Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Wie viel Ungehorsam verträgt Soziale Arbeit? (13.06.2019, Aachen)

Fachtagung am 18. Juni 2019 in der Abteilung Aachen

 

Aus der gemeinsam von der International Federation of Social Workers (IFSW) und der International Association of Schools of Social Work (IASSW) verabschiedeten globalen Definition sowie dem dazugehörigen Code of Ethics Sozialer Arbeit ergibt sich der Auftrag an die Soziale Arbeit, bei Ungerechtigkeiten und Unterdrückung zu intervenieren.

 

In diesen Dokumenten heißt es, dass

Soziale Arbeit [...] gesellschaftliche Veränderungen, soziale Entwicklungen und den sozialen Zusammenhalt sowie die Stärkung der Autonomie und Selbstbestimmung von Menschen

fördert und

die Prinzipien sozialer Gerechtigkeit, die Menschenrechte, die gemeinsame Verantwortung und die Achtung der Vielfalt

dabei ihre Grundlage bilden.

 

Ferner ist als Aufgabe und Ziel Sozialer Arbeit festgehalten, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern, d. h. nicht nur Leid zu mildern, sondern Strukturen einzubinden und Missstände in ihren Ursprüngen zu bekämpfen. Professionelle der Sozialen Arbeit sind so aufgerufen, sich einzumischen und ungerechte Politiken und Handlungsanweisungen entschieden zurückzuweisen.

 

Aber was bedeutet denn die geforderte widerständige Praxis?

Wie können wir kritisch intervenieren? Auf welche Strategien und Methoden von Lobbyarbeit bis zum zivilen Ungehorsam können wir zurückgreifen? In welche Konfliktsituationen geraten wir, wenn wir uns gegen Funktionalisierung und Instrumentalisierung wehren bzw. Anpassungs- und Disziplinierungsanforderungen verweigern? Inwiefern fördern bzw. konterkarieren und behindern institutionelle Rahmenbedingungen den professionseigenen Standard der politischen Einmischung? Mit welchen Gruppen und Initiativen wollen wir kooperieren, um die Wirkmächtigkeit und Druck auf politisch Verantwortliche zu erhöhen? Wie können wir die berufspolitische Selbstvertretung stärken?

 

Zur Auseinandersetzung mit und Positionierung zu diesen Fragestellungen will die Fachtagung einen Beitrag leisten. Sie sind herzlich eingeladen, Ihre Erfahrungen einzubringen, mitzudiskutieren und Ideen für innovative Praxen zu entwickeln.

 

Die Fachtagung findet am 18. Juni 2019 von 14:00 bis 18:00 Uhr in der Aachener Abteilung der Katholischen Hochschule NRW statt. Die Veranstalter sind die Katholische Hochschule NRW, Abteilung Aachen, das Bischöfliche Generalvikariat Aachen, der Caritasverband für das Bistum Aachen e.V. sowie das Nell-Breuning-Haus.

Anmeldungen sind beim Generalvikariat unter der Telefonnummer +49 241 452 - 857 und der Mailadresse abt.11(at)bistum-aachen.de.

 

Das Programm der Fachtagung finden Sie in dem verlinkten Flyer.

 

Bildrechte: „Widerstand-als-Graffiti“ von Christoph Scholz. Veröffentlicht auf www.flickr.com/photos/140988606@N08/47419524802/. Lizenz: CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/). Bearbeitung: Entsättigung, höhere Belichtung und Kontrast.

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