Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Teilhabeforscher/innen auf dem IASSIDD-Kongress in Athen (08.08.2018, KatHO NRW)

(v.l.n.r.) Monika Laumann, Prof. Dr. Sabine Schäper und Prof. Dr. Friedrich Dieckmann

Kooperationspartner der KatHO NRW aus Japan zeigten großes Interesse an den Ergebnissen der beiden Projekte (links Prof. Shigeru Suemitsu)

Das Poster des Projektes PiCarDi wurde von einem japanischen Teilnehmer direkt in der japanischen Übersetzung aufgenommen.

Aus dem Institut für Teilhabeforschung der KatHO NRW beteiligten sich Frau Prof. Dr. Schäper, Herr Prof. Dr. Dieckmann und Frau Monika Laumann (geb. Höwelhans), wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt MUTIG,  mit 2 Vorträgen und 2 Postern am 5. Europäischen Kongress der IASSIDD, der vom 17. bis 20. Juli 2018 in Athen stattfand. Die IASSIDD ist die weltweite Vereinigung für die Forschung zu geistigen und entwicklungsbezogenen Behinderungen (International Association for the Scientific Study of Intellectual and Developmental Disabilities).

Friedrich Dieckmann und Monika Laumann hielten je einen Vortrag zu quantitativen Ergebnissen des BMBF-Projektes MUTIG: Friedrich Dieckmann stellte am Beispiel von Westfalen dar, in welchen konkreten Wohnsettings wie viele Erwachsene mit geistiger Behinderung welchen Alters derzeit in Deutschland leben. Erstmals wurden auch Zahlen zu Pflegeheimen (SGB XI) präsentiert. Monika Laumann zeigte auf, wie häufig ältere Menschen mit geistiger Behinderung umziehen und zwischen welchen Arten von Wohnsettings Umzüge stattfinden (Umzugsbewegungen). Beide Beiträge stießen auf großes Interesse, da solche umfangreichen populationsbasierten Daten in den meisten Ländern bislang nicht analysiert werden können.

Sabine Schäper präsentierte zwei Poster: Das Projekt MUTIG brachte zutage, wie die Anbieter die Entscheidungsfindung von Menschen mit geistiger Behinderung für einen Umzug aus der Behindertenhilfe in Pflegeeinrichtungen (SGB XI) strukturieren und welche Gründe für einen Umzug vorliegen. Koautorinnen der MUTIG-Beiträge waren Antonia Thimm, Theresia Haßler und Bianca Rodekohr.

Das zweite Poster zeigte erste Ergebnisse des Projektes PiCarDi, das in Zusammenarbeit mit der Humboldt Universität zu Berlin und der Universität Leipzig die Begleitung von Menschen mit geistiger und schwerer Behinderung am Lebensende untersucht. Mit diesem Projekt wird erstmals in Deutschland eine breitere Bestandsaufnahme zu diesem wichtiger werdenden Thema vorgenommen. Der Austausch mit Kolleg/innen aus Großbritannien, Irland und der Schweiz, die zu diesem Thema bereits forschen, erwies sich als gewinnbringend für beide Seiten.

Außerdem gab es ausreichend Gelegenheit, um die internationale Kooperation mit Forschenden mit ähnlichen Interessenschwerpunkten voranzutreiben. Während eines Treffens der SIRG (Special Interest Research Groups) „Aging and Intellectual Disability“ wurden Vorhaben für die kommenden Jahre geplant. Außerdem wurde mit den anwesenden MUTIG-Projektpartnern aus Norwegen, die weitere Verwertung der Erkenntnisse aus einem Feldbesuch in Oslo besprochen. Mit Prof. Christine Bigby (LaTrobe University Melbourne, Dep. of Social Work), eine weltweit führende Alternsforscherin in Bezug auf geistiger Behinderung, wurde die schon begonnene Zusammenarbeit zur Organisationskultur in Wohndiensten vertieft. Außerdem traf man sich mit Prof. Shigeru Suemitsu vom Medial Welfare Center Asahigawa-so in Japan, einem langjährigen Kooperationspartner der KatHO NRW. 

Die Projekte MUTIG (FKZ 03FH003SX5) und PiCarDi (FKZ 01GY1701 A) werden gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Förderlinie SILQUA-FH/ Programm Forschung an Fachhochschulen sowie des Rahmenprogramms
Gesundheitsforschung.

Text: Monika Laumann

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2018