Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Projekt ESCAPE: Drogen-Monitoring mit gebrauchten Spritzen (12.06.2018, KatHO NRW)

Gebrauchte Spritzen sind Informationsträger für die Suchtforschung. (Foto: Thomas Néfau)

Das Deutsche Institut für Sucht- und Präventionsforschung (DISuP) an der KatHO unterstützt das europäische Projekt ESCAPE, welches von der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) finanziert wird. ESCAPE steht für „European Syringe Collection and Analyses Project Enterprise”. Im Rahmen dieses Projektes werden in unterschiedlichen Suchthilfe-Einrichtungen gebrauchte Spritzen von Drogenkonsumenten gesammelt und anschließend auf Drogenrückstände hin analysiert. Mit diesem Verfahren werden sichere Informationen über die sich im Umlauf befindlichen Drogen gewonnen und für die Präventions- und Beratungsarbeit nutzbar gemacht.

„Wir wissen relativ wenig über die aktuellen Drogen, da diese in der Regel mit anderen Substanzen gestreckt wurden. Auch die Konsumenten wissen nicht, was sie da tatsächlich zu sich nehmen“, so Prof. Dr. Daniel Deimel vom DISuP. „Diese Informationen sind für Konsumenten, Suchtberater und Suchtforscher gleichermaßen von Bedeutung.“

Neben Köln fanden solche Spritzen-Sammlungen und Analysen in Amsterdam, Budapest, Helsinki, Lausanne, Paris und Glasgow statt. Im Rahmen dieses Projektes sollen erste Erfahrungen in der Projektorganisation und Analyse auf europäischer Ebene gesammelt werden. Ein erster Austausch über die gemachten Erfahrungen und die Planung weiterer Analysen findet bei einem Expertenmeeting der EMCDDA in Lissabon am 19. und 20. Juni 2018 statt. Die ersten Ergebnisse der Analysen werden im Spätsommer 2018 vorliegen.

Die Spritzen wurden in den folgenden Kölner Einrichtungen gesammelt:

  • SKM Köln e.V., Kontaktstelle am HBF
  • Vision e.V., Kalk
  • Vision e.V., Meschenich
  • Aidshilfe Köln e.V., Beethovenstraße
  • Drogenhilfe Köln e.V., Café Victoria

Die forensische Analyse wird durch das Institut der Rechtsmedizin der Universitätsklinik Freiburg durchgeführt.

Weitere Informationen zum Projekt ESCAPE erhalten Sie bei Prof. Dr. Daniel Deimel. (E-Mail: d.deimel(at)katho-nrw.de)

Redaktion: Holger Walz, h.walz(at)katho-nrw.de

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