Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Absolventinnen stellen ihre Abschlussarbeiten vor: Reger Zulauf bei „Herzblut an der Piusallee“ (28.11.2018, Münster)

Mitorganisator Timo Adiek begrüßt das Publikum zur ersten Herzblut Veranstaltung.

Kerstin Lanfer stellt ihre Bachelorthesis vor und wird dabei von ihrer Erstleserin Dr. Alice Neuhäuser begleitet.

Hanna Steffan beschreibt im Gespräch mit ihrem Erstleser Prof. Dr. Johannes Nathschläger den Entstehungsprozess und die Relevanz ihrer Bachelorthesis.

Gut 70 interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer, darunter viele aktuell Studierende, aber auch einige Absolvent*innen und Vertreter*innen aus der Praxis folgten am 22.11.2018 der Einladung des studentischen Organisationskomitees und nahmen an der erstmalig ausgetragenen Veranstaltung „Herzblut an der Piusallee“ teil. Der Name wurde in Anlehnung an die etablierte Veranstaltungsreihe „Forum an der Piusallee“ gewählt und stellt ein explizit von Studierenden veranstaltetes Format dar. Die Grundidee dahinter: Absolvent*innen von besonders guten, interessanten und diskutablen Abschlussarbeiten sollen die Möglichkeit erhalten, ihre Ergebnisse einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. „In vielen Bachelor- und Masterthesen steckt oft monatelange, mühevolle Arbeit – und nicht selten kommt es dabei zu erstaunlichen und hochinteressanten Ergebnissen. Das alles ist viel zu schade, um im Archiv zu verstauben“, so Timo Adiek, der gemeinsam mit seinem Kommilitonen Benedikt Paus die Veranstaltung ins Leben gerufen hat.

 

Die beiden Hauptprotagonistinnen am vergangenen Donnerstag waren Kerstin Lanfer und Hanna Steffan. Zunächst stellte Dr. Alice Neuhäuser einleitend die Abschlussarbeit von K. Lanfer vor, bevor die Absolventin selbst dann einige methodische und inhaltliche Details präsentierte und Schwerpunkte setzte. Thematisch ging es bei ihrer Arbeit um die sozialpolitischen Einflussnahmen auf die Politik. Die darauffolgende, offene Diskussion drehte sich im Kern immer wieder um die Frage, inwiefern Fachkräfte der Sozialen Arbeit Einfluss auf die (kommunale) Politik nehmen können. Hier wurde u.a. gefragt, ob Soziale Arbeit durch ihre Berufsverbände und Interessensvertretungen Lobbyarbeit betreibt bzw. betreiben kann und soll. Interessante und teilweise auch kontroverse Positionen wurden ausgetauscht.

 

Nach einer kurzen Pause war dann Hanna Steffan an der Reihe und stellte im Gespräch mit Prodekan Prof. Dr. Johannes Nathschläger ihre Thesis über Soziale Arbeit mit Menschen in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität vor. Zunächst erklärte H. Steffan ihren Zugang zum Thema, der sich nicht zuletzt auch durch eigene Erfahrungen aus der Praxis ergab. Anhand des Lebenslagenkonzeptes von Lothar Böhnisch entfaltete Steffan dann ihre Argumentation und lud anhand dreier Thesen das Auditorium ein, mitzudiskutieren. Hier wurde insbesondere die Frage gestellt, ob und welche Beratungsangebote für Menschen in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität existieren und welche ethischen Positionen Soziale Arbeit innerhalb seiner doppelten Mandatierung von Hilfe und Kontrolle einnehmen kann bzw. muss.

 

Nach gut zwei Stunden kam die Veranstaltung zu ihrem Ende und alle Beteiligten waren sich einig, dass dieser Abend einen gelungenen Start des neuen Formates gebracht hat, sodass 2019 fest mit einer Wiederauflage gerechnet werden darf!

 

Text: Johannes Nathschläger

Fotos: Alexander Feldhaus

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2018