Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Einladung zum Forschungskolloquium am Fachbereich Sozialwesen in Paderborn (08.05.2018, Paderborn)

Prof. Dr. Michael Böwer, Prof. Dr. Patrick Isele und Dr. Angie Lämmerhirt (v.l.).

Prof. Dr. Rainer Schützeichel, Universität Bielfeld (Quelle: privat).

Dr. Rita Hansjürgens.

Am 15. Mai und am 4. Juli 2018 lädt der Fachbereich Sozialwesen in Paderborn im Sommersemester wieder zum Forschungskolloquium ein. Am ersten Termin werden sich Frau Maike Hoeft (Universität Paderborn) und Frau Dr. Julia Höke (KatHO NRW, Abt. PB) dem Thema „Integration und Partizipation in der Kita“ widmen, indem sie aus verschiedenen Forschungsprojekten berichten.  Beim zweiten Termin befassen sich Frau Dr. Anna-Lena Rademaker (FH Bielefeld) und Herr Prof. Dr. Christoph Blomberg (KatHO NRW, Abt. Paderborn) mit unterschiedlichen Fragestellungen zum Thema „Soziale Arbeit mit Jugendlichen“.
Das Programm finden Sie hier.

Bereits im vergangenen Wintersemester verknüpfte das Forschungskolloquium Vorträge aus der Sozialen Arbeit und ihren Bezugswissenschaften. Die Beiträge bezogen sich thematisch auf professionelle Beratung in der Sozialen Arbeit und in benachbarten Feldern sozialer Dienstleistungen. Zum Auftakt sprach der Soziologe Prof. Dr. Rainer Schützeichel (Universität Bielefeld) über „Soziologie der psycho-sozialen Beratung“. In seinem Vortrag zeigte er, dass der Bedarf an personenbezogener Beratung auf spezifischen strukturellen Voraussetzungen der modernen Gesellschaft beruht. Grundlegend für Beratungsprozesse sei, dass das Subjekt als „Entscheider“ bestimmt werde. Das Individuum werde – unter anderem – über Beratungsprozesse als autonomes Subjekt konstruiert, dem die Verantwortung zur Regulierung und Bewältigung kommunikativer Situationen zugesprochen wird. Im Anschluss daran widmete sich Dr. Rita Hansjürgens, MA, die als Sozialarbeiterin / Lehrkraft für besondere Aufgaben an unserem Fachbereich tätig ist, dem Thema „‘In Kontakt kommen.‘ Zur Entstehung und Bedeutung einer (Arbeits-)Beziehung in ambulanter Suchtberatung“. Im Vortrag ging es um die qualitative Analyse von Anfangssituationen in Beratungsprozessen aus dem Bereich der Suchthilfe. In den Gesprächen könne sich – so wurde auf der Basis des empirischen Materials gezeigt – eine vertrauensvolle Arbeitsbeziehung umso besser entwickeln, je deutlicher sich die Beratung am tatsächlich geäußerten Anliegen der Klientinnen und Klienten orientiert und die Felddynamik (Auftrag von Kostenträgern, bürokratische Bedingungen der Kostenbeantragung, Erfüllung von Kennzahlen) im Gespräch neutralisiert werden konnte. Besondere Bedeutung kam hierbei dem Umstand zu, dass diese Art unter diesen Rahmenbedingungen eine Anfangssituation zu gestalten mit entsprechenden Konzepten als sozialpädagogisch gekennzeichnet werden konnte. Grundlage der Analyse war die kooperative Promotion der Referentin an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Hochschule Koblenz.

Im zweiten Teil des Kolloquiums am 24. Januar 2018 lag der inhaltliche Fokus auf Coaching und Lernen in Organisationen. Zunächst referierte die Pädagogin Dr. Angie Lämmerhirt von der Universität Koblenz-Landau über das Thema „Coaching in der Frühpädagogik. Eine Professionalisierungsmethode zur Erweiterung der Sprachförderkompetenz pädagogischer Fachkräfte“. Dabei stellte sie den Einsatz von Coaching als neuen Trend in der frühpädagogischen Forschung bezüglich der Erweiterung der Sprachförderkompetenzen pädagogischer Fachkräfte dar. Im Detail wurde die Professionalisierungsmethode „Inhaltsbezogenes Coaching im Bildungskontext (ICB)“ vorgestellt, deren Entwicklung, Erprobung und Evaluation im Rahmen eines Dissertationsprojekts erfolgte. Die Ergebnisse des Projekts lassen darauf schließen, dass durch eine bewusste, gezielte und systematische Unterstützung ein Lernzuwachs im Hinblick auf die professionelle Handlungskompetenz pädagogischer Fachkräfte möglich ist. Als Vertreter der KatHO Paderborn  präsentierte anschließend Prof. Dr. Michael Böwer die Ergebnisse seines Forschungsprojektes „ISkE – Institutionelle Schutzkonzepte in Einrichtungen der Erziehungshilfe“, das er in Kooperation mit der BAG. Die Kinderschutz-Zentren (Köln), dem Landesjugendamt Westfalen-Lippe (Münster) und dem Deutschen Kinderschutzbund LV Schleswig-Holstein (Kiel) von September 2014 bis März 2017 durchführte. Im Wege von Leitfadeninterviews wurden zwanzig berufserfahrene Führungs- und Präventionsfachkräfte in vierzehn Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege in sechs Bundesländern vor Ort befragt. Deutlich wurde, dass Einrichtungen der Erziehungshilfe vielfältige Wege beschreiten, um dem Risiko von Gewalt und Grenzverletzungen entgegen zu treten. Dabei füllen und gestalten sie extern avisierte Schutzkonzepte in Form eigener Lösungen und Umgangsweisen, sodass sie in der jeweiligen Einrichtung „passen“ und zu kleinen, aber sichtbaren Erfolgen führen können.

Die aus Studierenden, Praxisvertreterinnen und -vertretern sowie Fachkolleginnen und-kollegen bestehende Zuhörerschaft nutzte die Gelegenheit an beiden Terminen zu einer regen Diskussion jeweils im Anschluss an die entsprechenden Vorträge. Aufgrund des großen Interesses und positiven Feedbacks auf das Forschungskolloquium wird es nun auch im SoSe 2018 fortgeführt.

Alle Interessierten sind an den beiden Terminen in der Zeit von 17:30-19:30 Uhr im Raum AM003 herzlich eingeladen.

 

Kontakt:
Prof. Dr. Marc Breuer
Prof. Dr. Patrick Isele

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2018