Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Digitalisierung und Soziale Arbeit (03.05.2019, Paderborn)

Mit Werbeclips Lehre und Praxis für digitale Themen sensibilisieren

Mittwoch, 14 Uhr - der Audimax an der KatHO in Paderborn füllt sich mit Studierenden, Lehrenden und Interessierten an Sozialer Arbeit in einer digitalisierten Gesellschaft. Die Studierenden des Konzeptseminars „Digitalisierung und Soziale Arbeit“ von Prof. Dr. Sara Remke im BA Studiengang Soziale Arbeit hatten sich ein Jahr lang intensiv mit der Bedeutung einer zunehmend digitalen Welt und Lebenswelt für die Wissenschaft und Praxis Sozialer Arbeit auseinandergesetzt. Der Höhepunkt dieser Auseinandersetzung fand sich in vier Werbeclips, die zu verschiedenen Medienthemen entstanden. Von der Idee bis zur eigenen Umsetzung und zur Begleitung eines professionellen Filmteams haben die rund 30 Studentinnen und Studenten ihre Konzepte erstellt und umgesetzt – wissenschaftlich begleitet durch Prof. Dr. Sara Remke, die für die Realisierung Mittel und personale Unterstützung aus der blended learning Initiative der KatHO NRW erhalten hatte.

Am 10. April wurden diese Clips erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert. Prof. Dr. Sara Remke führte in das didaktische Konzept ein und erläuterte die Notwendigkeit der Hochschullehre als Ort einer anwendungsorientierten und zugleich kritisch-reflektierten Auseinandersetzung mit Chancen und Herausforderungen von Digitalisierung. „Sich immer weiterentwickelnde Medien sind aus der Praxis der Sozialen Arbeit und aus der Lebenswelt ihrer Adressatinnen und Adressaten nicht mehr wegzudenken. Insbesondere das Format der „Youtube-Videos“ hält im Bildungssektor überall Einzug. Sie sind angelegt als Wissensportal und geben – mehr oder weniger – Einblick in spezifische Themen. Dieses Medium als Bildungsmaterial aufzunehmen, nicht nur als Lehrmedium, sondern auch als Werkzeug künftiger Sozialpädagoginnen und Sozialarbeiter, war strukturelles Ziel des Seminarkonzepts. Es ging somit um eine Auseinandersetzung mit medienrelevanten Themen mit Hilfe moderner Medien um die Herausforderung, die die Digitalisierung und Arbeitswelt 4.0 künftigen Sozialpädagoginnen und Sozialarbeitern stellen, aufzufächern. Für die Begleitung der Arbeitsprozesse wurde ein Blended-Learning Konzept entworfen und in ILIAS umgesetzt“, begründete Prof. Dr. Sara Remke ihr Seminarkonzept. 

Im Anschluss berichtete Marvin Hackfort, Mitarbeiter für blended learning der Hochschule, von der Begleitung des Seminars und von der Umsetzung der Konzepte mit einem professionellen Filmeteam. Die Studierenden zeigten ihre Clips und führten dazu ihre Zielsetzungen aus. Einen besonderen Stellenwert nahmen dabei auch die persönlichen Erfahrungen ein, die sie mit den medienpädagogischen und medienkritischen Seminardiskussionen sowie mit der Filmrealisierung verbanden.

www.youtube.com/playlist

Robin Meyer, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Abteilung Paderborn und Promovend in Erziehungswissenschaften kommentierte abschließend die Eindrücke und Videos. „Alle Themenbereiche, die die gerade präsentierten Videos aufgegriffen haben, sind nicht nur in Bezug auf Medien ein Thema für unsere heutige Gesellschaft. Mobbing, Datenschutz, die Sicherheit im Internet, nicht nur die von Kindern, sind nicht nur Themen, die Sie im Internet antreffen werden. Auch in der sogenannten „realen“ Welt treffen wir auf diese Themen, sei es bei der Nutzung von Rabattkarten wie PayPal oder kostenlosen Zeitungs-Abos oder aber auch bei Mobbing. Daher stellt sich die Frage, ob diese beiden Welten, die „reale“ und die „digitale/online“ Welt heute überhaupt noch zu trennen sind oder ob wir uns von dieser Trennung verabschieden müssen?“, fasste Robin Meyer zusammen. Er fokussierte die Aufhebung einer nicht (mehr) tragfähigen Trennung der „Welten“ am Beispiel Hochschullehre, bei der es „nicht darum geht, irgendwie Medien in Vorlesungen und Seminare einzubringen, Präzis, PowerPoints, YouTube Videos oder Online-Vorlesungen auf dem Beamer im Seminar zu übertragen, sondern um die Vermittlung von Mediennutzung, medienkritischem Denken, der Vermittlung von Wissen über Medien sowie Gestaltungsmöglichkeiten von Medien. … Ich glaube, wir haben hier heute ein „Best-Practice-Beispiel“ dafür gesehen, wie Medienkompetenz im Studium gefördert und erprobt werden kann und bin mir absolut sicher, dass Sie liebe Studierende das Erlernte auch in Ihrer zukünftigen Praxis anwenden können und werden“.

Dieses Seminarkonzept konnte durch die Finanzierung im Rahmen der blended-learning-Initiative der KatHO NRW realisiert werden. Nun können nicht nur Lehrende die Videos in ihre Lehre einbinden, sondern auch Fachkräfte in Praxiseinrichtungen sie zum Einstieg in Fortbildungsveranstaltungen zur ersten Sensibilisierung und Thematisierung über den KatHO Youtube-Kanal nutzen. „Es freut mich, dass es schon erste Anfragen für Elternabende gibt und so das Format auch für die Praxis eine gute Ergänzung darstellt. In den nächsten Semestern werden über dieses Seminarkonzept weitere Clips entstehen und auch neue, andere Formate sind schon in Planung“, so Prof. Dr. Sara Remke.

 

Zum Weiterlesen: Beteiligte Studierende haben in einem Interview für das sozialmagazin ihre Eindrücke und Erfahrungen zum Videoseminar berichtet und aus der Perspektive künftiger Fachkräfte die Digitalisierung als Thema von Hochschullehre in ihrem Stellenwert für die Soziale Arbeit nachgezeichnet.

Sozialmagazin 3-4/2019
Digitalisierung
ISSN 0340-8469 

 

Text und weitere Informationen:
Prof. Dr. Sara Remke, s.remke(at)katho-nrw.de

 

 

 

 

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