Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Neue Weiterbildung befördert Partizipation von Migrant_innen in der Sozialen Arbeit (01.10.2018, KatHO NRW)

Die Teilnehmenden der Weiterbildung mit Professorin Dr. Annette Müller (hintere Reihe, 1. von rechts), Neele Behler, Organizerin der Bürgerplattform Stark! im Kölner Norden (hintere Reihe, 1. von links) und Xenia Romadina, Bildungsreferentin der IN VIA Akademie (hintere Reihe, 2. von links).

In der dritten Septemberwoche startete die neue Zertifikatsweiterbildung „Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft“ in den Räumen der KatHO NRW-Abteilung Köln mit 20 Teilnehmenden. Sie richtet sich an Fach- und Leitungskräfte sowie an weitere Personen, die in unterschiedlichen Handlungsfeldern des Sozial- und Gesundheitswesens mit und für Menschen mit Migrationshintergrund tätig sind. Der Teilnehmenden-Kreis selbst stellt ein vielfältiges Bild der Migrationsgesellschaft dar: Sie bzw. ihre Eltern kommen aus Ländern wie dem Tschad, Ägypten, Kolumbien, den Philippinen und der Türkei, die Hälfte von ihnen ist in Deutschland geboren. Sie engagieren sich beispielsweise in Migrant_innenselbstorganisationen, sie sind Fachkräfte im Bereich der Hilfen für Geflüchtete oder begleiten Klient_innen als Sozialbetreuer_innen z.B. bei Amtsterminen.

In einer der ersten Lerneinheiten stellt Prof.‘in Dr. Annette Müller, Leiterin der Weiterbildung, Paradigmen für die Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft und deren Wandel seit den 1960er Jahren vor. Das Abstrakte wird durch die persönlichen wie beruflichen Erfahrungen der Migrant_innen konkret und anschaulich: So berichtet eine Teilnehmerin, dass sie in ihrer Einrichtung bereits selbst als Adressatin der Sozialen Arbeit wahrgenommen wurde. Das Bewusstsein, dass Menschen mit Migrationsgeschichte den Arbeitsmarkt auch in der Sozialen Arbeit durchmischen, sei noch nicht überall angekommen. Ein Fazit der engagiert geführten Diskussion lautet: Nicht nur, aber auch durch sichtbare Vorbilder wird gesellschaftliche Teilhabe von Migrant_innen befördert, indem sie beispielsweise ganz selbstverständlich als Fach- und Führungskräfte in der Sozialen Arbeit tätig sind.  Prof.‘in Dr. Annette Müller freut sich über die vielfältigen Migrationshintergründe im Teilnehmendenkreis und erläutert: „Sie bringen ihre eigenen biografischen Erfahrungen und Ressourcen in die Weiterbildung ein, erweitern ihre fachlichen und methodischen Kompetenzen und gestalten so die postmigrantische Gesellschaft mit.“

Ein Großteil der Teilnehmenden engagiert sich in der Bürgerplattform Stark! im Kölner Norden. Die Bürgerplattform ist ein Zusammenschluss von über 20 Gruppen, quer durch alle Generationen, Gesellschaftsschichten und Wirkungskreise, die gemeinsam versuchen, die Lebensbedingungen im Kölner Norden zu verbessern. Die Organizerin Neele Behler (hintere Reihe, 1. v. links) betont: "Wir freuen uns sehr, dass so viele Menschen aus der Plattform diese Weiterbildung nutzen, um neue Aspekte für die Arbeit in ihren Gruppen und Gemeinden kennen zu lernen und sich beruflich weiter zu qualifizieren. Ermöglicht haben dies die finanzielle Unterstützung durch das Programm ‘Weißt du, wer ich bin?‘ über die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) und nicht zuletzt durch die Gruppen selbst."

Die Zertifikatsweiterbildung wird in Bildungspartnerschaft mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (KJS) und der IN VIA-Akademie durchgeführt. Sie dauert ein Jahr und wird Ende November mit dem Modul „Selbstreflexive Dimension Sozialer Arbeit“ fortgesetzt. Informationen zur Weiterbildung befinden sich auf www.katho-nrw.de/katho-nrw/weiterbildung/seminarangebot/soziale-arbeit-in-der-migrationsgesellschaft-zertifikatsweiterbildung/

Für weitere Informationen:
Prof. Dr. Annette Müller, an.mueller(at)katho-nrw.de

Redaktion:
Holger Walz, h.walz(at)katho-nrw.de

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