Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Abschied und Neubeginn am Fachbereich Sozialwesen der Abt. Köln (10.07.2018, Köln)

Kanzler Robrecht verliest die Urkunde zur Honorarprofessur

Verleihung der Honorarprofessur an Dr. Thomas Lemmen mit Rektor Hobelsberger (li.) und Kanzler Robrecht

Irmgard Wintgen und Prof. Dr. Schaub mit den Abschiedsgeschenken

Irmgard Wintgen bei der Talkrunde

Prof. Dr. Schaub nach der offiziellen Verabschiedung

Prof. Dr. Lemmen im Gespräch mit Prodekan Windolph

Grußwort des Rektors

Begrüßung durch den Dekan Prof. Dr. Ziemons

Der Chor der Abt. Köln

Trotz Abschiedsstimmung und hochsommerlichen Temperaturen wird in festlicher Atmosphäre gefeiert

„Seid ihr sicher, dass ihr gehen wollt?“ beginnt der Dekan Prof. Dr. Michael Ziemons die Begrüßung der Veranstaltung am 03.07.2018 und richtet diese Frage an die beiden zu verabschiedenden Dozenten Frau Irmgard Wintgen, Dipl. Soz.Päd./Dipl. Heil.Päd. und Prof. Dr. Stefan Schaub. Mit dem Sinnbild des weinenden und lachenden Auges sollen an diesem Abend die Verabschiedung der beiden Kollegen sowie die Verleihung der Honorarprofessur an Dr. Thomas Lemmen zum Ausdruck gebracht werden.

„Es ist unmöglich, mit ein paar Worten zwei geschätzte Kollegen würdig zu verabschieden“, leitet der Prodekan Prof. Dr. Joachim Windolph die folgende Verabschiedung ein. Anstelle von Abschieds- und Antrittsvorlesungen hat sich das Dekanat zu einem Talkrunden-Format entschieden, um den Protagonisten genügend Raum für persönliche Worte zu geben.

Prof. Dr. Schaub, der zukünftig mehr Zeit mit seinen Enkeln verbringen wird, brachte einige Erinnerungsstücke aus seiner über 30jährigen Zeit an der Katholischen Hochschule NRW mit. Diese sollten die Veränderungen, die die Hochschule, aber auch er in der langen Zeit durchlaufen hat, zum Ausdruck bringen. Dazu gehörte unter anderem ein Flyer über die KFH (alte Bezeichnung), welche er bei seinem ersten Besuch vor seiner Bewerbung erhalten hatte. Als nicht zu vergessende Erinnerung bezeichnete er die Arbeitskreise Kunterbunt und Eine Welt, welche er als Dozent begleitete. Aber auch die auf seine, Prof. Dr. Wildfeuers und Prof. Dr. Windolphs Initiative hin eingeführte Wand des Gebens und Nehmens und die Zeit als Auslandsbeauftragter zählen dazu. Als Reichtum des Kollegiums benannte er die Nähe zu diesen, welches es an einer Universität in dieser Art und Weise nicht gegeben hätte.
Mit den Studierenden unternahm Schaub gerne Exkursionen – 42 in 31 Jahren. Bei einer sollten sich die Beteiligten gegenseitig interviewen und ein Statement abgeben. So brachte eine Studierende zum Ausdruck, dass Schaub ein Freund des Rechts und Auslands sei, Dummheit nicht möge sowie den Enkeln eine Weltübersicht verschaffen werde.
Im Bereich der Sozialen Arbeit hofft er, dass mutige Menschen, die sich für die Selbstständigkeit entscheiden, mehr Unterstützung erhalten werden.

