Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Schalom – ein lebendiger Austausch in Israel (19.11.2018, Köln)

Vorstellung der multimedialen Räumlichkeiten

Konferenz zum Thema „The possibiliy/impossibility of forging a new social vision/imaginary in Germany and in Israel in light of contemporary migration, culture and integrtion challenges“

Kulturelle Bildung in Caeserea

Austausch zwischen Professorin Dr. Zembala und Dr. Rhonda Sofer

Prof. Dr. Theisen bei der Lehre zum Thema Europäische Union

Prof. Dr. Wildfeuer bei der Lehre zum Thema "Culture and Education"

Ausblick auf Haifa

Professoren und Dekanatsreferentin zum Austausch am Gordon Academic College of Education in Haifa, Israel

„It´s so good to have you here“, wurden die Professoren Dr. Heinz Theisen und Dr. Armin Wildfeuer, die Professorin Dr. Anna Zembala und die Dekanatsreferentin Frau Julia Jung von allen begrüßt. Die Reise nach Haifa in der Zeit vom 29.10. – 02.11.2018 sollte einem fachlichen Austausch, dem Kennenlernen des Gordon Academic College of Education (GACE) und einer kulturellen Begegnung dienen.

Die Partnerschaft zwischen der KatHO NRW und dem GACE besteht dem Sommer 2017. Regelmäßige Austausche finden in beide Richtungen statt. Nun war es an der Zeit die Reise nach Haifa anzutreten, um am GACE zu lehren – mit philosophischem, politischem und medienpädagogischem Wissen im Gepäck.

Der Montag stand ganz im Zeichen des fachlichen Austausches, denn begonnen wurde mit einer Konferenz zum Thema „The possibiliy/impossibility of forging a new social vision/imaginary in Germany and in Israel in light of contemporary migration, culture and integrtion challenges“. Geleitet wurde das Seminar von Dr. Eli Vinokur des Gordon Academic College of Education. Hierbei wurden die unterschiedlichen politischen, philosophischen und soziologischen Standpunkte der deutschen und israelischen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen betrachtet. Fragen, die dabei betrachtet wurden, waren die Definition des Begriffes Multikulturalität, welche Ziele Bildung haben sollte, wer wir als Mann/Frau sind, aber auch, wie sich aus einem Ich-Bezug ein Uns-Bezug entwickeln kann. Der Diskurs soll zukünftig mit Studierenden weitergedacht werden und ggf. als Grundlage für ein Projekt dienen.

„We should resume what has worked out great and how we get our students to do an exchange“ leitete Dr. Rhonda Sofer, Leiterin des International Offices das Arbeitstreffen mit dem Rektor Prof. Dr. Hobelsberger, Helene Hofmann, Leiterin des International Office und Erasmus-Koordinatorin der KatHO NRW, den Professoren Dr. Theisen, Dr. Wildfeuer, der Professorin Dr. Zembala und der Erasmus-Koordinatorin des GACEs Dr. Galit Carduri ein. Bei diesem Treffen wurde die weitere Kooperation besprochen, um einen Folgeantrag für die Förderung des zukünftigen Austauschs zu stellen.
Professorin Dr. Zembala hatte die Möglichkeit, in zwei aufeinanderfolgenden Seminaren von den Professorinnen Eimi Levi und Ornat Turin von zum Thema Mediennutzung von Kindern zwischen 6 – 13 Jahren zu lehren. Dazu stellte sie aktuelle Studien vor und eröffnete einen Austausch über die Unterschiede der Mediennutzung von Kindern in Europa und Israel. Die Master-Studierenden des Colleges nahmen rege am Seminar teil. Sie zeigten sich offen und interessiert an den Beispielen und stellten immer wieder einen Vergleich zu israelischen Kindern her.
Auch Prof. Dr. Theisen und Prof. Dr. Wildfeuer nutzen die Möglichkeit in einem Seminar für Master-Studierende, welches sich mit dem Thema „Organizational Theories“ auseinandersetzt, zu lehren. Theisen stellte dazu die Europäische Union mit ihrer Geschichte, den Vor- und Nachteilen und den Werten der Gemeinschaft vor. Dabei wurden ebenfalls der Frieden und die Ökonomie betrachtet. Die Studierenden des GACEs nahmen diesen Input auf und schilderten in einer sehr aktiven Diskussion ihre Sichtweise der EU und stellten Vor- und Nachteile im Vergleich zu Israel dar.
Im weiteren Verlauf des Seminars zeigte Wildfeuer die Bedeutung von „Culture and Education“ auf. Dabei definierte er die philosophische Betrachtungsweise von Kultur, schilderte Probleme, welche sich aus der „Idee der Kultur“ ergeben und hinterfragte Fakten als Fakten.
„The sunrise is a fact, which you can´t deny“
, wurde die lebendige Diskussion trotz der vorangeschrittenen Tageszeit – das Seminar begann um 18 Uhr – durch die Studierenden eröffnet. Die philosophische Sichtweise brachte den Studierende und der Professorin Dr. Nitza Schwabsky einen neuen Input, welchen alle Beteiligten gerne vertieft hätten – leider fehlte die Zeit.
Bei einem Treffen mit dem Mitarbeiter Dr. Stan Sofer des International Offices des Gordon Academic Colleges hatte die Dekanatsreferentin Frau Jung die Möglichkeit, im sogenannten „job shadowing“, einen Einblick in die Arbeit der Forschungs- und Projektarbeit zu erhalten. Zudem konnte ein Austausch über die Ausbildung der Kindheitspädagogen und das damit verbundene Kindertagesstätten-System in Israel, sowie die Anleitung und Begleitung der Studierenden im wissenschaftlichen Kontext erfolgen. Auch ein Blick auf die unterschiedlichen Herausforderungen der Studierenden im wissenschaftlichen Arbeiten in Israel fand Raum.

