstler seinen Dialog. Durch die Weiterbildung im Bereich Sozialpastoral, die durch Ziemons initiiert und geleitet wurde, lernten die beiden sich kennen. Als Geschenk gab es eine angefertigte Königin. Diese stehe für die unantastbare Würde. Die Königin sei bei sich selbst, hätte nichts Mächtiges. Knoblauch weist daraufhin, dass jeder Mensch ständig der Unantastbarkeit der Würde ausgesetzt sei und um diese nicht aufzugeben, bei sich selbst zu bleiben, daran solle ihn die Königin erinnern.
„Jeder Mensch ist ein Geschenk Gottes“ bedankte sich Ziemons. Kein Mensch sei gut alleine und ohne seine Prodekane, die auch immer mal wieder „hilfreiche Kontradekane“ gewesen seien, wäre die gute Arbeit nicht leistbar gewesen. Ein weiterer Dank galt den Mitarbeiterinnen im Dekanat, die Ziemons als „Glücksgriff in jeder Hinsicht“ bezeichnete und den Studierenden. Gerade letztere hielten einen jung und würden den Blick Richtung Praxis bringen, der so wichtig in dieser Arbeit sei.

„Ein Grußwort hat immer ein Ziel, das Ende des Grußwortes“ begann der Rektor Prof. Dr. Hobelsberger seine Rede. Er begann damit, den beruflichen Lebensweg Ziemons zu skizzieren. Er hob hervor, dass Ziemons seit 2006 an der KatHO angestellt sei – zuerst als Lehrbeauftragter für besondere Aufgaben mit dem Schwerpunkt für Forschung und Lehre. Für diesen Bereich erhielt er sogar einen Preis. Einen besonderen Schwerpunkt legte der ausscheidende Dekan auf den Bereich Digitalisierung, über welchen er auch promovierte. Um ihn zu beschreiben, verwies der Rektor auf die Spülmittelwerbung mit den zwei Orten Villariba und Villabajo. Dabei hob er die zwei Wort ariba und trabajo hervor. Mit Ariba brachte er die schnellste Maus von Mexiko ins Spiel, in welcher Rolle er Ziemons immer wieder sah. Mit viel Elan und Motivation brachte er neue Konzepte in Windeseile auf den Tisch. Trabajo, das spanische Wort für Arbeit beschriebe den Dekan ebenfalls sehr gut. Er sei jemand, der anpackt, antreibt, gestaltet und ordnet. Aber beide Beschreibungen seien für eine Leitung noch nicht ausreichend. So zitierte Hobelsberger Exodus mit „eine Nacht zu wachen“. Als Führungsperson müsse diese über das Team wachen sowie wachsam sein. Sie müsse ihrem Team hinterherschauen, um zu sehen, wohin und in welche Richtung es gehen werde. „Menschen wie dich, die umsetzen und andere motivieren, brauchen wir! Danke dafür“, so der Rektor weiter. Hobelsberger sieht für die neue Aufgabe Ziemons eine große Chance, aber er sei auch etwas enttäuscht, dass er die Hochschule verlassen wird. Zur Erinnerung gab es eine KatHO Tasche, Düsseldorfer Senf, Killepitsch und das erste Schreibset der neuen Auflage. „Du bist hier immer willkommen und ich hoffe, dass wir uns regelmäßig wiedersehen“ beendete der Rektor seine Rede.

Im Anschluss kamen der Studierendenvertreter Tim Schmölders und die Studierendenvertreterin Lea Lessenich zu Wort. Schmölders wollte ein paar Erinnerungen an die Zeit mit Ziemons aufgreifen. So beschrieb er ihn als guten Verhandlungspartner in Bezug auf die Lehre, den Veranstaltungen der Studierenden oder der Gestaltung im Haus. Dass der Dekan aufgrund anderer Verpflichtungen schon mal die Vorlesungen vergessen hatte, konnte die Studierenden ihm aufgrund seiner Ehrlichkeit nicht übelnehmen. Und fanden die Vorlesungen statt, konnten sie viel lernen. Gerne erzählte er Anekdoten aus den Bewerbungen, seinem Privatleben, wie er zum Bildungssystem steht oder von anderen Berufsgruppen hält. „Jetzt werden Sie Dezernent für Soziales und Gesundheit. Wie das Leben manchmal so spielt“ neckte Schmölders Ziemons gerade mit der Anspielung auf letzteres. Die Einladung, den ausscheidenden Dekan in seinem neuen Büro zu besuchen, werden die Studierenden gerne umsetzen. „Da Sie ja nun in die Politik wechseln, werden Sie sich mit anderen Kalibern als braven KatHO-Studierenden rum schlagen müssen“ stellt Schmölders fest. Aber die Studierenden seien sich sicher, dass er dies schaffen wird. Ein Dank galt zum Ende noch der guten Zusammenarbeit auf Augenhöhe, welches als sehr wertschätzend wahrgenommen wurde. Zum Abschied bekam Ziemons von den Studierenden eine Rose und zum Thema „Diversity“ eine Kiste Kölsch mit verschiedenen Sorten überreicht.

Auch der Studierende Nidal Rashow ließ es sich als Vertreter des Projektes „Ready, steady, go“ nicht nehmen, dem Dekan für sein Engagement für Studierende mit Fluchthintergrund zu danken.

Nach den Verabschiedungen leitete der Prodekan Professor Dr. Windolph in das Abendgebt ein. Er sprach ein altes jüdisches Reisegebet.

Musikalisch unterstützte der Chor unter der Leitung von Julius Gießler wieder stimmungsvoll mit zwei Liedern.
Zum Abschluss hatte sich das Kollegium für Ziemons einen Flashmob überlegt. So wurde das Lied „Nur noch kurz die Welt retten“ von Tim Bendzko vorgetragen.

Das Team und Kollegium um Professor Dr. Michael Ziemons wünscht diesem auf seinem weiteren Lebensweg alles Gute! Er ist bei uns immer herzlich willkommen!

Weitere Informationen
Dekanatssekretariat Fachbereich Sozialwesen (dekanat.swkoeln@katho-nrw.de)

Text und Bilder
 Dekanatsreferentin Julia Jung (ju.jung@katho-nrw.de)

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