Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Child Protection in International Comparison (06.07.2018, Paderborn)

Die TeilnehmerInnen der diesjährigen International week vor der KatHO in Paderborn.

Die Paderborner Professorin Monika Többe-Schukalla .

Studierende präsentieren Arbeitsergebnisse.

Die britische Gastdozentin Stephanie Langley ist seit vielen Jahren dabei.

Gastdozentin Cathia Coekarts aus Belgien.

 

so lautete das Thema der diesjährigen internationalen Begegnungswoche des Fachbereichs Sozialwesen der Abteilung Paderborn. Mit insgesamt elf DozentInnen und weiteren Studierenden der europäischen Partnerhochschulen aus Belgien, Finnland, Groß Britannien, Bulgarien, Slowakei und Makedonien, mehr als 30 KatHO-Studierenden der Kindheitspädagogik und Sozialen Arbeit sowie Mitarbeiterinnen von Nichtregierungsorganisationen aus der Menschenrechtsarbeit fand die Thematik eine hohe Resonanz.

Die Woche wurde mit einem Vortrag über die UN-Kinderrechtskonvention von Prof. Dr. Monika Többe-Schukalla, der Internationalisierungsbeauftragten und Gastgeberin, eingeleitet. Die Konvention von 1989 ist von den meisten Staaten der Welt verabschiedet und ratifiziert worden, wirft aber in ihren nationalen Umsetzungen nach wie vor einen gravierenden Handlungsbedarf auf. Kinderrechte sind Menschenrechte, werden aber täglich weltweit verletzt.

In verschiedenen thematischen Komplexen beschäftigten sich die Vorträge der GastdozentInnen mit den Herausforderungen der UN-Kinderrechtskonvention. So zeigten die beiden Professorinnen Dr. Natasha Bogoevska und Dr. Svetlana Trbojeviki aus Makdonien sowie Dr. Barbara Pavlikova und Dr. Michael Kozubik aus der Slowkei die besonderen Herausforderungen mit Blick auf unzureichende sozialstaatliche Absicherungen und einer daraus resultierenden Armutsproblematik für Kinder, die sich, wenngleich in unterschiedlichem Ausmaß, besonders ausgeprägt in der Lebenssituation für Roma-Kinder zeigt. Mit Armut, speziell Armutsbekämpfungsmaßnahmen, beschäftigten sich auch die britischen DozentInnen Stephanie Langley, Liz Ellis und Tom Wilks. Die eigentlich in Groß Britannien sehr erfolgreichen “sure start programs”, bekannt als Armutspräventionsstrategien, sind seit Jahren durch kommunale Sparpolitik fast aufgehoben.

Armut hat ein anderes Gesicht, lenkt man den Blick auf Nicaragua. In ihrem Vortrag vedeutlichte Stefanie Hahl aus eigenen Projekterfahrungen die Situation der dort arbeitenden Kinder, zeigte aber auch erfolgreiche Projekte, wie Kinder selbst ermächtigt werden, den Kreislauf von Armut und besonders fehlender Bildung zu durchbrechen.

 

Gewalt war das Thema der belgischen Kollegin Cathia Coekarts und der finnischen Kolleginnen Eija Vikman und Johanna Jussila. Die Vorträge basierten jeweils auf eigenen Forschungsprojekten mit Kindern nach Gewalterfahrungen. Besonders Cathia Coekarts konnte als studierte Kriminologin und Sozialarbeiterin überzeugend und engagiert über den Umgang mit Kindern nach schockierenden Erfahrungen berichten.

Auf die Bedeutung der pädagogischen Umsetzung der Konvention gingen Prof. Dr. Patrick Isele und die Studentin Lea Rothgerber für Deutschland ein. Deutschland hat mittlerweile eine solide gesetzliche Grundlage, die aber im alltäglichen Umgang mit Kindern eine pädagogische Qualität gewinnen muss.

Die politische Umsetzung wurde abschließend von Tanja Abubakar-Funkenberg aufgegriffen. Als Mitarbeiterin von terre des hommes zeigte sie, wie Menschenrechtsarbeit durch das Instrument der Parallelberichte einer Nichtregierungsorganisation kontinuierlich zur Verbesserung von Kinderrechten beitragen kann.

Die Internationale Woche soll nicht nur Lehrende zum Austausch miteinander zusammenführen, sondern insbesondere auch Studenten ermutigen, internationale Netzwerke aufzubauen und ihren Stand in sozialen Handlungsfeldern zu finden, eben auch in internationalen Kontexten. Dazu hat die mittlerweile seit mehr als 10 Jahren stattfindende Woche auch in diesem Jahr ihren Beitrag geleistet.

Für 2019 hat der Rektor Prof. Dr. Hans Hobelsberger, der die teilnehmenden Gäste während der Woche begrüßen konnte, zu einer internationalen Konferenz nach Köln eingeladen. Im Rahmen dieser Konferenz soll die Menschenrechtsthematik weiter vertieft werden.

Dank gilt allen, die zur Realisierung der Begegnungswoche beigetragen haben, besonders der Koordinatorin für Internationales Melanie Schlüter und den Studierenden Daniela Resem, Niklas Hilkenbach und Anna Siemen.

Prof. Dr. Monika Többe-Schukalla

 

 

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