Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Jahrestagung des Instituts für Teilhabeforschung: Versorgende Angehörige gibt es in allen Generationen (08.04.2019, KatHO NRW)

Wie sehen die Lebenssituationen versorgender Angehöriger unterschiedlicher Generationen aus und welche Lösungsansätze gibt es, um bestehende Herausforderungen zu bewältigen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die 2. Jahrestagung des Instituts für Teilhabeforschung, zu der die stellvertretende Institutsleiterin Prof. Dr. Liane Schirra-Weirich Vertreter_innen aus Wissenschaft und Praxis, aber auch versorgende Angehörige als Expert_innen in eigener Sache am 11.03.2019 an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, Abteilung Köln, herzlich willkommen hieß.

In seinem Auftaktvortrag „Soziale Teilhabe im Alter – Ältere und alte Menschen im Fokus von Alters-und Sorgediskursen“ stellte Prof. Dr. Marc Breuer heraus, dass versorgende Angehörige vielfältigen Herausforderungen ausgesetzt sind, diese aber durchaus eine sinnstiftende Wirkung erzielen können. Prof. Dr. Sigrid Leitner von der TH Köln stellte in einem zweiten Vortrag das Projekt PflegeIntersek vor und verdeutlichte, dass für eine Beratung der Einzelfall und keine Pauschalisierung entscheidend sei.

In Workshops mit unterschiedlichen Schwerpunkten vertieften und diskutierten die Teilnehmer_innen das Thema „Herausforderungen und Lösungsstrategien für versorgende Angehörige verschiedener Generationen“ weiter: Wolfgang Thiems sprach über digitale Lösungen in der Selbsthilfe und erläuterte dies anhand erster Ergebnisse aus der wissenschaftlichen Begleitung des Projektes OSHI-PA, während Dr. Ursula Sottong von den Maltesern Köln betonte, wie wichtig eine ausbalancierte Unterstützung aus Selbsthilfe und Beratung sei. Erste Ergebnisse des Projektes PfADe präsentierten Lisa-Marie Verhaert und Henrik Wiegelmann; in ihrem Projekt betrachten sie unterschiedliche Versorgungsarrangements, um daraufhin passgenaue Versorgungsangebote zu entwickeln.

Karl-Heinz Grimm und Brigitte van der Zanden von der Stiftung EuPrevent stellten ein Projekt vor, mit dem Gemeinden in der Maas-Rhein-Region seniorenfreundlicher werden sollen. Ein weiteres Thema in ihrem Workshop war das Konzept der Positiven Gesundheit. Die Lebensumstände junger versorgender Angehöriger von Eltern mit Suchterkrankungen betrachtete Prof. Dr. Michael Klein von der KatHO NRW: Es bestehe zum Beispiel die Gefahr, selbst zu erkranken – doch gebe es auch Bewältigungsstrategien für diese Herausforderungen. Dr. Hanelli Döhner von der Allianz pflegende Angehörige stellte Hilfsangebote für junge versorgende Angehörige vor.

Die unterschiedlichen Schwerpunkte der Workshops zeigten, dass das Thema versorgende Angehörige alle Generationen betrifft und das für unterschiedliche Generationen Lösungsansätze entwickelt werden müssen. Dies sei auch ein Auftrag an Praxis und Wissenschaft, wie in einer Abschlussdiskussion festgestellt wurde. Es ist geplant, die unterschiedlichen Blickwinkel auf die Herausforderungen und Lösungsstrategien für versorgende Angehörige aller Generationen in einer Buchveröffentlichung darzulegen und weiter zu diskutieren.

Bei der Gestaltung und Umsetzung der Jahrestagung wurde das Institut für Teilhabeforschung von dem Transfernetzwerk Soziale Innovation unterstützt.

Für weitere Informationen:

Institut für Teilhabeforschung

Prof. Dr. Liane Schirra-Weirich, l.schirra-weirich(at)katho-nrw.de
Wolfgang Thiems, w.thiems(at)katho-nrw.de


Das Institut für Teilhabeforschung wird im Rahmen des Programms FH Kompetenz durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und aus Mitteln der Katholischen Hochschule NRW gefördert.

 

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