„Mit leisen Tönen und darin sehr präsent hat Irmgard Wintgen agiert, bewertet und reflektiert“ leitet der Prodekan zur Verabschiedung zu ihr über. Dass Sie in ihrer 40jährigen Dienstzeit viele Kolleginnen und Kollegen kennen- und schätzen gelernt habe, mit denen sie viele Höhen und Tiefen durchlebt hat, sei wie ein Geschenk für sie. Für sie sei es nie langweilig geworden, da es immer wieder zu Veränderungen kam - so änderten sich die Studiengangsordnungen, der Studiengang „Heilpädagogik“ lief aus, „Bildung und Erziehung im Kindesalter“ wurde eingeführt. Als weiteres Geschenk sieht die zu Verabschiedende den guten und wichtigen Kontakt zu den Praxiseinrichtungen und Lehrbeauftragten an. Dieser Transfer sei für sie immer wichtig gewesen – das Zusammenführen von Theorie und Praxis, um eine Weiterentwicklung zu ermöglich. Diesen Trialog zu pflegen ist etwas, dass sich Wintgen auch für die Zukunft im Fachbereich wünscht. Als ehemalige Beauftragte für Menschen mit Behinderung und psychischen Erkrankungen hofft sie zudem, dass dieser Bereich in der Hochschule weiterentwickelt wird. Zu einem inklusiven selbstverständlichen Denken ist es noch ein weiter Weg, der ihrer Meinung nach im Trialog begangen werden kann und muss!
 
Für beide schließt sich der Kreis dadurch, dass der ehemalige Rektor – der erste für die beiden – zur Verabschiedung gekommen war.

Abschließend dankt der Dekan beiden noch einmal herzlich im Namen des Fachbereichs und überreicht Abschiedsgeschenke des Kollegiums.

„Eigentlich kann Hochschulgeschichte mit beiden Biografien geschrieben werden“, würdigt der Rektor Prof. Dr. Hobelsberger die beiden, bevor er auf deren berufliche Werdegänge zurückblickt.
Irmgard Wintgen studierte 1971 im ersten Durchgang Sozialpädagogik mit Diplom. Nach ihrem Anerkennungsjahr studierte sie erfolgreich ab 1975 Heilpädagogik an der KFH in Köln. Ab 1978 war sie als Lehrbeauftragte und ab 1984 als Fachlehrerin im Bereich Heilpädagogik an der Abteilung Köln tätig und feiert in diesem Jahr ihr 40stes Dienstjubiläum. Nachdem 1991 der Studiengang Heilpädagogik beendet wurde, nahm sie sich ein Semester Zeit, um ein Praktikum im Caritasverband zu absolvieren und die Bereiche der Sozialen Arbeit kennenzulernen. Im Anschluss, so würdigt Hobelsberger, war sie dann in der Lehre im Studiengang „Soziale Arbeit“ und später auch im Studiengang „Bildung und Erziehung im Kindesalter“ in verschiedenen Bereichen tätig.
Prof. Dr. Stefan Schaub, der in Köln, Tübingen und Genf Recht und Theologie studierte, begann, so Hobelsberger, 1987 seine Tätigkeit als Dozent an der KFH. Die halbe Stelle wurde nach etwa einem halben Jahr auf eine 100% Stelle aufgestockt. So dass er seit 1987 Kinder- und Jugendrecht lehrte, obwohl er als Anwalt für Kartell-, Gesellschafts- und Mitbestimmungsrecht zu der Zeit tätig war. „Zwei Gründe die für ihn sprachen“, begründet Hobelsberger die Einstellung, „waren erstens, dass er sich schnell in ein neues Lehrgebiet einarbeiten konnte und zweitens schon mit einem Computer gearbeitet hatte.“
An beide richtet Herr Hobelsberger den hoffnungsvollen Gedanken, dass die Hochschule für sie ein Ort gewesen sei, um sich als Person einzubringen.
„Als Dozent gibt man gerne zu allem seinen Senf dazu“ kommentiert er den Düsseldorfer Senf als Abschiedsgeschenke.

