Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Fetale Alkokolstörungen bei Erwachsenen (07.05.2018, KatHO NRW)

Fetale Alkoholstörungen (FAS) sind in Deutschland die häufigsten vorgeburtlich erworbenen Störungen des Ungeborenen. Bis zu 8.000 Neugeborene zeigen jährlich die Symptome der Störung, die sich in den stärksten Fällen in einer lebenslangen Behinderung zeigen kann. Dass Forschung, Prävention und Hilfen dazu in Deutschland bislang kaum vorhanden sind, erscheint angesichts des hohen Pro-Kopf-Konsums in unserem Land besonders problematisch.

Prof. Dr. Michael Klein referierte beim 68. Wissenschaftlichen Kongress des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V. (BVÖGD) in Osnabrück zum Thema „FAS“ im Erwachsenenalter. Er machte deutlich, dass die meisten Fälle immer noch unerkannt und unbehandelt bleiben. Es ist von bis zu 400.000 Erwachsenen mit dem Störungsbild auszugehen. Viele zeigen Probleme in den Bereichen Selbstständigkeit, Arbeitswelt, Straffälligkeit, Sexualität, Alkohol- und Drogenkonsum. Dabei könnten Aufklärung und Betreuung helfen, viele der Symptome abzumildern und einen gelingenden Alltag wahrscheinlicher zu machen. Ärztinnen und Ärzte sollten dabei eng mit Fachkräften aus der Sozialen Arbeit zusammenarbeiten, um professionelle Unterstützungsmodelle zu entwickeln und durchzuführen. Die gesellschaftlichen Folgekosten der „unsichtbaren Erkrankung“, die sich primär in auffälligem Verhalten zeigt, sind enorm und belasten Gesundheits- und Sozialkassen genauso wie Arbeitgeber und Justiz.

 

Redaktion und weitere Informationen: Prof. Dr. Michael Klein (mikle(at)katho-nrw.de)

 

 

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