Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

 

Demographischer Wandel in ländlichen Regionen (12.10.2017, Paderborn)

Prof. Dr. Joachim Faulde (Foto: Der Dom)

Prof. Dr. Faulde referierte beim Diözesanforum 2017 in Unna

Die Kath. Kirche in Deutschland befindet sich gegenwärtig in tiefgreifenden Veränderungen. Das Erzbistum Paderborn hat mit der Veröffentlichung des Zukunftsbildes im Jahr 2014 grundlegende Eckpunkte für diese Veränderungen gesetzt. Das Diözesanforum 2017 in Unna hatte die Aufgabe, eine Zwischenbilanz zu ziehen und Herausforderungen für die nächsten Jahre zu formulieren. Ein Workshop ging der Frage nach, „welche Beiträge können Christen leisten, damit das Dorf lebendig bleibt?“.  Der Workshop wurde vom landpastoralen Zentrum des Erzbistums Paderborn, der Landvolkshochschule Hardehausen, unter der Leitung von Msgr. Uwe Wischkony und Stephan Kreye durchgeführt.

Mit einem Impulsreferat führte Prof. Dr. Joachim Faulde in die Thematik ein und stellte aktuelle Ergebnisse aus seinen Praxisforschungsprojekten „Lebenswelten in ländlichen Regionen – die Regionalanalyse im Kontext des demographischen Wandels“ vor.  Als ein zentrales Ergebnis der Befragungen stellte sich heraus, dass die BewohnerInnen kleiner Dörfer ein außerordentlich hohes Bedürfnis nach Gemeinschaft im Ort selbst haben, welches es gilt, in den pastoralen Planungen angemessen zu berücksichtigen. Ebenso wird in den empirischen Befunden deutlich, dass die BewohnerInnen aller Altersgruppen in kleinen Dörfern AnsprechpartnerInnen im Ort wünschen, die ein offenes Ohr für die pastoralen Anliegen haben.

Die Ergebnisse der Regionalanalysen der vergangenen Jahre lassen sich in der Formel zusammenfassen: Soviel wie möglich vor Ort gestalten und so viel wie nötig regional anbieten. Ein Dorf bleibt dann lebendig, wenn es gelingt, eine angemessene Balance zwischen lokalen und regionalen Angeboten zu finden.

Die grundsätzlichen Ausführungen von Prof. Dr. Faulde wurden ergänzt und konkretisiert durch praktische Erfahrungen, über die Msgr. Wischkony seitens des Engagements der Landvolkshochschule im LEADER-Programm des Kreises Höxter berichtete. Eine intensive, lebendige Diskussion zeigte die vielfältigen Ressourcen, die Christen in den Prozess der Entwicklung ländlicher Räume einbringen können. 

Im Hinblick auf die Aneignung des Zukunftsbildes gilt es, die speziellen Problemlagen ländlicher Regionen und vor allem deren besondere Potenziale für die künftige pastorale Entwicklung zu nutzen.

 

Text und Kontakt:  Prof. Dr. Joachim Faulde

 

 

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