Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

 

Paths of Peace – KatHO-Studierende beim Weltfriedenstreffen in Münster und Osnabrück (19.09.2017, Münster)

Ausgestattet mit Kopfhörern für die Simultanübersetzung: KatHO-Studentinnen und -Studenten zu Beginn der Eröffnungsveranstaltung in der Halle Münsterland, Foto: Katja Doetsch

Panel 2 „Environmental Emergency“ mit Jeffrey D. Sachs vom „Earth Institute” der Columbia University, USA (auf dem Podium 2.v.l.), Foto: Prof. Dr. Andrea Tafferner

Panel 12 „Making Peace“ mit Sharon Rosen von „Search for Common Ground“, Jerusalem. Foto: Prof. Dr. Andrea Tafferner

Das diesjährige Weltfriedenstreffen der Religionen vom 10.-12. September 2017 in Münster und Osnabrück stand unter dem Motto „Wege des Friedens“. Zu den mehr als 5000 Teilnehmern zählten Christen verschiedener Konfessionen, Juden, Muslime, Buddhisten, Hindus, Jainas und Angehörige weiterer Religionen – darunter auch 40 Studentinnen und Studenten der KatHO Münster.

Auf den Veranstaltungen zur Eröffnung und zum Abschluss, bei den Friedensgebeten und auf den zahlreichen Podien („Panels“) drehte sich alles um zentrale Friedensthemen: die ökologische Krise; Terrorismus; Rettung, Aufnahme und Integration von Flüchtlingen; Wiederaufbau des Irak; Demokratie in Tunesien; die gemeinsame Zukunft von Europa und Afrika.

Das alljährliche Großtreffen wird von der katholischen Gemeinschaft Sant’Egidio organisiert.

Ihr Gründer, Prof. Andrea Riccardi, rief dazu auf, niemals vor dem Krieg zu resignieren. „Wir wollen mit der schwachen Kraft des Dialogs, aber voller Hoffnung, neue Wege des Friedens eröffnen.“

Die Teilnahme der Studierenden am Weltfriedenstreffen war eingebettet in das Seminar „Religionen und Kulturen im Dialog“ bei Prof. Andrea Tafferner.  Die Vorträge auf den Podien ließen sich mit den Dialogkonzepten des Seminars gut verknüpfen  – so beispielsweise der Bericht von Sharon Rosen auf dem Podium „Making Peace“. Die Co-Direktorin der weltweit tätigen Organisation „Search for Common Ground“ mahnt: „Violence is never constructive.“ Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Religionen entwickelt die Organisation konkrete Friedensaktionen. So werden in dem Projekt „Protect Holy Sites“ in Bosnien, Syrien, Nigeria und in Jerusalem heilige Stätten wie Moscheen, Kirchen und Tempel in interreligiöser Kooperation gepflegt und geschützt – wohl wissend, „dass in vielen Konflikten weltweit heilige Stätten zentrale Gegenstände von Zwistigkeiten oder Zielscheiben der Zerstörung sind“. Ein Prinzip dieses „Making Peace“-Projekts heißt: corporate responsibility. Indem Mitglieder verschiedener Religionen die gemeinsame Verantwortung für die Pflege heiliger Stätten übernehmen, lernen sie sich und ihren Glauben gegenseitig kennen. Ein weiteres Prinzip: bei allen Projekten müssen Frauen beteiligt sein. „No women, no project. Religion must include women“, so Sharon Rosen. Denn Frauen seien in den Religionen unterrepräsentiert. Auch bei diesem Friedenstreffen sei sie dafür ein Beispiel, so Rosen mit Blick auf die Tatsache, die einzige Frau auf dem achtköpfigen Podium zu sein.

In der Tat war es mehr als bedauerlich, wie wenig Frauen auf den insgesamt 24 Podien saßen.

Bei vielen Panels sprachen ausschließlich Männer, bei anderen war nur eine einzige Frau eingeladen zu sprechen. Wie kann es Wege des Friedens geben ohne die gerechte Beteiligung von Frauen? Unser Wunsch: Die Inklusion von Frauen muss ein Ziel des Weltfriedenstreffens werden.

Für die Studierenden war das Weltfriedenstreffen eine einmalige Gelegenheit, mit Menschen vieler Nationen, Sprachen und Religionen in Kontakt zu kommen. „Dass in so vielen Ländern der Erde Menschen unter Krieg und Gewalt leiden, das ist mir vor allem beim Entzünden der Kerzen beim Friedensgebet in Osnabrück so richtig bewusst geworden“, so eine Studentin im Rückblick.

 

Text und Kontakt: Prof. Dr. Andrea Tafferner, a.tafferner(at)katho-nrw.de

Link zur Gemeinschaft Sant’Egidio: www.santegidio.org

Link zur Organisation Search for Common Ground: www.sfcg.org

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