Zur kulturellen Bildung gehörte auch ein Ausflug in die historische Stadt Caesarea Maritima. Hier wurde auf den Spuren Pontius Pilatus gewandert. Begleitet wurde der Ausflug durch Dr. Rhonda Sofer und Dr. Stan Sofer vom Gordon Academic College of Education. Neben dem Entdecken der beeindruckenden historischen Kulisse der Stadt wurden auch fachliche Gespräche zum Erasmus Programm geführt. So konnten die unterschiedlichen Perspektiven der Mobility ausgetauscht und vertieft werden.

„We have to teach our students how to use technical devices to be creative“, erklärte uns Frau Davida Pollak zu Beginn der Vorstellung der technischen Lehrausstattung. Die Nutzung und das Erlernen des Umgangs und Gebrauchs mit der technischen Ausstattung soll die Studieren auf den Einsatz und die Umsetzung dieser Medien in ihrem späteren Beruf vorbereiten.  Bei einer Führung wurden die verschiedenen Räume gezeigt und erklärt. Der Seminarraum, der zur Einleitung und Beendigung des Seminares dient, ist sowohl mit iPads als auch mit gemütlichen Sitzmöglichkeiten ausgestattet. Hier wird das „problem-based-learning“ eingeleitet und besprochen. Zur Umsetzung können dann verschiedene Räumlichkeiten, sowie ein langer Flur genutzt werden. So gibt es einen Escape-Room, welcher mit Hilfe des iPads gelöst werden soll, zum Ausprobieren. Im Flur sind verschiedene Stationen zum Story-telling mit Scherenschnitt-Bildern, ein 3D-Drucker, eine „green wall“, eine Experimenten-Ecke, Codierungs-Spielroboter und dergleichen integriert. Das Highlight der Besichtigung war der 4D-Raum. Hier ist es möglich, historischen, mathematischen, sprachlichen, kognitiven, aktivierenden, etc. Unterricht auszuprobieren, damit dies von den Studierenden in ihre Arbeit eingebracht werden kann.

In einem weiteren Seminar von Professorin Dr. Roxana Reichman war die Expertise der Professoren und Professorin in der Lehre genutzt. So stellte Professorin Dr. Zembala Medienprogramme für Refugees mit den entsprechenden Vor- und Nachteilen vor. Hierbei teilten die Studierenden ihre Sichtweise zu Erfahrungen in Israel und verglichen dies mit den vorgestellten Programmen. Im Seminar von Professorin Dr. Hannah Shacher stellte Professor Dr. Wildfeuer de- und rekonstruierte basierend auf Annahmen von Kant den Kulturbegriff vor. Die Bachelor-Studierenden ließen sich auf diese philosophische Sichtweise ein und diskutierten dies rege. Um die Überwindung des Kulturalismus durch Individualisierungsprozesse ging es in der Lehre von Professor Dr. Theisen. Auch hier diskutierten die Studierenden ihre Sichtweisen intensiv.

Die Dekanatsreferentin Frau Jung erhielt zudem im weiteren job-shadowing noch einen Einblick in die Arbeit des Studierendenbüros bei der Kollegin Frau Lilach Yanir. Hier zeigten sich viele Gemeinsamkeiten, sowie Unterschiedlichkeiten, aber auch ähnliche Herausforderungen in der Arbeit mit den und für die Studierenden.

„I hope you had a good time here in Haifa“, war die Aussage aller Personen, die sich von allen Beteiligten verabschiedeten. Die herzliche Art der israelischen Menschen spiegelte sich bei allen Begegnungen – ob in der Lehre, im fachlichen Diskurs oder in privaten Gesprächen und Situationen – wieder. Auch die gute Betreuung, ob im College durch die Professorinnen und Professoren, die entsprechenden Ansprechpartnerinnen des International Offices, der Assistentin des Präsidenten oder dem Inhaber der Unterkunft, hat die Reise mit vielen positiven Erfahrungen geprägt.

Der tägliche Blick auf das Meer oder die 3minütige-Fahrt mit der Seilbahn zur Arbeit sind neben dem fachlichen und kulturellen Austausch, zusätzliche Bonbons, die die Partnerschaft mit dem Gordon Academic College of Education in Haifa auch weiterhin eine Reise wert sein lassen werden.

Weitere Informationen
Professorin Dr. Anna Zembala
Professor Dr. Heinz Theisen
Professor Dr. Armin Wildfeuer

Text und Bilder
Dekanatsreferentin Julia Jung

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2019