Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Dialogische Bürgerbeteiligung und Partizipation Jugendlicher im ländlichen Raum (01.08.2018, Paderborn)

Regionalbüro im Rathaus der Gemeinde Metelen.

Ergebnispräsentation am Ende der Regionalwoche.

Ergebnispräsentation am Ende der Regionalwoche.

Ergebnisse, Erfahrungen und Eindrücke zum Studienprojekt „Regionalanalyse 2018 in Metelen“

Gesellschaftlicher Wandel und seine Folgen werden für die Bewohnerinnen und Bewohner in ländlichen Räumen besonders deutlich: Demographische Verschiebungen, schrumpfende Nahversorgung, Einschränkungen in der Daseinsvorsorge, erhebliche Defizite im öffentlichen Nahverkehr und Leerstände im Ortskern sind nur Schlaglichter spezifischer Problemlagen ländlicher Räume. Besonders junge Menschen erfahren die konkreten Auswirkungen dieser Veränderungen, wenn für sie Fragen nach schulischen Bildungsmöglichkeiten und Berufsperspektiven aktuell werden.

Insbesondere Kommunen und Regionen in peripheren ländlichen Räumen sind gezwungen, die Probleme junger Menschen aufzugreifen, wenn sie ihnen eine Zukunftsperspektive bieten möchten. Auf diesem Hintergrund hat die Gemeinde Metelen (www.metelen.de) in enger Kooperation mit dem Kreis Steinfurt die Initiative ergriffen und die Katholische Hochschule NRW, Abteilung Paderborn, in Verbindung mit der Akademie Junges Land e.V., Bad Honnef, (www.jungesland.de/regionalanalyse) mit der Durchführung einer Regionalanalyse beauftragt.

Das Konzept der Regionalanalyse besteht in einer Bestandsaufnahme und Perspektiventwicklung für die soziale Infrastruktur einer Kommune mit ihren verschiedenen Ortsteilen unter Einbeziehung der Region. Der besondere Ansatz einer Regionalanalyse besteht darin, dass sie nicht „top down“ verfährt und primär quantitative Daten zusammenstellt, sondern unterschiedliche qualitative Methoden (z. B. aktivierende Befragung, Fotodokumentationen, Malaktionen mit Kindern, usw.) in den Vordergrund stellt, um die Bewohnerinnen und Bewohner selbst zu Wort kommen zu lassen. Der Schwerpunkt in Metelen lag in der Analyse der Lebenswelten junger Menschen und deren Zukunftsperspektiven.  

In Abstimmung mit der Gemeinde Metelen und dem Kreis Steinfurt wurden von den Studierenden im Verlauf einer Woche vor Ort die folgenden Themenfelder bearbeitet:

·         Räume und Nutzung öffentlicher Angebote

·         Engagement und Mitwirkungsmöglichkeiten in Vereinen und Verbänden

·         Schule und Mobilität

·         Zukunftsperspektiven

·         Regionale Identität

Diese Themenfelder wurden jeweils aus den Perspektive älterer Kinder im Alter von 10 bis 13 Jahren, aus dem Blickwinkel von Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren sowie junger Erwachsenen im Alter von 19 bis 27 Jahren untersucht. Eine  Gruppe Studierender hat die Sichtweisen junger Familien auf die genannten Themenfelder erhoben und analysiert.

Erste Zwischenergebnisse präsentierten die Studierenden am Ende der Regionalwoche den Mitgliedern des kommunalen Ausschusses für Jugend und Soziales der Gemeinde Metelen, zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern des Kreises Steinfurt sowie verschiedenen Akteuren anderer regionaler Jugendprojekte. Als ein zentrales Anliegen vieler junger Menschen in der Gemeinde – quer durch alle Altersgruppen - stellte sich eine Reaktivierung eines Freibades heraus, welches vor einigen Jahren geschlossen wurde. Weiterhin wurde sichtbar, dass die Räumlichkeiten und das inhaltliche Angebot des Jugendtreffs „Chilly“ dringend einer konzeptionellen Weiterentwicklung bedürfen. 

Für die Gruppe von insgesamt 18 Studierenden eröffnete das Studienprojekt die Chance, vor Ort exemplarisch eine Sozialraumanalyse durchzuführen, deren Ergebnisse unmittelbar in die weiteren kommunalen Planungen von Politik und Verwaltung einfließen und in entsprechende Konzeptentwicklungen umgesetzt werden. 

Eine umfassende, öffentliche Präsentation der Ergebnisse findet am 30. Oktober 2018 im Rathaus der Gemeinde Metelen statt, wenn die Studierenden das Studienprojekt mit einer Hausarbeit abgeschlossen haben.

Kontakt: Prof. Dr. Joachim Faulde

 

 

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