Als „ein Amalgam aus Tradition und Kultur“ würdigt der Rektor die Tätigkeit des zu ernennenden Honorarprofessors. Um als Honorarprofessur berufen zu werden, muss diese Person promoviert haben, herausragend in der Wissenschaft tätig sein, Publikationen in ausreichender Menge veröffentlich haben und mindestens 5 Jahre an der Hochschule engagiert gewesen sein. Dies alles trifft auf Dr. Thomas Lemmen zu. Das Thema, das Lemmen beschäftigt, ist die reflektierte Auseinandersetzung im religiösen Dialog. Im Rahmen ehrenamtlicher Tätigkeiten besuchte er islamisch geprägte Länder. Unter anderem arbeitete Lemmen als Berater vom Bundestag und brachte von 2003-2007 die Islamkonferenz mit auf den Weg. Seit 2011 lehrt er im Bachelor Soziale Arbeit und im Master-Studiengang die Inhalte interreligiösen Dialogs und der Begegnung mit dem Islam. Den Master-Studiengang „Interreligiöse Dialogkompetenz“ hat er entscheidend mit entwickelt und leitet ihn seitens des Erzbistums seit 2017.

Gemeinsam mit dem Kanzler, welcher die Urkunde verliest, wird die Honorarprofessur verliehen und Prof. Dr. Thomas Lemmen gratuliert.

In der vom Prodekan eingeleiteten Talkrunde gratulierte dieser Lemmen herzlich und weist auf die Tätigkeiten in der christlich-muslimischen Gesellschaft und anderen Einrichtungen hin, die die Kompetenz des Honorarprofessors bestärkt.
„Es ist für mich eine Freude und Ehre und eine Anerkennung des Themas Dialog unterschiedlicher Religionen“ bedankt sich Lemmen für die Auszeichnung.
Windolph stellte die kritische Frage und lenkt damit auf das Thema, das in unserer Gesellschaft derzeit diskutiert wird: „Gehört der Islam zu Deutschland?“ Lemmen reagiert, dass dies im Grunde eine überflüssige Frage sei, die weder mit ja oder nein beantwortet werden könne. Er verweist darauf, dass im Grundgesetz sowohl die Religionsfreiheit als auch die Trennung von Staat und Religion aufgeführt ist. Die Frage müsse für ihn durch einen sozialwissenschaftlichen und theologischen offenen Diskurs beantwortet werden, ohne ein Politikum daraus zu machen. Der Islam solle in seinen Möglichkeiten wahrgenommen werden und professionell Handelnde müssten befähigt werden, um Begegnungen positiv zu gestalten.
Damit Studierende diesen Auftrag umsetzen können, benötigen diese ein offenes Herz und offene Augen, eine Haltung, die Gleiches sieht und nicht auf Verschiedenes fokussiert.
Zum Abschied bedankt sich der Honorarprofessor noch bei seiner Frau und Familie, welche ihn unterstützen.

Zum Ausklang des Abends liest Irmgard Wintgen „Was wir brauchen“ von Hanns Dieter Hüsch.

Die musikalische Gestaltung übernahm wieder der hervorragende Studierendenchor der Abteilung Köln, geleitet von Julius Gießler und Martin Kirchhübel. Passend zur inhaltlichen Thematik  war die Songauswahl gewählt, so wurde zu Beginn von Clarence Eggleton „Take me to the water“, von von Cat Ballou „Hück steiht die Welt still“  sowie zum Intermezzo von Zaz „Je veux“, und Kasalla „Alle jläser huh“ zum Besten gegeben.
Wie bedanken uns für diesen fantastischen Auftritt!

Das Dekanat bedankt sich bei allen Akteurinnen und Akteuren für den wundervollen Abend, wünscht den Protagonisten alles Gute für ihren Abschied bzw. Neubeginn und lädt zu Imbiss und Umtrunk ein!

Weiter Informationen
Dekanat Fachbereich Sozialwesen (dekanat.swkoeln(at)katho-nrw.de / 0221 - 7757 134)

Text und Bilder
Dekanatsreferentin Julia Jung

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2018